Starkregen erwartet Unwetterwarnung für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Auf den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bewegt sich voraussichtlich ein Unwetter zu. Das Landratsamt rät allen Bürgern, sich Anfang nächster Woche darauf einzustellen. Erwartet wird unter anderem Starkregen mit bis zu 150 Litern pro Quadratmeter. Vor allem kleinere Flüsse könnten dann über die Ufer treten.

Ein Auto fährt unter einem Himmel voller dunkler Wolken über einen Landstraße
Anfang nächster Woche braut sich ein Unwetter zusammen. Bildrechte: dpa

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist zu Beginn der kommenden Woche mit schweren Unwettern und Regenfällen zu rechnen. Wie Landrat Michael Geisler (CDU) MDR SACHSEN mitteilte, ist das Landratsamt am Freitagmorgen darüber informiert worden. Ersten Prognosen zufolge geht die Verwaltung von Niederschlagsmengen von bis zu 150 Litern pro Quadratmeter aus. Insbesondere kleinere Flüsse, wie die Seidewitz, stünden unter Beobachtung, so Geisler weiter.

Michael Geisler/CDU-Landratskandidat Sächsische schweiz-Osterzgebirge
Bildrechte: Daniel Förster

Wir haben heute früh eine Vorhersage zur Kenntnis genommen, wonach eine noch nicht ganz bestätigte Wetterlage eintreten wird, die insbesondere (...) Sachsen, Polen, und Tschechien treffen soll.

Michael Geisler Landrat des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Die Wettermodelle seien jedoch noch nicht bis zum Ende durchgerechnet. "Zurzeit sieht es so aus, dass wir vermutlich am Montag, Dienstag und Mittwoch durchaus bis zu 150 Liter bekommen könnten", so der Landrat. Das Juli-Hochwasser hatte allein in der Region Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Schäden in Höhe von rund 70 Millionen Euro angerichtet.

Bürger sollen auf Sirenensignal 3 achten

Der Landkreis empfiehlt seinen Bürgern, aktuelle Wettermeldungen zu verfolgen, örtliche Gewässer zu beobachten und darauf zu achten, wenn das sogenannte Sirenensignal 3 ertönt. Er ist an einem einminütigen Heulton zu erkennen, der aus sechs Tönen von fünf Sekunden besteht. Die sind jeweils von fünf Sekunden Pause unterbrochen. Sollte das Sirensignal 3 zu hören sein, ist laut Landratsamt das Radiogerät einzuschalten und auf entsprechende Durchsagen zu achten. Darüber hinaus sei es auch sinnvoll, die BIW-App (Bürger Informations- und Warnsystem) zu nutzen.

Informationen mit Nachbarn und Passanten teilen

Wer entsprechende Informationen hat, wird gebeten, diese mit Nachbarn und Passanten auf der Straße zu teilen sowie älteren und Menschen mit Behinderung zu helfen. Telefonate in den Mobilfunknetzen sollten laut Landratsamt kurzgehalten werden, da die Hilfskräfte auf freie Leitungen angewiesen sind. Auch Wege zu einem möglichen Schadensgebiet müssen demnach freigehalten werden.

Tief "Nick" bringt Regenmassen nach Sachsen

Verantwortlich für die enormen Regenmengen ist das Tiefdruckgebiet "Nick", das über Polen liegt und feuchte Luft nach Sachsen bringt. Wie das Landeshochwasserzentrum des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie informierte, steigt die Hochwassergefahr in Sachsens Flussgebieten bereits ab Freitag. Am Wochenende kann es den Angaben zufolge immer wieder zu gewittrigen, stärkeren Regengüssen kommen. Das erhöhe die Gefahr von Hochwasser inbesondere an kleinen Flüssen, die schnell auf intensiven Regen reagierten. Teilweise betrage die Zeitspanne zwischen dem auslösenden Starkregen und dem Anstieg der Wasserstände weniger als eine Stunde. "Experten sprechen dann von einer Sturzflut", hieß es.

Exakte Vorhersagen für kleine Flüsse schwierig

Wie viel Regen an welcher Stelle niedergehe, lasse sich aber nicht exakt vorhersagen. Daher könne man für kleinere Flüsse und Bäche oft erst präzise Hochwasserwarnungen abgeben, wenn es bereits regne, so das Landeshochwasserzentrum. Anders als lokale Warnungen seien aber Abschätzungen der Hochwassergefahr für eine Region möglich - sogenannte Hochwasserfrühwarnungen. Diese hätten eine Vorlaufzeit von 24 Stunden. Auch an größeren Flüssen kann laut Prognose ein "moderates Hochwasser" nicht ausgeschlossen werden.

Quelle: MDR/sth/jc/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 27. August 2021 | 16:30 Uhr

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