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Flammen, die spontan aus dem Boden schießen, bereiten den Einsatzkräften in der Sächsischen Schweiz nach wie vor Kopfzerbrechen. Bildrechte: dpa

TickerWaldbrand in Tschechien und Sachsen: Lage in Waldbrandgebiet unverändert ernst

von MDR SACHSEN

Stand: 03. August 2022, 20:27 Uhr

Der Wald an der deutsch-tschechischen Grenze brennt seit über einer Woche. Auch am Mittwoch kämpfen zahlreiche Einsatzkräfte in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz gegen Flammen und Glutnester. Alles Wichtige erfahren Sie in unserem News-Ticker.

18:58 Uhr | 80 Prozent der Wirte in Sächsischer Schweiz mit Umsatzeinbußen

Die Gastwirte in der Sächsischen Schweiz klagen über Stornierungen von Urlaubern aufgrund des Großbrandes. Nach einer Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbandes melden für August 80 Prozent der Gastwirte Umsatzeinbußen, für September 40 Prozent. Demnach würden Urlauber stornieren, obwohl vom Brand nur ein kleiner Teil der Sächsischen Schweiz betroffen sei. Gegenwärtig gilt für alle Wälder im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ein Betretungsverbot.

16:43 Uhr | "Exakt – Die Story" über Waldbrand im Nationalpark

Tagelang brennt es in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz. Allein auf sächsischer Seite kämpfen Hunderte Feuerwehrleute an mehreren schwer zugänglichen Brandherden gegen die Flammen. Unter dem Titel "Feuer im Elbsandsteingebirge" widmet sich heute Abend um 20:45 Uhr im MDR FERNSEHEN und in der Mediathek "Exakt – Die Story" dem Waldbrand im Nationalpark.

Die Reportage geht dabei den Fragen nach, welche Folgen die verheerenden Brände für die Nationalparks Sächsische und Böhmische Schweiz haben und welche Konsequenzen für die künftige Brandvermeidung und -bekämpfung gezogen werden müssen.

15:45 Uhr | 1.000 Kinder gestalten Müsli-Riegel für Wald-Retter

1.000 Krippen-, Kita- und Hortkinder aus Einrichtungen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Neustadt/Sachsen haben 1.000 Müsliriegel mit einem Gruß an die Feuerwehrleute versehen. Wie der ASB mitteilte, schrieben die Hort- und Kindergartenkinder kleine Botschaften auf die Riegel, während die Krippenkinder ihren Fingerabdruck draufsetzten.

Das Thema Waldbrand bewegt die Kinder in unseren Einrichtungen sehr. Sie möchten einen Beitrag zur Motivation unserer Helferinnen und Helfer an der Feuerfront leisten.

Alexander Penther | Geschäftsführer des ASB-Neustadt

Diese Musli-Riegel haben die Kinder der ASB-Kita Moosmutzelreich für die Feuerwehrleute gestaltet. Bildrechte: ASB-Neustadt

14:42 Uhr | Feuerwehrleute aus dem Vogtland helfen in Sächsischer Schweiz

Der Vogtlandkreis schickt Löschfahrzeuge zur Unterstützung in die Sächsische Schweiz. Feuerwehrleute von vier vogtländischen Wehren sollen noch bis zum Wochenende die bereits vor Ort tätigen Kameraden unterstützen. Der Chef der Freiwilligen Feuerwehr Rodewisch im Vogtland, Christian Wetzig, sagte MDR SACHSEN:

Die Gefährlichkeit beim Waldbrand ist, dass er unberechenbar im Boden weitergeht. Weil das Gelände relativ unwegsam ist, können wir über Nacht keine Einsatzkräfte da lassen. Deshalb hat das Feuer Gelegenheit, sich weiter vorzuarbeiten. Und dann gehts früh halt wieder von vorn los.

Christian Wetzig | Feuerwehr Rodewisch

14:18 Uhr | Lage in Waldbrandgebiet in Sächsischer Schweiz unverändert ernst

In der Waldbrandregion der Sächsischen Schweiz ist die Lage unverändert. Der Sprecher des Landratsamtes, Thomas Kunz, sagte, die Feuerwehr bekämpfe weiterhin Feuer am Boden und ziehe Gräben.

Thomas Kunz (re.) vom Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sieht beim Waldbrand im Nationalpark noch keine Zeichen der Entspannung. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Feuer ist in einem kontrollierbaren Bereich, aber es gibt noch keinen Grund zur Entspannung.

Thomas Kunz | Sprecher des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Es schössen immer wieder spontan Feuer aus dem Boden, beschreibt Kunz die aktuelle Herausforderung.

14:02 Uhr | Waldbrandbekämpfung in Tschechien kostet Millionen

Der Kampf gegen den Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz kostet Millionen. Das sagte am Mittwoch der Generaldirektor der tschechischen Feuerwehr, Vladimir Vlcek. Er rechne mit Aufwendungen allein für die Einsatzkräfte von täglich rund 15 bis 20 Millionen Kronen, so Vlcek. Umgerechnet sind das 600.000 bis 800.000 Euro. Darin seien noch nicht die Kosten für die Logistik eingerechnet, hieß es.

13:03 Uhr | Evakuierte Orte in Tschechien noch gesperrt

Die Dörfer Mezná, Mezní Louka und Teile von Hřensko bleiben weiterhin für die Bewohner gesperrt. Das Tschechische Fernsehen "Česká televize" berichtet unter Berufung auf Einsatzkräfte, dass zwar keine Feuergefahr mehr bestehe. Allerdings seien Rettungskräfte mit schwerer Technik dort unterwegs. Das sei für die rund 280 in Sicherheit gebrachten Menschen noch zu gefährlich. Das einzige Dorf, in das die Menschen bisher zurückkehren konnten, ist Vysoká Lípa, so der Sender.

Der Bürgermeister von Hřensko, Zdeněk Pánek, sagte laut "Česká televize", dass die Bewohner jeden Tag fragten, wann sie zurück können. Der Kommunalpolitiker beruhigt nach eigenen Angaben seine Bürger. Ihre Häuser und Grunstücke würden bewacht. Zugleich äußerte er Verständnis für Menschen, die meist nur mit wenig persönlichen Dingen ihre Wohnungen verlassen mussten.

12:39 Uhr | Weite Wege für Feuerwehrleute zum Einsatz

Die Löscharbeiten in der Sächsischen Schweiz gestalten sich weiterhin schwierig. Die Feuerwehrleute von Neustadt in Sachsen berichten auf Facebook von einem Einsatztag. 40 Minuten Fußmarsch samt Ausrüstung durch unwegsames Gelände sind demnach erst der Anfang. "Die letzten 200 Meter mussten wir uns erst einmal mit der Kettensäge 'freischneiden'. Umgestürzte Bäume, bei denen die Wurzeln weggebrannt waren versperrten den Weg." Beim Löschen von Glutnestern waren die Feuerwehrleute teilweise angeseilt.

11:21 Uhr | Weiteres Löschflugzeug in Tschechien erwartet

Nachdem am Morgen zunächst Drohnen das Waldbrand-Gebiet in der Böhmischen Schweiz überflogen hatten, sind nun wieder fünf Hubschrauber und zwei Löschflugzeuge aus Schweden im Einsatz. Wie das Tschechische Fernsehen "Česká televize" weiter berichtet, sollen Antonov-Flugzeuge am Nachmittag hinzukommen. Dazu stünden den Feuerwehrleuten 200 Tankwagen zur Verfügung, fast achtzig Kilometer Schläuche verlaufen durch teilweise unwegsames Gelände.

10:46 Uhr | Spezialisten warten tschechische Feuerwehrfahrzeuge vor Ort

Zur Wartung und Reparatur von beschädigten oder havarierten Feuerwehrfahrzeuge haben die Tatra-Werke jetzt Spezialisten in das Waldbrand-Gebiet der Böhmischen Schweiz geschickt. Tschechische Medien berichten, dass die Fachleute die Technik vor Ort warten und instandsetzen.

Tschechische Feuerwehrfahrzeuge werden von Spezialisten des Herstellers direkt am Einsatzort gewartet. Bildrechte: imago/Klaus Martin Höfer

10:34 Uhr | Zwei Prozent des Nationalparks Sächsische Schweiz verbrannt

Die Löscharbeiten in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz dauern an. Nach Angaben der Feuerwehren kämpfen in Sachsen weiter rund 550 Feuerwehrleute gegen tiefliegende Glutnester. In Tschechien seien 1.100 Kräfte im Einsatz. Derzeit würden immer wieder offene Feuer auflodern, teilte ein Sprecher des Landkreises Sächsische Schweiz Osterzgebirge mit.

Der Chef der Nationalparkverwaltung, Ulf Zimmermann, sagte MDR SACHSEN, die Löscharbeiten seien schwierig, die Lage bleibe angespannt. "Wir hoffen, dass sich die betroffenen Flächen nicht weiter ausdehnen." Momentan seien zwei Prozent des Nationalparks Sächsische Schweiz verbrannt. "Wir arbeiten daran, dass es nicht mehr wird", so Zimmermann.

10:11 Uhr | Brandgebiet auf tschechischer Seite weiter verkleinert

Das Brand-Gebiet in der Böhmischen Schweiz ist nach Angaben lokaler Behörden am gestrigen Abend um weitere 100 Hektar auf nunmehr rund 500 Hektar verkleinert worden. Anfang der Woche waren noch mehr als 1.000 Hektar betroffen. Unterdessen werden heute die Einsatzkräfte weiter umverlegt. Sie sind nun schwerpunktmäßig um das Prebischtor mit dem Löschen beschäftigt.

06:57 Uhr | Tschechischer Politiker fordert Wasserreservoirs

Aleš Kendík, stellvertretender Minister für Wasserwirtschaft im Landwirtschaftsministerium in der Tschechischen Republik, hat vor dem Hintergrund des Klimawandels die Schaffung weiterer Wasserreservoirs angemahnt. Das berichtet der Fernsehsender  "Česká televize" auf seiner Internetseite. Laut Kendík spielen dabei regionale Wasserwerke eine wichtige Rolle. Sie müssten Wasserreservoirs für lokale Brände einrichten. Der Politiker verwies darauf, dass das Binnenland vor allem Regenwasser auffangen müsse.

05:47 Uhr | Experten mit internationaler Erfahrung unterstützen

Katastrophenschützer der Organisation "@fire" unterstützen seit Tagen die Feuerwehrleute in der Sächsischen Schweiz. Die Helfer bringen viel internationale Erfahrung mit. Mit Hubschraubern werden sie in unwegsames Gelände gebracht. Viele von ihnen opfern ihren Urlaub für den Hilfseinsatz.

05:17 Uhr | Nationalparkchef plädiert für Wasserzisternen

Die Lage im Waldbrand-Gebiet der Sächsischen Schweiz ist weiterhin angespannt. Das betonte Ulf Zimmermann, der Leiter der Nationalparkverwaltung, gegenüber MDR SACHSEN. Das Ende der Löscharbeiten sei nicht absehbar. Zimmermann hat als Begründung auf das heiße und trockene Wetter sowie den Wind verwiesen. Für die Zukunft sei es laut Zimmermann wichtig, künstliche Löschwasser-Zisternen in der Sächsischen Schweiz anzulegen. Ein entsprechendes Projekt werde vom Freistaat mit rund 520.000 Euro unterstützt.

05:07 Uhr | Barrieren und Schaumteppiche gegen "kriechende" Feuer

Zwischen Winterberg und Zschand sollen Barrieren im Boden und Schaumteppiche vom Hubschrauber aus ausgebreitet werden, um die unter der Oberfläche "kriechenden" Feuer in den Griff zu bekommen. Laut Thomas Kunz, Sprecher des Landratsamtes Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, machen diese Glutnester unter der Erde den Einsatzkräften am meisten zu schaffen.

05:00 Uhr | Kurzarbeitergeld für Hotelgewerbe geplant

Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) will rasch Hilfe für das vom Feuer betroffene Hotelgewerbe organisieren. "Wir müssen innerhalb der Regierung zusätzliche schnelle Hilfe besprechen." Statt Krediten brauchten Betroffene schnelle Liquidität", sagte Klepsch am Dienstagabend nach einem Treffen mit Vertretern der Industrie- und Handelskammer Dresden und des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in Bad Schandau. Wichtig sei ein erleichterter Zugang zum Kurzarbeitergeld und dessen Aufstockung wie in der Corona-Pandemie.

Rückblick auf die Brandlage in dieser Woche:

MDR (lam)/dpa/AFP

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Nachrichten | 03. August 2022 | 06:00 Uhr