Waldbrände Ticker vom 27. Juli 2022: Feuer in Böhmischer Schweiz noch nicht unter Kontrolle

Seit Sonntag brennt es in der Böhmischen Schweiz in Tschechien und seit Montag auch im Nationalpark Sächsische Schweiz. An der Landesgrenze zu Brandenburg wütet ein Großfeuer, das sich auch auf Sachsen ausgeweitet hat. Wir halten Sie mit unserem News-Ticker über alle Entwicklungen auf dem Laufenden!

 Eine steile Felswand auf der Bäume stehen und brennen
Rund 150 Feuerwehrleute werden auch die Nacht in der Sächsischen Schweiz verbringen und weiter gegen die Flammen kämpfen. Bildrechte: Daniel Förster

Tickerende

Damit endet der Ticker vom Mittwoch. Neue Meldungen zur Lage bekommen Sie im Donnerstagsticker.

02:45 Uhr | Özdemir sichert von Waldbränden betroffenen Bundesländern Hilfe zu

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hat den von Waldbränden betroffenen Bundesländern Unterstützung im Kampf gegen die Flammen zugesagt. "Wo ich die Länder bei der Bekämpfung unterstützen kann, werde ich das tun", sagte Özdemir der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Entscheidend sei jetzt die schnelle Bekämpfung des Feuers. "Die Einsatzkräfte leisten hier schon Großartiges", sagte Özdemir.

Darüber hinaus kündigte der Minister an, im Kampf gegen die steigende Zahl der Waldbrände den Umbau des Waldes vorantreiben zu wollen. "Waldumbau ist das Zauberwort, damit machen wir die Wälder widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Hitze", sagte Özdemir. "Wir müssen weg von Monokulturen aus Fichten oder Kiefern, hin zu Mischwäldern." Sein Ministerium unterstütze die Forstbetriebe mit 900 Millionen Euro dabei, fügte der Grünen-Politiker hinzu. "Für jeden Euro, den wir in den Wald investieren, bekommen wir ganz viel zurück. Für Klima, Biodiversität und für Holz als wichtigen nachwachsenden Rohstoff, der viele Familien ernährt."

23:47 Uhr | Feuer bei Falkenberg wieder aufgeflammt

Nach Angaben eines Landkreis-Sprechers stehen die Flammen auf sächsischer Seite etwa 250 Meter von der Bundesstraße B183 im brandenburgischen Falkenberg entfernt. Rund 320 Männer und Frauen seien zur Brandbekämpfung im Einsatz. Ein gemeldeter Bombenfund habe sich als Irrtum entpuppt. Deshalb könnte man nun weiter gegen die Flammen kämpfen.

Für den Donnerstagmorgen seien zusätzlich Bundeswehrhubschrauber angefordert worden, sagte der Sprecher. Gegen 8.00 Uhr sollen sie mit den Löscharbeiten aus der Luft beginnen. Hierfür werde erneut Wasser aus dem Kiebitz genommen. Daher werde das Baden dort im Naherholungsgebiet bis auf weiteres untersagt.

22:31 Uhr | Großbrand in Böhmischer Schweiz noch nicht unter Kontrolle

Die Feuerwehr hat den Brand in der Böhmischen Schweiz noch immer nicht unter Kontrolle. Die Brände in Vysoké Lípa und Malá Pravčická brána seien jedoch gelöscht, sagte ein Feuerwehrsprecher dem tschechischen Fernsehen ČT24 am Abend.

21:56 Uhr | Darum ist das Löschen im Elbsandsteingebirge so schwierig

Das Löschen in den unzugänglichen Gebieten der Kernzone des Nationalparks Sächsische Schweiz ist besonders schwierig, weil es in den Felsspalten brennt, sagte der Parksprecher Hanspeter Mayr MDR SACHSEN. In den Spalten liege trockenes Nadel- und Laubstreu teils meterhoch als trockene Humusdecke. "Die brennt in den Spalten drin. Da nützt ein Schwall Hubschrauberwasser nichts. Der läuft schnell ab und die Glutnester unten drunter flammen bei nächster Gelegenheit wieder auf."

Die noch nicht erfassten Schäden an Natur und Tierwelt lassen sich nach Mayrs Einschätzung schon jetzt nicht in Euro beziffern.

21:09 Uhr | 150 Feuerwehrleute nachts in Hinterer Sächsischer Schweiz

Etwa 150 Feuerwehrleute wollen in der Nacht eine Ausbreitung des Waldbrandes in der Hinteren Sächsischen Schweiz verhindern. Die Feuerwehren hatten im Tagesverlauf drei von fünf Brandherden auf sächsischer Seite des Nationalparks unter ihre Kontrolle gebracht. Die erreichten Stellungen sollen gehalten werden, teilte das Landratsamt Pirna mit. Der Katastrophenalarm für Bad Schandau bleibe bestehen. Wohnhäuser sind demnach nicht in Gefahr.

20:23 Uhr | Baumfällungen in Schluchten bei Mezna

Der tschechische Rundfunk berichtet, dass im Dorf Mezna, aus dem am Montag alle Einwohner in Sicherheit gebracht werden mussten, nun Bäume in den Schluchten gefällt werden. Die Feuerwehr wolle damit ein neuerliches Aufflammen verhindern.

Unterdessen hat die Verwaltung des Nationalparks Böhmische Schweiz beim tschechischen Umweltministerium ein Betretungsverbot für den gesamten Nationalpark beantragt. Das Verbot könnte spätestens am Donnerstag in Kraft treten. Heute hatte das Bezirksamt Ústí Berichte dementiert, wonach so ein Betretungsverbot schon gelte.

20:12 Uhr | Der Blick über die Brandschäden im Nationalpark

19:50 Uhr | Das Brandausmaß in Böhmen am Abend

"Drückt die Daumen, dass wir alles hinbekommen", schreibt die tschechische Feuerwehr zu einem Livestream, bei dem Kameras die Rauchsäulen und Brandstellen im Nationalpark Böhmische Schweiz zeigen.

19:36 Uhr | Keine offenen Flammen mehr bei Falkenberg

Der Waldbrand bei Falkenberg im Kreis Elbe-Elster ist unter Kontrolle. Der RBB zitierte den Kreisbrandmeister Steffen Ludewig am Abend damit, dass "es keine offenen Flammen mehr" gebe. Auswertungen der Luftbilder mit Wärmekamera hätten das ergeben. Evakuierungen seien kein Thema mehr. Inzwischen sind auch zwei Löschhubschrauber an ihren Bundeswehrstandort nach Holzdorf zurückgeflogen, teilte der Landkreis mit. Derzeit seien noch 360 Einsatzkräfte im Einsatz. Die Löscharbeiten konzentrierten sich weiterhin auf eine Fläche von rund 500 Hektar.

19:12 Uhr | Touristen reagieren flexibel auf Umstände

Viele Touristinnen und Touristen im Nationalpark Sächsische Schweiz haben erst bei Ankunft vom Waldbrand erfahren, erzählten sie MDR SACHSEN. Ein Ehepaar aus Biberach in Baden-Württemberg ist seit Sonntag da und wollte in den Bergen wandern und die Felsen anschauen: "Wir hatten sehr viel Glück, konnten gestern noch zur Bastei wandern", sagte Angelika. Wegen des Waldbetretungsverbots wollen sie nun elbabwärts fahren und sich Pirna anschauen. Der Erholungsfaktor sei leider etwas eingeschränkt worden.

Zwei Wanderfreundinnen aus Kiel hatten am Montag gehofft, dass das Feuer nicht in die Sächsische Schweiz kommt. Jetzt fahren die beiden weiter nach Prag und machen Stadturlaub.

Zwei junge Frauen mit Rucksack auf dem Rücken stehen auf einem Marktplatz. Es sind Wanderinnen aus Kiel, die in Bad Schandau Informationen suchen,w eil ein Waldbetretungsverbot besteht.
Die beiden Urlauberinnen wollen das Beste aus ihrer Fahrt machen und haben sich in Bad Schandau zur Weiterfahrt nach Prag entschieden. Bildrechte: Martin Dietrich

Es wäre gut gewesen, wenn Infos von den gebuchten Unterkünften per Mail gekommen wären. Die waren zum Teil gar nicht mehr erreichbar. Da dachten wir, wenn die nichts schreiben, wird es schon nicht so schlimm.

Annike und Lea Touristinnen aus Kiel

18:43 Uhr | Nationalpark: "Haben keine entspannte Lage"

Erste Erfolge im Nationalpark Sächsische Schweiz seien durch die fünf Löschhubschrauber erzielt worden, sagte der Sprecher des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Thomas Kunz. "Wir haben durch die Aufklärungsflüge gesehen, dass die Flammen eingedämmt wurden." Dennoch sei die Situation weiter ernst. "Wir haben keine entspannte Lage."

18:32 Uhr | Brandgrenzen in Böhmischer Schweiz halten

Die Feuerwehrleute halten noch immer die Brandgrenzen in der Böhmischen Schweiz auf einer Fläche von fünf mal zwei Kilometern. Evakuierte Dörfer seien vor dem Feuer geschützt, berichtet der TV-Sender ČT24. Und: Die beiden Löschflugzeuge aus Italien sollen ab Donnerstag mitlöschen. Dafür wird der See Milada bei Ústí nad Labem für Badegäste gesperrt, weil die Maschinen auf der drei Kilometer langen Wasserfläche jeweils 6.000 Liter Löschwasser aufnehmen werden.

18:12 Uhr | Sperrkreis nach Bombenfund an Landesgrenze Sachsen/Brandenburg

Bei der Waldbrandbekämpfung im Elbe-Elster-Kreis erschweren munitionsbelastete Bereiche das Löschen. Am Mittwoch war auf sächsischem Territorium eine Bombe gefunden worden. Nach Angaben des Landkreises wurde ein Sperrkreis von 1.000 Metern gezogen, der auch in den Kreis Elbe-Elster reicht. In dem Gebiet könne der Brand derzeit nicht bekämpft werden. Der Bürgermeister im nordsächsischen Arzberg, Holger Reinboth, sagte, dass wegen des Munitionsfundes aus dem Zwiten Weltkrieg auch die Bundeswehr helfe. In den nächsten Stunden werde über eine Lösch-Strategie entschieden. Gegen Abend werde ein Räumfahrzeug der Bundeswehr erwartet.

Die Verantwortlichen in beiden Ländern sind im engen Austausch, um die Bombenräumung schnellstmöglich zu organisieren.

Landkreis Elbe-Elster Mitteilung am Nachmittag

Die Sperrung der B 183 Bad Liebenwerda-Torgau zwischen der Abfahrt Beilrode und der Ortslage Marxdorf bleibt auch wegen des Bombenfunds weiter bestehen, hieß es.

17:55 Uhr | Großbrand bei Falkenberg von 800 auf 500 Hektar eingedämmt

"Das Feuer ist insgesamt unter Kontrolle, aber die Gefahr ist noch nicht gebannt, weil es sehr viele Glutnester gibt, die immer wieder aufflammen", sagte Brandenburgs stellvertretender Waldbrandschutzbeauftragter Philipp Haase zum Großbrand bei Falkenberg. Auf 500 Hektar Fläche brenne es weiterhin. In der Nacht waren es noch 800 Hektar gewesen. Die Großschadenslage bleibt im Kreis Elbe-Elster weiter bestehen. Aktuell seien rund 360 Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung beschäftigt.

Zehn Meter vor unserem Hof wurden die Flammen gestoppt. Das war wirklich sehr knapp, es brannte lichterloh. Wenn die Feuerwehren nicht so schwer gearbeitet hätten, würde es meinen Betrieb nicht mehr geben.

Joachim Wolff 65 Jahre alter Familienvater und Landwirt in Kölsa bei Falkenberg

16:48 Uhr | Waldbrände in Deutschland - Ursachen, Flächen, Entwicklung

Wie viele Waldbrände gab es in Deutschland in den vergangenen Jahren, was waren die häufigsten Ursachen und welche Bundesländer waren besonders betroffen? Mit Grafiken und Karten geben wir einen Überblick.

16:30 Uhr | Linke verlangt mehr Tempo bei neuem Waldbrandkonzept

Als Konsequenz aus den verheerenden Waldbränden in der Sächsischen Schweiz und an der Grenze zu Brandenburg hat die Linke mehr Tempo bei dem neuen Waldbrandkonzept gefordert. Es werde voraussichtlich erst zum Jahresende überarbeitet, doch so viel Zeit habe man nicht, sagte der Landtagsabgeordnete Mirko Schultze. Nötig seien mehr moderne Technik, andere Schutzkleidung für Feuerwehrleute und ein Sofortprogramm, das kurzfristig Technik, Personal und dessen Ausbildung für Wald- und Vegetationsbrände fördere.

16:09 Uhr | Kretschmer dankt Ausland für Hilfe

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat für die Hilfe beim Einsatz gegen Waldbrände in der Sächsischen Schweiz gedankt. "Dass die Slowakei, Polen und Italien an der deutsch-tschechischen Grenze Unterstützung leisten, ist ein großes Zeichen europäischer Solidarität", sagte er. Tag und Nacht würden viele haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte daran arbeiten, die Waldbrände im Elbsandsteingebirge und an der sächsisch-brandenburgischen Grenze zu löschen: "Dafür meinen tiefsten Dank und Respekt."

15:30 Uhr | Fortschritte der Brandbekämpfer in Brandenburg und Sachsen

In den Brandgebieten in Sachsen und Brandenburg haben die Einsatzkräfte deutliche Fortschritte gemacht. Die Löscharbeiten wurden am Mittwoch dadurch begünstigt, dass der zuvor starke Wind abflaute. Das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge erklärte zur Lage in der Sächsischen Schweiz, dass die Lage zwar angespannt bleibe, aber nicht außer Kontrolle sei. Einzelne Brandherde seien eingedämmt und stabilisiert worden, andere allerdings breiteten sich aus und müssen intensiv bekämpft werden. Größere Einsatzstellen seien immer noch die Bereiche Bärenfangwände und Frienstein.

Auch beim Großbrand Kreis Elbe Elster konnte ein Hotspot durch massiven Hubschraubereinsatz unter Kontrolle gebracht werden, sagte der stellvertretende Kreisbrandmeister, Mario Harnisch, im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Auch für Donnerstag seien noch einmal sechs Löschhubschrauber geordert worden.

15:19 Uhr | Landratsamt Pirna: Keine Gerüchte verbreiten!

Eine Ausbreitung des Feuers auf angrenzende Häuser in der Sächsischen Schweiz gebe es aktuell nicht, betonte das Landratsamt Pirna. In und um Bad Schandau würden immer wieder Gerüchte über gefährdete Häuser und damit verbundene Evakuierungen verbreitet. Das seien Falschmeldungen, die nicht weitergetragen werden sollten, warnte die Kreisverwaltung.

15:06 Uhr | Brandschneisen an Böhmischer Straße verbreitert

Neben der Brandbekämpfung auf 1.000 Hektar Fläche in der Böhmischen Schweiz arbeiten die Feuerwehrleute auch vorbeugend, sagte der Nationalparksprecher Tomáš Salov. Entlang der Böhmischen Straße, die quer durch den böhmischen Nationalpark verläuft, würden Harvester (Holzerntemaschinen) die Schneisen entlang des Weges verbreitern und Bäume fällen. "Sollte das Feuer bis dorthin gelangen, wäre es die Verteidigungslinie für die Feuerwehr."

14:42 Uhr | Flugverbotszone über Böhmischer Schweiz

Vor wenigen Minuten hat Tschechiens Zivilluftfahrtbehörde ein Flugverbot über der Böhmischen Schweiz angekündigt. Die Flugverbotszone gelte in einem Kreis von rund 18,5 Kilometern um das Brandgebiet und in bis zu 3.300 Meter Höhe. Dies gilt als Standardverfahren, damit offizielles Lösch- und Rettungsflieger ungestört agieren können. Bereits gestern untersagten die Behörden das Nutzen von Drohnen im Bereich des Waldbrandes.

14:34 Uhr | Hilfsgüter für Feuerwehrleute koordiniert das Rathaus Bad Schandau

Das Landratsamt in Pirna hat nochmals darauf hingewiesen, dass im Rathaus Bad Schandau Hilfsgüter wie Lebensmittelspenden für Einsatzkräfte entgegengenommen und koordiniert werden. Um Anruf vorab wird gebeten unter Tel.: 035022-5011-22 oder -25.

14:19 Uhr | Spenden für die Helfer in Tschechien

In Tschechien haben Menschen über eine Stiftung rund 4,5 Millionen Kronen (umgerechnet rund 183.000 Euro) gesammelt, um den Gemeinden und Einwohnern in der vom Großbrand in der Region Děčín zu helfen. Die Menschen kauften davon Vorräte an Mineralwasser, Obst und haltbare Lebensmittel für die Feuerwehrleute.

14:14 Uhr | Abreisen oder bleiben? Touristen in Sächsischer Schweiz verunsichert

Der Tourismusverband Sächsische Schweiz versucht, Urlauber in der Region zum Dableiben zu bewegen. "Es gibt so viel, was man hier machen kann und was nicht vom Betretungsverbot betroffen ist", sagt Verbandschef Tino Richter. Er nannte etwa Dampferfahrten, den Elberadweg, einen Besuch in der Felsenbühne Rathen oder auf der Festung Königstein. Die Situation in der Sächsischen Schweiz sei zu differenzieren.

Dennoch gebe es Touristen, die absagen oder erst gar nicht anreisen, erklärte Frank Demmer, Technischer Leiter der Firma Hitzer, die Hotels und Restaurants in der Region betreibt.

Würden Sie hier Urlaub machen, wenn den ganzen Tag die Hubschrauber kreisen? Wir können ja keinen zwingen, hierzubleiben oder herzukommen. Die Urlauber haben Angst um ihre Kinder und dass alles noch schlimmer wird.

Frank Demmer Technischer Leiter der Firma Hitzer, die Hotels und Restaurants betreibt

Viele Gäste, die ihre Unterkunft nicht in der vom Feuer betroffenen Region haben, würden bleiben. "Je näher man am Brandgeschehen ist, desto größer ist die Neigung, lieber abzureisen", sagt die Vize-Chefin des Tourismusverbandes, Micaela Lindheimer.

14:00 Uhr | Kein Betretungsverbot in Böhmischer Schweiz

Das Bezirksamt Ústí hat Berichte der Nationalparkverwaltung Böhmisch Schweiz zurückgewiesen, wonach auch auf böhmischer Seite ein allgemeines Wald-Betretungsverbot bestehe. Man werde eine solche Regelung auch nicht in Zukunft erlassen. Auf der gegenüberliegenden Seite hatte der Landkreis Sächsische-Schweiz-Osterzgebirge am Dienstagmittag ein ganztägig geltendes Waldbetretungsverbot verfügt.

13:42 Uhr | Feuerwehr: Brand bei Hřensko unter Kontrolle

Das Feuer bei Hřensko ist laut regionaler Feuerwehr ČTK unter Kontrolle. An dem Einsatz waren weitere Drehleitern beteiligt, von denen aus Einsatzkräfte Löschwasser über die Häuser und das Gebiet am rechten Kamenice-Ufer spritzten, um Glutnester zu löschen und Flammen abzuhalten. Über eine Strecke von insgesamt rund acht Kilometern pumpen Wasserschläuche je Minute 6.000 Liter Wasser für die Brandbekämpfung aus der Elbe. Auch Hubschrauber seien im Einsatz, sagte ein Feuerwehr-Sprecher.

Hilfe aus Italien war am Dienstag bereits angekündigt worden. Zwei italienische Lösch-Flugzeuge sollen um 16 Uhr in Prag landen. Unklar ist, ob sie heute noch ihren Einsatz beginnen. Sie sollen Löschwasser aus dem Milada-See bei Ústí nad Labem aufnehmen. Aus der Elbe können sie das aus Platzgründen nicht, weil sie eine große Wasserfläche zum Aufnehmen des Wassers benötigen, sagte der Sprecher des Nationalparks Böhmische Schweiz, Tomáš Salov, MDR SACHSEN.

12:48 Uhr | Warum es im Wald brennt: Brandursachen seit 1991

Fahrlässigkeit, Blitzschlag, Brandstiftung oder unbekannte Ursache - die Grafik zeigt die häufigsten Ursachen für Waldbrände in Deutschland seit 1991 bis heute. Meist bleiben die Ursachen im Dunkeln. Aber in Fällen, bei denen man die Ursache kennt, spielen Brandstiftung und Fahrlässigkeit oft eine Rolle, teilte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit.

12:23 Uhr | Situation in der Sächsischen Schweiz weniger kritisch

Die Lage in den Waldbrandgebieten in der Sächsischen Schweiz, Nordsachsen und Brandenburg hat sich seit dem Morgen leicht entspannt. Das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge spricht von drei Brandherden, die stabilisiert werden konnten. Das heißt, dort breiten sich die Flammen nicht weiter aus. Zwei weitere Brandstellen lodern unvermindert.

12:11 Uhr | Brand in Arzberg unter Kontrolle

Der Bürgermeister der Gemeinde Arzberg in Nordsachsen, Holger Reinboth, sagte MDR SACHSEN, der Brand in der Gemeinde sei unter Kontrolle. Die Flammen hatten sich gestern aus dem Gebiet um Falkenberg in Brandenburg ausgebreitet. Auch dort meldete die Feuerwehr eine leichte Entspannung, es brennt aber immer noch ein Fläche von 500 Hektar.

12:07 Uhr | Feuerwehrfrau bei Löscharbeiten in Sächsischer Schweiz verletzt

Bei den Löscharbeiten im Nationalpark Sächsische Schweiz ist eine Feuerwehrfrau verletzt worden. Bei einem Einsatz sei ein Feuerwehrschlauch geplatzt. Die Frau wurde dabei verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden, teilte der Sprecher des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Thomas Kunz, mit.

11:46 Uhr | Kein Tag der offenen Tür bei der Kirnitzschtalbahn

Der noch am Montag angekündigte Tag der offenen Tür bei der Kirnitzschtalbahn fällt aufgrund der aktuellen Waldbrandsituation aus. Das teilte der Verkehrsverbund Oberelbe mit. Ursprünglich sollte der Tag der offenen Tür an diesem Wochenende in Bad Schandau stattfinden. Der Fahrbetrieb der Bahn ist derzeit eingestellt.  

11:21 Uhr | Verstöße gegen Betretungsverbot in der Sächsischen Schweiz

Die Waldgebiete rund um die Brände in der Sächsischen Schweiz dürfen derzeit nicht betreten werden - aber nicht alle halten sich daran. Am Dienstag hatten sich 40 Menschen auf Feldern und Wegen am Waldrand in Reinhardtsdorf-Schöna aufgehalten, wie die Polizei heute mitteilte. Sie wurden auf das Verbot hingewiesen und des Platzes verwiesen. Gegen zehn Menschen, die gesperrte Wege genutzt hatten, wurde Anzeige erstattet.

Polizisten vom Polizeirevier Sebnitz beobachten am Ortseingang Lichtenhain die Rauchfahnen, die sie in Richtung Kleiner Winterberg und Großer Winterberg sehen.
Polizisten vom Revier Sebnitz beobachten am Ortseingang Lichtenhain die Rauchfahnen, die sie in Richtung Kleiner Winterberg und Großer Winterberg sehen. Bildrechte: Daniel Förster

10:55 Uhr | Tschechische Feuerwehrleute lösen erschöpfte Kameraden ab

In Tschechien kämpfen rund 450 Feuerwehrleute nahe der deutschen Grenze weiter gegen den Großbrand in der Böhmischen Schweiz. Aus weit entfernten Regionen Tschechiens trafen Feuerwehrleute ein, um erschöpfte Kollegen abzulösen. Mit Holzerntemaschinen, sogenannten Harvestern, sollen Schneisen in den Wald geschlagen werden, um dem Feuer Barrieren in den Weg zu legen. Aus Polen und der Slowakei trafen zudem zwei Hubschrauber ein, die aus Behältern Wasser abwerfen können. Vier tschechische Polizei- und Armeehubschrauber sind seit Tagen im Einsatz.

09:38 Uhr | Super Pumas der Bundespolizei bei Schmilka im Einsatz

Der Flugdienst der Bundespolizei will auch am Mittwoch mit zwei Super Puma-Hubschraubern die Waldbrandbekämpfung bei Schmilka unterstützen. Das teilte die Behörde via Twitter mit.

09:11 Uhr | Weniger Wind bremst Waldbrand im Süden von Brandenburg

Bei der Bekämpfung des Waldbrandes im Süden Brandenburgs bekommen die Einsatzkräfte etwas Unterstützung durch das Wetter. "Es wird mit bis zu 23 Grad heute nicht so warm wie gestern und der Wind ist im Mittel schwach", sagte die Meteorologin der Deutschen Wetterdienstes, Helga Scheef. Im Tagesverlauf könnten jedoch wieder Böen von bis zu 40 Stundenkilometern auftreten. "Regen ist aber bis Freitagabend nicht in Sicht", so die Meteorologin.

08:47 Uhr | Böhmische Schweiz: 450 Anwohner mussten Häuser verlassen

Das Feuer in der Böhmischen Schweiz ist nicht unter Kontrolle. Wie der tschechische Nachrichtenkanal CT24 berichtet, hatten sich die Feuerwehrleute in der Nacht auf den Schutz der evakuierten Dörfer konzentriert. Hubschrauber seien seit dem Morgen wieder im Einsatz. Das Feuer betreffe eine Fläche von rund tausend Hektar, 450 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen.

08:05 Uhr | Schwierige Lage am Frienstein und beim Goldstein in der Sächsischen Schweiz

Die Löscharbeiten in der Sächsischen Schweiz werden voraussichtlich die ganze Woche in Anspruch nehmen, prognostiziert Thomas Kunz, Sprecher des Landkreises Sächsische Schweiz Osterzgebirge: "Wir haben drei Schwerpunkte, wo wir ganz deutlich sagen können, da hat sich die Lage stabilisiert. Wir haben eine Stelle am Frienstein und eine größere Stelle zwischen Goldstein und Richterschlüchte, wo die Brandbekämpfung aktuell sehr schwierig ist, wo wir noch von einer Ausbreitung reden." Dort könne es nach Einschätzung der Behörde deutlich länger dauern, das Feuer in den Griff zu bekommen.

07:25 Uhr | Wegen Gaffern: Kirnitzschtalbahn fährt nicht mehr

Der Landkreis hat den Fahrbetrieb der Kirnitzschtalbahn eingestellt. Damit soll für einen begrenzten Zeitraum die Zureise von Schaulustigen in das Operationsgebiet der Waldbrandbekämpfung in der Hinteren Sächsischen Schweiz unterbunden werden. Die Gaffer hatten gestern die Löscharbeiten behindert und für einen deutlichen Mehraufwand der Einsatzkräfte gesorgt. Die Buslinie durch das Kirnitzschtal wird aber weiterhin betrieben.

Die Kirnitzschtalbahn
Um das Anreisen von Katastrophentouristen zu unterbinden, wurde der Betrieb der Kirnitzschtalbahn eingestellt. Bildrechte: imago images/Shotshop

06:21 Uhr | Feuerwehrleute in Sachsen und Brandenburg kämpfen weiter gegen die Flammen

Mehrere hundert Feuerwehrleute kämpfen in Sachsen und Brandenburg weiter gegen die großflächigen Waldbrände. In der Sächsischen Schweiz erstreckte sich das Feuer am Dienstagabend über 250 Hektar an mehreren verschiedenen Stellen. Wie das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mitteilte, werden die Löscharbeiten weiterhin durch die besondere Landschaft erschwert. Zudem muss das Löschwasser aus der Elbe und der Kirnitzsch aufwendig herangeschafft werden. Mittlerweile sind fünf Hubschrauber bei den Löscharbeiten im Einsatz.

Im Tal fliegen zwei Hubschrauber der Bundeswehr nahe über eine Wasseroberfläche eines Flusses. Sie haben große Löschsäcke an einem Seil unter sich und ziehen damit Wasser aus der Elbe in der Sächsischen Schweiz.
Zwei Hubschrauber der Bundeswehr fliegen ihre Einsätze. Bildrechte: xcitepress

In Brandenburg steht eine mehr als dreimal so große Fläche im Landkreis Elbe-Elster in Flammen. Hier sind rund 500 Feuerwehrleute im Einsatz.

05:44 Uhr | Forstwissenschaftler: Frequenz der Waldbrände muss Weckruf sein

Forstwissenschaftler Alexander Held vom European Forest Institute hofft, dass die Frequenz der Waldbrände ein Weckruf ist. Im Interview mit MDR AKTUELL warnte er mit Blick auf Freiwillige Feuerwehren vor einem Verschleiß des Personals. Held mahnte zudem ein integriertes Feuermanagement an. Das betreffe nicht nur die Ausrüstung der Wehren, sondern auch die Land- und Forstwirtschaft, den Tourismus und die Bevölkerung. Alle müssten zusammenarbeiten. Nur so könne Deutschland auch in Zukunft mit einer steigenden Brandgefahr leben, ohne dass die Feuerwehr alle zwei Tage ausrücken müsse.

05:01 Uhr | Bürgertelefone für Brandbetroffene in der Sächsischen Schweiz

Das Landratsamt Pirna hat für Menschen in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist für Fragen erreichbar unter Tel.: 03501-5 15 55 22 (von 8 bis 16 Uhr). Unter der Nummer werden auch Hilfsangebote und Unterstützung für Rettungskräfte gebündelt und weitergeleitet.

Für Fragen der Bevölkerung zum Großbrand in der Region Falkenberg wurde ebenfalls ein Bürgertelefon eingerichtet unter Tel.: 03535-46 40 04.

04:40 Uhr | Warum manche Waldbrände besonders kompliziert sind

Bei Waldbränden auf ehemaligem Militärgelände erschweren Munitionsreste die Löscharbeiten. MDR Exactly-hat so einen Einsatz begleitet.

MDR (ma,kk)/dpa/AFP

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 27. Juli 2022 | 19:00 Uhr

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