Vergabe Österreicher planen Erzgebirgstunnel zwischen Heidenau und Ústí nad Labem

Der Erzgebirgstunnel für Güter- und Fernreisezüge rückt näher. Laut Deutscher Bahn wurde der Auftrag für die Projektierung vergeben. Es geht nun darum, den optimalen Verlauf zu finden. Mit Ergebnissen wird bis Mitte 2022 gerechnet. Der Eisenbahntunnel soll das Elbtal entlasten und die Fahrzeit zwischen Dresden und Prag verkürzen.

Güterzug
Geht es nach den Plänen der Deutschen Bahn, der Tschechischen Bahn und Verkehrspolitikern, sollen die lauten Güterzüge in einigen Jahren aus dem Elbtal verschwunden sein und durch einen Erzgebirgstunnel rollen. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Lars Müller

Die Planung des Eisenbahntunnels für die Neubaustrecke Dresden - Prag kann beginnen. Wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn MDR SACHSEN sagte, wurde der Auftrag für die Projektierung des sogenannten Erzgebirgstunnels zwischen Heidenau und Ústí nad Labem (Aussig) an ein österreichisches Unternehmen vergeben. Dies sei einvernehmlich mit der Tschechischen Staatsbahn CD Ende vergangenen Monats erfolgt. Das Unternehmen ILF Consulting Austria habe gemeinsam mit deutschen, österreichischen und tschechischen Ingenieurbüros das beste Angebot abgegeben.

Planungsergebnisse bis Mitte 2022 erwartet

Eine der ersten Aufgaben für die Planer besteht den Angaben zufolge in der Analyse der vorhandenen geologischen Unterlagen. Daraus seien mögliche Varianten für den Verlauf des grenzüberschreitenden Tunnels zu entwickeln. Es würden sowohl Varianten für einen großen, als auch für mehrere kleinere Tunnel geprüft. Erste Ergebnisse erwarte man wegen der Vielzahl von Untersuchungen erst im zweiten Quartal kommenden Jahres. Der Tunnel unter dem Erzgebirge könnte maximal zwischen 25 und 30 Kilometer lang werden. Er wäre dann Deutschlands längster Eisenbahntunnel.

Karte der Neubaustrecke Dresden - Prag in verschiedenen Varianten
Den optimalen Verlauf des Tunnels müssen nun Fachplaner ermitteln. Bildrechte: MDR/Annika Potthoff

Tunnel für Güterverkehr und Reisezüge

Geplant wird der Tunnel für den Personen- und Güterverkehr, um die Strecke durch das Elbtal zu entlasten. Damit würde sich auch die Lärmbelästigung für die Einwohner an der bestehenden Strecke deutlich verringern. Außerdem solle sich die Fahrzeit zwischen Ústí nad Labem und Dresden auf weniger als eine halbe Stunde verkürzen.

Triebwagen der Gesellschaft Railjet auf der Strecke Brno - Wien.
Wird der Tunnel gebaut, würde sich die Reisezeit des Railjets "Vindobona" zwischen Berlin und Graz über Dresden, Prag und Wien erheblich. Bildrechte: imago/CTK Photo

Die Strecke im Elbtal stellt für den internationalen Eisenbahnverkehr ein Nadelöhr dar, ist zudem störanfällig. Erst im Juli hatte ein Hangrutsch nach starken Niederschlägen die Strecke blockiert, später war nur ein Gleis befahrbar. Güterzüge mussten übers Vogtland umgeleitet werden. Die Bahn plant neben dem Erzgebirgstunnel auch die Begradigung der Strecke Prag - Berlin nördlich von Dresden im Landkreis Meißen. Dort ist ebenfalls ein Tunnel im Gespräch.

Quelle: MDR/lam/MINA

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus Dresden | 06. August 2021 | 05:30 Uhr

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