SpeedDown Erster Test für die Seifenkisten-EM in Freital

Hund 'Mischka' verfolgt auf dem Schoߟ seines Herrchens den Testlauf für die SpeedDown-Europameisterschaften im Seifenkistenrennen.
Beim ersten Testlauf haben 20 Fahrer die zukünftige EM-Piste im Freitaler Ortsteil Somsdorf unter die Räder genommen. Bildrechte: dpa

Am Sonntag ist die Rennstrecke im Freitaler Ortsteil Somsdorf für die 39. SpeedDown-Europameisterschaft im Juli einem ersten Test unterzogen worden. Auf der dafür gesperrten Straße gingen 20 Testfahrer an den Start. Anders als in Monaco, wo man bereits Erfahrungen mit einem Stadtkurs für die Rennboliden hat, müssen die auf der neuen Strecke in Somsdorf erst noch gesammelt werden.

Daher war ein Testlauf am Sonntag nötig und auch im Reglement für die "39. European Championship" vorgeschrieben. Allerdings dürfen die zukünftigen EM-Teilnehmer die Strecke vor dem Rennen nicht testen. Deshalb waren Fahrer des ebenfalls im Rahmen der EM stattfindenden Volksrennens "100 Jahre Freital" am Start. Getestet wurden Messgeräte, Funktelefone und die Absprachen der Helfer untereinander. "Das hat noch nicht zu 100 Prozent funktioniert, aber dafür sind ja solche Probeläufe da", erklärt Initiator Thomas Käfer. Auch bei der Zeitnahme habe es kleine Probleme gegeben, weil die Strecke nicht so abgesperrt werden konnte wie bei einem Rennen. "Da haben Passanten unbeabsichtigt für sehr illusorische Zeiten gesorgt", lacht er, "weil sie versehentlich die Zeitnahme ausgelöst haben". Trotzdem sei der Probelauf gut über die Strecke gegangen. "Die SpeedDown-Rennwagen haben mit herkömmlichen Seifenkisten nichts mehr zu tun. Sie haben ein Formel-1-Fahrwerk und können bis zu 120 km/h schnell werden. Da muss schon aus Sicherheitsgründen alles passen", sagt Käfer. Der Somsdorfer Kurs ist zwei Kilometer lang und führt logischerweise nur bergab. Etwa 120 Höhenmeter liegen zwischen Start und Ziel.

Teilnehmer fahren beim Testlauf für die SpeedDown-Europameisterschaft mit ihrer Seifenkiste eine Straße hinunter.
Auch diese tollkühnen Männer in ihrer rasenden Kiste testeten den EM-Kurts in Freital. Bildrechte: dpa

Was sind eigentlich Seifenkisten? Seifenkisten haben ihren Namen von Kisten, in denen früher Seife transportiert wurde. Vor fast 100 Jahren bauten sich Kinder in den USA kleine Mini-Autos aus diesen Kisten. Auch in Deutschland wurden solche Fahrzeuge aus Holz gebaut. Dazu wurden zum Beispiel Kinderwagenreifen verbaut. Das Wort Seifenkiste wurde in Deutschland später aus den USA übernommen. Seifenkisten-Rennen gibt es bis heute. Es werden nationale und internationale Meisterschaften ausgefahren.

Veranstalter plant "Festumzug der Nationen"

Veranstalter der Europameisterschaft ist das Team vom Kleinnaundorfer Heimatverein "G-Haus" e.V. Die Organisatoren haben in den vergangenen Jahren bereits die Deutschen Meisterschaften und die Internationalen Sachsen-Meisterschaft gestemmt. Eine Europameisterschaft in Freital ist aber eine größere Herausforderung, sagt Käfer. "Eigentlich heißt das wohl schon länger 'SpeedDown', aber das ist mir erst bewusst geworden, als wir unsere 'Seifenkistenrennen-Ausrichter-Bewerbung' bei einer Konferenz in Frankreich vorgestellt haben."


Den Zuschlag für die Ausrichtung der EM habe man trotzdem erhalten und nun gebe es bereits konkrete Pläne für das Rahmenprogramm. "Die Eröffnung der EM findet im Freizeitzentrum Hains in Freital statt. Die Teilnehmer ziehen vom Fahrerlager aus zu Fuß dorthin. Das wird ein Festumzug der Nationen". Am Probelauf konnte er selbst nicht teilnehmen. Als EM-Starter gelten für ihn die gleichen Regeln wie für die anderen Teilnehmer - er darf die Strecke nicht vorher testen.

Thomas Käfer, Organisator der 39. Europameisterschaften im Speeddown fährt bei einem Pressetermin mit seiner Seifenkiste im Ferrari-Design einen Berg hinab.
Mit diesem Ferrari will Organisator Thomas Käfer bei seinem Heimrennen um den EM-Titel kämpfen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Freitals Oberbürgermeister möglicher Lokalmatador?

Möglicherweise wird auch Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg in einer Seifenkiste am Volksrennen im Juli teilnehmen. "Ich kann mir das schon vorstellen, als Pilot eines Rennwagens mitzumachen, schließlich habe ich mal Autoschlosser gelernt und weiß mit einem solchen Teil umzugehen." Er freue sich jedenfalls bereits jetzt darauf, bei der Veranstaltung dabei zu sein. "Schließlich feiern wir in diesem Jahr unser 100-jähriges Stadtjubiläum. Die Europameisterschaft wird dabei definitiv ein Highlight werden", so Rumberg.

Bedingt durch die Corona-Pandemie sei zwar bisher erst ein Drittel der Kosten von etwa 200.000 Euro für die Ausrichtung der EM gesichert, man habe aber schon starke Partner aus der regionalen Wirtschaft gewonnen. Beim Probelauf sei er mit der Einhaltung der Hygieneregeln und dem Abstand der Besucher sehr zufrieden gewesen. "Auch für die EM gibt es ein Hygienekonzept und die Möglichkeit, die Besucherzahl zu begrenzen, falls das im Juli notwendig ist", ergänzt Käfer.

Uwe Rumberg (CDU), Oberbürgermeister von Freital
Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg will möglicherweise selbst beim Seifenkistenrennen an den Start gehen. Bildrechte: dpa

Helfer gesucht

Da die Organisation der EM die Möglichkeiten des Vereins sprengt, versucht Käfer, alle Freitaler Vereine und Bürger mit ins Boot zu holen. Allein 100 Helfer werden als Streckenposten benötigt. Thomas Käfer kann sich jetzt schon auf die Hilfe des Somsdorfer Heimatvereins "Eibe e.V." verlassen. "Das ist nicht selbstverständlich", sagt er. Aber weitere helfende Hände werden noch gebraucht und können sich mit dem Verein in Verbindung setzen.

Thomas Käfer, Organisator der 39. Europameisterschaften im Speeddown, schiebt bei einem Pressetermin seine Seifenkiste im Ferrari-Design eine Straߟe hinauf.
Für die Durchführung der EM suchen Thomas Käfer und sein Verein noch Helfer. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachichten aus dem Studio Dresden | 16. April 2021 | 18:30 Uhr

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