Missbrauchsfall Münster Mann aus Pirna wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht

Der Fall von Münster ist einer von drei größeren Missbrauchskomplexen, denen Ermittler in den letzten Jahren auf die Spur gekommen sind. Gegen mindestens 20 Beschuldigte laufen mittlerweile Verfahren in der gesamten Bundesrepublik. Am Donnerstag hat in Dresden der Prozess gegen einen Mann aus Pirna begonnen.

Eine goldfarbene Justitia-Figur steht im Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg vor Aktenbergen.
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Am Landgericht Dresden hat am Donnerstag der Prozess gegen einen 56 Jahre alten Mann aus Pirna begonnen. Der ehemalige Hausmeister einer Dresdner Oberschule ist unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie der Anschaffung und des Besitzes von Kinderpornografie angeklagt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Der Prozess steht im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall von Münster in Nordrhein-Westfalen. Der Angeklagte soll demnach enge Kontakte zu Adrian V., dem mutmaßlichen Hauptverantwortlichen von Münster, gehabt haben. V. habe dem 56-Jährigen 2019 und 2020 auch seinen heute elfjährigen Ziehsohn mehrfach vermittelt, wie eine Vertreterin der Staatsanwaltschaft sagte.

Angeklagter soll sich auch an Schüler vergangen haben

Der Familienvater aus Pirna war im August 2020 festgenommen worden und ist seither in Untersuchungshaft. Laut Anklage hat er sich von V. immer wieder Fotos schicken lassen, auf denen zu sehen ist, wie dieser den Jungen missbraucht. V. sei zudem mehrfach nach Sachsen gereist, damit auch der Angeklagte sich an dem teils mit Drogen ruhiggestellten Kind vergehen konnte - in einem Wohnmobil sowie Ferienhäusern und Pensionen in Pirna und bei Meißen.

Laut Anklage hat sich der Mann in den Jahren zuvor mehrfach an einem zu den Tatzeiten zehn- bis 14-jährigen Schüler vergangen, auch im Hausmeisterbüro. In seiner Wohnung soll er ihm Pornos gezeigt, ihn zu sexuellen Handlungen motiviert und dabei heimlich gefilmt haben.

Verfahren gegen mindestens 20 Beschuldigte

Für den Prozess, der am 22. Juni fortgesetzt wird, sind insgesamt zehn Verhandlungstage bis Ende August terminiert. Der Missbrauchsfall Münster, einer von drei großen Missbrauchsfällen in Nordrhein-Westfalen, kam im Juni 2020 nach Ermittlungen in einer Gartenlaube ans Licht. Es gab Festnahmen in mehreren Bundesländern, im Komplex "Rose" laufen bundesweit Verfahren gegen mindestens 20 Beschuldigte.

Quelle: MDR/ms/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 03. Juni 2021 | 21:00 Uhr

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