OLG-Urteile Haft und Bewährungsstrafen für weitere Mitglieder der Terrorgruppe Freital

Die Angeklagten sitzen vor Prozessbeginn im Verhandlungssaal des Oberlandesgerichts (OLG). Nach knapp fünf Monaten geht am Dresdner Oberlandesgericht der zweite Prozess im Zusammenhang mit der rechtsextremen «Gruppe Freital» mit der Urteilsverkündung zu Ende
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Vier weitere Mitglieder und Unterstützer der Terrorgruppe Freital sind am Donnerstag zu Haft- und Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Oberlandesgericht (OLG) Dresden sprach einen Angeklagten wegen seiner Mitgliedschaft in der Terrorgruppe schuldig und verhängte ein Urteil von zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis. Zwei weitere Männer erhielten wegen Mitgliedschaft in der "Gruppe Freital" Freiheitsstrafen von jeweils zwei Jahren mit Bewährung. Eine Unterstützerin wurde zu sechs Monaten Freiheitsstrafe mit Bewährung verurteilt.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Sowohl die Angeklagten als auch die Generalstaatsanwaltschaft und in Teilen die Nebenkläger können das Rechtsmittel der Revision zum Bundesgerichtshof binnen einer Woche einlegen. In ihrem Plädoyer hatte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden zuvor für die vier Beschuldigten im Alter von 27 bis 53 Jahren mehrjährige Freiheitsstrafen sowie Bewährungsstrafen verlangt. Die Verteidiger der Angeklagten hatten sich dagegen für Bewährungsstrafen ausgesprochen.

Zweiter Prozess von mehreren

Es war bereits der zweite Prozess vor dem OLG Dresden im Zusammenhang mit der Freitaler Terrorgruppe. Die drei Männer und eine Frau standen seit September 2020 vor Gericht. Gegenstand dieses zweiten Prozesses waren unter anderem ein Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Freital im Jahr 2015, ein Sprengstoffanschlag auf das Auto eines Freitaler Stadtrats und ein Anschlag auf ein Büro der Linkspartei. Während des Prozesses hatten die Angeklagten teils detaillierte Angaben zu Gruppentreffen und Tatvorbereitungen gemacht und über Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberunterkünfte und auf politisch Andersdenkende gesprochen.

Acht Mitglieder der Terrorgruppe waren bereits 2018 unter anderem wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung zu Freiheitsstrafen zwischen vier und zehn Jahren verurteilt worden.

Ein dritter Prozess gegen weitere mutmaßliche Mitglieder dieser terroristischen Vereinigung und Unterstützer hat Ende Januar 2021 in Dresden begonnen. Das Verfahren läuft noch.

Quelle: MDR/kk/epd

Dieses Thema im Programm im MDR MDR UM 11 | 04.02.2021 | 11:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 04.02.2020 | 19:00 Uhr

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