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Am Sonntag waren erneut Löschhubschrauber, wie dieser von der Bundeswehr, in der Luft, um den Waldbrand in der Sächsischen Schweiz zu löschen. Bildrechte: dpa

TickerWaldbrände in Sachsen: 800 Einsatzkräfte halten Feuer in Sächsischer Schweiz unter Kontrolle

von MDR SACHSEN

Stand: 07. August 2022, 18:26 Uhr

Seit zwei Wochen beschäftigen Waldbrände und Glutnester in der Sächsischen Schweiz und auf böhmischer Seite die Feuerwehren. Viele hundert Einsatzkräfte konnten die Feuer auf eine kontrollierbare Fläche eingegrenzen. Ein Wetterumschwung würde helfen. Aber das Wetter ist nicht auf Seiten der Nationalparks. Alles Wichtige erfahren Sie in unserem News-Ticker.

18:22 Uhr | Tickerende

An dieser Stelle schließen wir unseren Waldbrand-Ticker. Obwohl die Lage in der Sächsischen Schweiz nach wie vor nicht einfach ist, scheint die Waldbrandsituation dennoch unter Kontrolle zu sein. MDR SACHSEN wird Sie daher ab Montag nicht mehr in Ticker-Form, sondern in Gestalt eines Artikels über den aktuellen Stand informieren. Dieser wird entsprechend der Ereignisse über den Tag hinweg aktualisiert. Bis dahin wünschen wir Ihnen einen schönen Abend und eine gute Nacht.

18:17 Uhr | 800 Einsatzkräfte halten Feuer in Sächsischer Schweiz unter Kontrolle

Auch am Sonntag hatten die Rettungskräfte in der Sächsischen Schweiz alle Hände voll zu tun. Laut Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge waren insgesamt 800 Personen bei den Löscharbeiten im Einsatz. Den Angaben zufolge waren sie wegen der anhaltenden Trockenheit gefordert, auflodernde Brände aus den Glutnestern im Boden abzulöschen. Die offenen Flammen hätten sich dabei auf den kontrollierten, 150 Hektar großen Bereich beschränkt. Neue Flächen seien nicht betroffen gewesen, hieß es. Im Bereich der Müllerwiesen wurden laut Landratsamt Kreisregner aufgestellt, um die betroffenen Abschnitte flächig zu bewässern.

15:48 Uhr | Bergwacht Bayern unterstützt Feuerwehr in Sächsischer Schweiz

Die Bergwacht Bayern hilft der Feuerwehr in der Sächsischen Schweiz beim Kampf gegen die Flammen. "Das sächsische Innenministerium hat uns angefordert, weil wir eine spezielle Anlage zur Vegetationsbrandbekämpfung haben", erklärt Jörg Häusler, der zusammen mit sechs weiteren Kameraden angereist ist. Er verweist darauf, dass er und seine Mitstreiter nicht selbst löschen, sondern den Einsatz der Feuerwehrleute absichern.

Wir verfügen über besonders hitzebeständige Seile und ermöglichen es beispielsweise, dass die Feuerwehr auch in unwegsamem Gelände Glutnester löschen kann.

Jörg Häusler | Bergwacht Bayern

Nach aktuellem Stand werden die Kameraden der bayrischen Bergwacht bis Freitag vor Ort bleiben.

Mit speziellen hitzebeständigen Seilen sichern die Kameraden der Bergwacht Bayern die Arbeit der Feuerwehr in dem unwegsamen Gelände in der Sächsischen Schweiz ab. Bildrechte: Jörg Häusler/Bergwacht Bayern

14:05 Uhr | Löscheinsatz in Sächsischer Schweiz um eine Woche verlängert

Im Brandgebiet des Nationalparks Sächsische Schweiz hat sich die Situation wieder verschärft. Das hat die zweite Beigeordnete des Landkreises, Kati Kade, MDR SACHSEN mitgeteilt. Demnach wurde der Löscheinsatz um eine Woche verlängert. Grund sei der ausgebliebene Regen. Auf einer Fläche von 150 Hektar flammten immer wieder tiefliegende Glutnester auf.

12:54 Uhr | Italienische Flugzeuge helfen in Böhmischer Schweiz

Als wichtige Unterstützung sind im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz wieder zwei große Löschflugzeuge des Typs Canadair CL-415 aus Italien eingetroffen. Das teilte ein Sprecher des Nationalparks mit. Die Flugzeuge können den Angaben zufolge jeweils mehr als 6.000 Liter Wasser aufnehmen. Die Hilfe erfolgt im Rahmen des "rescEU" genannten Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union. Die Flugzeuge hatten vorübergehend nach Italien zurückkehren müssen, nachdem sich dort die Waldbrandlage zugespitzt hatte.

11:53 Uhr | Kann es auch bei uns zu Zombie-Waldbränden kommen?

Seit Wochen lodern die Brände an der deutsch-tschechischen Grenze. Nur ein Brandgebiet von vielen in Deutschland. Nun werden die Sorgen vor Folgeschäden wie Bodenerosion größer. Und die Frage: Können die Brände im Boden überdauern, ähnlich wie bei den Zombie-Waldbränden in Nordamerika? Der Waldbrandexperte Michael Müller von der TU Dresden erklärt die Lage.

10:57 Uhr | Lage in Sächsischer Schweiz stabil, aber ernst

Die Waldbrände in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz beschäftigen die Region bereits seit zwei Wochen. Vor allem die Glutnester sorgen weiterhin für Gefahr. Die Löscharbeiten gehen unvermindert weiter. Der Regen in der Nacht zu Sonnabend stabilisierte die Lage, hatte aber ansonsten keinen großen Effekt.

10:13 Uhr | Waldbrandbekämpfung in Tschechien muss fortgesetzt werden

Auch nach 14 Tagen Einsatz ist der Waldbrand im tschechischen Nationalpark Bömische Schweiz an der Grenze zu Sachsen noch nicht vollständig gelöscht. Wie ein Sprecher mitteilte, sind nach wie vor 1.000 Feuerwehrleute vor Ort. Schwierigkeiten bereitet den Einsatzkräften demnach der Wind, der immer wieder versteckte Glutnester entfacht. Insgesamt seien bisher rund 100 Einsatzkräfte verletzt worden - die meisten davon nur leicht. Das Einsatzgebiet der Feuerwehr umfasst noch rund 400 Hektar. Alles in allem sind auf tschechischer Seite mehr als 1.000 Hektar Wald verbrannt.

Als problematisch erweist sich beim Kampf gegen die Flammen das schwer zugängliche Gebiet rund um das Prebischtor. Bildrechte: dpa

Ende der Berichterstattung am Sonnabend

20:30 Uhr | Waldbetretungsverbot in Sächsischer Schweiz teilweise aufgehoben

Das Waldbetretungs-Verbot im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wird weitgehend aufgehoben. Wie das Landratsamt in Pirna am Abend mitteilte, tritt die Änderung am morgigen Sonntag in Kraft. Nur im Waldbrandgebiet Hintere Sächsische Schweiz bleibe das Verbot bestehen. Die Behörde begründete die Lockerung damit, dass trotz sehr geringer Niederschläge die allgemeine Waldbrandgefahr deutlich zurückgegangen ist. Nach neuesten Abgaben des Staatsbetriebs Sachsenforst besteht fast überall nur noch eine geringe bis sehr geringe Gefährdung. Lediglich in den nördlichen Gebieten der Landkreise Nordsachsen und Bautzen gilt noch die mittlere Gefahrenstufe.

17:51 Uhr | Waldbrandgefahr in Sachsen nimmt nur kurzzeitig ab

Die Gefahr von Waldbränden hat am Sonnabend in Sachsen abgenommen. In den meisten Regionen gab es eine geringe bis sehr geringe Gefährdung, wie aus der Übersicht des Staatsbetriebs Sachsenforst hervorgeht. Lediglich in den nördlichen Gebieten der Landkreise Nordsachsen und Bautzen gab es eine mittlere Gefahr. Laut Prognose wird landesweit die Waldbrandgefährdung in der kommenden Woche aber wieder ansteigen. Die Temperaturen sollen nach Angaben des Deutschen Wetterdienst bis Mitte der Woche wieder die 30-Grad-Marke erreichen.

16:36 Uhr | Sachsenforst will über Konsequenzen aus Brand beraten

Der Staatsbetrieb Sachsenforst will sich nach Abschluss der Löscharbeiten in der Sächsischen Schweiz mit der Nationalparkverwaltung und Vertretern der Feuerwehr an einen Tisch setzen, um über Konsquenzen aus dem Brand zu beraten. Das teilte eine Sprecherin von Sachsenforst auf Anfrage von MDR SACHSEN mit. "Dabei werden auch die Erfahrungen im Nationalpark Böhmische Schweiz einbezogen", sagte die Sprecherin.

Beim Thema Totholz verwies sie darauf, dass es nicht die Ursache für die derzeitigen Waldbrände ist - sowohl im Nationalpark, als auch außerhalb. Allerdings stelle stehendes Totholz bei den Löscharbeiten ein Arbeitsschutzrisiko dar. "Hier sind Strategien zu entwickeln, wie eine effektive Brandbekämpfung in solchen Waldbeständen künftig erfolgen soll", sagte die Sprecherin.

15:14 Uhr | Bergsteiger helfen in Oybin, bis der Hubschrauber eintrifft

Weil erst sechs Stunden nach der Alarmierung ein Hubschrauber beim Waldbrand in Oybin eintraf, mussten die Einsatzkräfte auf die Hilfe von Bergsteigern setzen. Wie Kreisbrandmeister Björn Mierisch im Gespräch mit der DPA mitteilte, verlegten die Bergsteiger Pumpen und Schläuche im Brandgebiet, um eine Wasserversorgung aufzubauen. Nur so hätten die Feuerwehrleute das Feuer in Schach halten können, bevor der Hubschrauber vor Ort war. Mierisch findet es problematisch, dass Sachsen keinen eigenen Hubschrauber hat und andere Bundesländer bitten muss:

Es wurde in den vergangenen Jahren zu viel gespart, das fällt uns nun auf die Füße. Jetzt wird es teuer.

Björn Mierisch | Kreibrandmeister des Landkreises Görlitz

14:32 Uhr | Waldbrand stoppt Aufschwung in Sächsischer Schweiz

In der Sächsischen Schweiz hat der Waldbrand im Nationalpark den Aufschwung gestoppt. Eigentlich hatte der Tourismusverband für 2022 auf Übernachtungszahlen wie etwa 2018 gehofft, 7 Prozent unter dem Rekordjahr 2019. "Die Sächsische Schweiz war gut gebucht, wenn auch noch Unterkünfte in allen Preislagen erhältlich waren", sagte Mandy Krebs vom Tourismusverband. Doch die Waldbrände im Nationalpark und das Verbot, die Wälder zu betreten, hätten alles verändert.

14:04 Uhr | Feldbrand in Struppen

Auch außerhalb des Waldbrandgebietes in der Sächsischen Schweiz kämpfen Feuerwehrleute mit den Flammen. Wie die Rettungsleitstelle Dresden auf Anfrage von MDR SACHSEN bestätigte, hat es am Freitagnachmittag in der Südstraße in Struppen einen Feldbrand gegeben. Laut Reporterangaben wurde dabei ein Nebengebäude eines Gartenpächters zertört. Auch mehrere Bäumen fielen den Flammen zum Opfer. Insgesamt war eine Fläche von reichlich einem halben Hektar betroffen. Gegen 19 Uhr war der Brand laut Rettungsleitstelle gelöscht.

Der Feldbrand griff auch auf dieses nahegelegene Gartengrundstück über. Bildrechte: Daniel Förster

12:45 Uhr | Immer mehr Attacken gegen Feuerwehrleute

Leichtsinn, Dummheit und Respektlosigkeit erschwerten immer stärker die Arbeit der Feuerwehr, schrieb vergangene Woche Feuerwehrmann Jörg Färber in einem Gastbeitrag bei MDR AKTUELL. Der Text stieß auf großes Interesse. Doch was ist dran an den Vorwürfen?

12:20 Uhr | Einsatzleiter in Oybin beklagt Probleme bei Anforderung von Hubschrauber

Obwohl der Brand in Oybin gelöscht ist, weist Einsatzleiter Wolfgang Rücker im Gespräch mit MDR SACHSEN darauf hin, dass es auch anders hätte ausgehen können:

Wir haben über die Landespolizei und die Feuerwehrleitstelle versucht, einen Hubschrauber zu bekommen. Das war aber ein Kampf gegen Windmühlen.

Wolfgang Rücker | Leiter des Feuerwehreinsatzes in Oybin


Weiter fügt Rücker an: "Zunächst haben wir darum gebeten, dass von den zwölf Hubschraubern in der Sächsischen Schweiz zwei Hubschrauber für einige Stunden zu uns kommen. Da ließ sich aber nichts machen. Auch ein Bundeswehrhubschrauber durfte nicht hinüberfliegen, weil er nur einen Auftrag für die Sächsische Schweiz hatte." Schließlich habe man einen Huschrauber von der Polizei in Thüringen anfordern können, der aber erst 16:30 Uhr vor Ort war.

Die Feuerwehr war am Freitag schnell bei dem Waldbrand am Ameisenberg in Oybin vor Ort. Dennoch dauerte es viele Stunden, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Bildrechte: xcitepress

"Das Feuer ist circa 10:30 Uhr über den Bahndamm Richtung Ameisenberg gesprungen, wenn der Wind nicht gegen Mittag gedreht hätte, wäre es bis zum Gipfel vorgedrungen und wir hätten eine Woche löschen müssen", gibt der Einsatzleiter zu bedenken. Gegenärtig müssten noch, ähnlich wie in der Sächsischen Schweiz, Glutnester tief im Boden kontrolliert und abgelöscht werden, so Rücker.

11:45 Uhr | Tschechien will vier Millionen Euro in Wiederaufbau investieren

Die tschechische Regierung will vier Millionen Euro bereitstellen, um die durch den Waldbrand in der Böhmischen Schweiz beschädigten öffentlichen Einrichtungen sowie die touristische Infrastruktur wiederaufzubauen. Das sagte der tschechische Minister für Regionalentwicklung, Ivan Bartoš, dem Fernsehsender Ceska Televize. Mit EU-Mitteln könnte außerdem die Anschaffung eines speziellen Löschflugzeugs kofinanziert werden, teilte der Minister mit.

11:13 Uhr | Sächsische Schweiz: Feuer wandert im Boden weiter

Trotz des nächtlichen Regens bleibt die Waldbrand-Lage in der Sächsischen Schweiz auch am Sonnabend ernst. Das teilte das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit. Den Angaben zufolge stellen vor allem die Glutnester tief im Boden eine Herausforderung für die 600 Feuerwehrleute dar.

Das Feuer wandert in einer Tiefe von bis zu einem halben Meter weiter.

Yamina Benamara | Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Der Boden müsse in mühsamer und kräftezehrender Arbeit aufgerissen und dann stark gewässert werden. Schwere Geräte oder Fahrzeuge könnten in dem felsigen und steilen Gelände nicht eingesetzt werden, sagte Yamina Benamara vom Landratsamt in Pirna. Das Einsatzgebiet erstrecke sich nach wie vor auf eine Fläche von etwa 150 Hektar - dies entspreche der Größe von rund 210 Fußballfeldern, hieß es.

10:39 Uhr | Innenminister: 30 Millionen Euro zusätzlich für Brandschutz

Um Sachsens Wälder besser vor Waldbränden zu schützen, will Innenminister Armin Schuster rund 30 Millionen Euro zusätzlich investieren. Das sagte der CDU-Politiker der "Sächsischen Zeitung".

Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Damit meine ich beispielsweise die Anschaffung von drei zusätzlichen Katastrophenschutzlöschzügen für Waldbrände, dann hätten wir insgesamt sechs - aber auch weitere Spezialfahrzeuge und Sonderausstattung.

Armin Schuster | sächsischer Innenminister

Schuster will unter anderem Großtanklöschfahrzeuge, die bis zu 10.000 Liter Wasser fassen können, sowie sehr kleine, geländegängige Löschfahrzeuge, die auch in topographisch schwierige Gebiete hineinfahren können.

09:25 Uhr | Tschechien denkt über künftigen Brandschutz im Nationalpark nach

In Tschechien wird derzeit geprüft, wie der Brandschutz in Zukunft in den Zonen organisiert werden soll, in denen die Natur sich selbst überlassen ist. Das meldet Ceska Televize. Demnach fehlt es in dem derzeit evakuierten Dorf Mezná an einer gesicherten Löschversorgung für Situationen wie die aktuelle, hieß es.

08:45 Uhr | Mensch für zwei Drittel aller Waldbrände verantwortlich

Laut Waldbrandstatistik werden nur vier Prozent aller Waldbrände in Sachsen durch natürliche Dinge wie Blitzschlag verursacht. Der Mensch ist hingegen für zwei Drittel der Waldbrände verantwortlich. Da jedoch nicht ständig jemand im Wald patroullieren kann, ist jeder Bürger und jede Bürgerin gefragt, achtsam zu sein. Wer sich nicht darin hält, riskiert in Sachsen Bußgelder bis zu 10.000 Euro

08:00 Uhr | Waldbrand in Sächsicher Schweiz unverändert

In der Hinteren Sächsischen Schweiz haben am Freitag rund 600 Feuerwehrleute gegen den Waldbrand gekämpft. Die Lage hat sich laut dem Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nicht wesentlich verbessert, allerdings auch nicht verschlechtert. Das betroffene Gebiet ist konstant 150 Hektar groß.

Rückblick auf die Brandlage der letzten beiden Wochen:

MDR (lam)/dpa/AFP

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Nachrichten | 06. August 2022 | 07:00 Uhr