Vermittler-Gruppe Borkenkäfer-Task Force beginnt Arbeit für Sächsische Schweiz

Die Bäume im Nationalpark Sächsische Schweiz leiden derzeit enorm unter dem Borkenkäfer. Wie soll man mit der Plage und ihren Folgen umgehen? Dazu gibt es viele verschiedene Meinungen. Ein neues Gremium soll die Belange vieler Seiten berücksichtigen. Es geht um den geschädigten Wald im Nationalpark, um Naturschutzinteressen, aber auch um Unternehmer, die Geld verdienen wollen, Kommunen, die Tourismusinteressen vertreten und Gäste auf Abenteuersuche. Moderiert wird das Gremium von einem Pfarrer.

In der Sächsischen Schweiz werden Wanderwege beräumt.
Borkenkäfer haben dem Wald im Nationalpark schwer geschadet. Bildrechte: MDR/Martin Kliemank

Im Kampf gegen Borkenkäfer hat im Nationalpark Sächsische Schweiz eine Task Force die Arbeit aufgenommen. Das Gremium soll zunächst bis Jahresende Lösungsansätze erarbeiten und helfen, Entscheidungen zu beschleunigen, teilte das sächsische Umweltministerium mit. Die Gruppe trägt den Namen "Task Force Naturkatastrophe Borkenkäferkalamität" (biologischer Begriff: durch Schädlinge hervorgerufener schwerer Schaden in Pflanzenkulturen, Anmerk. d. Red.).

Moderation mit geistlichem Beistand

Der Lohmener Pfarrer Michael Schleinitz wird die Treffen moderieren, bei denen Vertreter des Landeskreises, der Kommunen Bad Schandau und Sebnitz mit Touristikern, dem Sachsenforst und der Nationalparkverwaltung zusammenkommen. Das Gremium soll zwischen allen Seiten vermitteln.

Wir wollen den Gefahren, dem Naturschutz sowie Anliegen von Besucherinnen und Besuchern oder des Gastgewerbes in enger Abstimmung Rechnung tragen.

Wolfram Günther sächsischer Umweltminister (Bündnis 90/Die Grünen)

Schutzstatus des Nationalparks beachten

"Auch im Nationalpark haben wir es mit einem extremen Borkenkäferbefall zu tun. Das hat zu einem flächigen Absterben von Fichten geführt", sagte Umweltminister Wolfram Grünther. Daher seien Wege teils unpassierbar, die Gefahr durch umstürzende Bäume gestiegen. Der Nationalpark arbeite daran, Wege wieder zu öffnen. Gleichzeitig gebe es einen strengen Schutzstatus. Naturschützer verlangen generell weniger Trubel im Nationalpark und weniger zugängliche Wanderwege. Im Kontrast dazu hatten Gastronomen und Bürgermeister in diesem Jahr immer wieder dazu gedrängt, die Wege schneller zu öffnen.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 25. August 2021 | 19:00 Uhr

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