Waldbrandgefahr Sächsische Schweiz: Mehrere Verstöße gegen nächtliches Zutrittsverbot

Der Brand unterhalb der Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz hat kürzlich vor Augen geführt, wie schnell der Wald bei der aktuellen Trockenheit in Flammen aufgehen kann. Seit Mittwoch gilt deshalb ein nächtliches Betretungsverbot in den Wäldern im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Das ist offensichtlich noch nicht zu jedem durchgedrungen, wie Nationalparkwächter jetzt erfahren mussten.

Drei Männer stehen in Uniform links neben einem Felsen, daneben wandert ein Paar vorbei.
Hanspeter Mayr (li.) und sein Team wiesen unter anderem diese zwei Touristen darauf hin, dass der Nationalpark und angrenzende Wälder zu bestimmten Zeiten nicht betreten werden dürfen. Bildrechte: Marko Förster

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Wegen der hohen Waldbrandgefahr dürfen die Wälder der Sächsischen Schweiz und des Osterzgebirges seit dem 20. Juli von 21 Uhr bis 6 Uhr nicht mehr betreten werden. Doch das "Betretungsverbot" scheint noch nicht bei jedem angekommen zu sein. Bei einem Kontrollgang im Bereich des Falkensteins bei Bad Schandau entdeckten die Nationalparkwächter am Freitagabend zahlreiche Personen, die sich illegal in dem Gelände aufhielten.

Nationalparkwächter treffen neun Fußgänger und zwei Radfahrer

"Wir haben insgesamt neun Personen angetroffen. Hinzu kamen noch zwei unangeleinte Hunde sowie zwei Radfahrer, die in einem Bereich gefahren sind, wo sie nicht fahren sollten", sagt der Sprecher der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz, Hanspeter Mayr. Die Besucherinnen und Besucher seien einsichtig gewesen. "Wir konnten sie erfolgreich bitten, dass sie den Wald verlassen."

Wir haben insgesamt neun Personen angetroffen. Hinzu kamen noch zwei unangeleinte Hunde sowie zwei Radfahrer, die in einem Bereich gefahren sind, wo sie nicht fahren sollten.

Hanspeter Mayr Sprecher der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz

Ein roter Schlafsack und eine mintfarbene Iso-Matte liegen vor einem Felsen.
Dieser rote Schlafsack und die mintfarbene Isomatte deuten auf eine Übernachtung hin. Gegenwärtig ist das in der Sächsischen Schweiz strengstens verboten. Bildrechte: Marko Förster

Überregionale Gäste kennen Betretungsverbot nicht

Es seien vier internationale Gäste dabei gewesen sowie zwei Gäste aus Nordrhein-Westfalen. "Die kannten das Betretungsverbot alle nicht. Das sagt uns, dass wir in den sozialen Medien noch einmal daran erinnern müssen - auch auf Englisch und auf Tschechisch - um das Betretungsverbot bei den überregionalen Gästen bekannt zu machen", so Mayr, der froh war, dass niemand Feuer gemacht hatte: "Zumindest diese Einsicht scheint bei Waldbrandwarnstufe 4 mittlerweile gereift zu sein", denkt der Sprecher. Erst am Montag standen 2.500 Quadratmeter Wald unterhalb der Basteibrücke in Flammen, die mühsam gelöscht werden mussten.

Wir sind eigentlich auf dem Weg zu unseren Fahrrädern in Bad Schandau. Aber es war so schön, hier auf der Spitze den Sonnenuntergang anzusehen. Da haben wir ein bisschen die Zeit vergessen.

Jordan Raß Tourist aus Nordrhein-Westfalen

Besucher vergessen bei Sonnenuntergang die Zeit

Einer, der von Hanspeter Mayr und seinem Team im Nationalpark angetroffen wurde, ist Jordan Raß aus Nordrhein-Westfalen: "Ich habe leider nichts von dem Betretungsverbot gewusst. Wir sind eigentlich auf dem Weg zu unseren Fahrrädern in Bad Schandau. Aber es war so schön, hier auf der Spitze den Sonnenuntergang anzusehen. Da haben wir ein bisschen die Zeit vergessen", sagt Raß, der mit dem nächtlichen Betretungsverbot grundsätzlich kein Problem hat: "Es ist ja eh dunkel."

MDR (sth)/mf

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 24. Juli 2022 | 19:00 Uhr

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