Wirtschaft Cannabis-Produzent feiert Richtfest in Ebersbach

An Cannabis scheiden sich die Geister. Während es die einen für eine Einstiegsdroge halten, finden es andere vollkommen harmlos. Aus rechtlicher Sicht ist die Lage allerdings klar: Für medizinische Zwecke - und nur dafür - darf es seit 2017 eingesetzt werden. Mittlerweile gibt es drei Unternehmen in Deutschland, die Cannabis legal produzieren dürfen. Eines davon befindet sich in Ebersbach im Landkreis Meißen.

Drei Männer im mittleren Alter lächeln vor einem hellen Hintergrund in die Kamera.
Auf diesem ehemaligen Schlachthof in Ebersbach im Landkreis Meißen produziert das Startup Demecan Cannabisblüten. Bildrechte: Demecan

Der Produzent von medizinischem Cannabis, Demecan, feiert am Donnerstagvormittag an seinem Standort in Ebersbach Richtfest. Ursprünglich sollte es bereits im vergangenen Jahr stattfinden, musste coronabedingt jedoch verschoben werden.

Medizinisches Cannabis unterscheide sich von dem als Rauschmittel genutzten vor allem im kontrollierten Anbau, sagte Demecan-Mitgründer Constantin von der Groeben MDR SACHSEN. Mit dem Richtfest rücke auch die erste Ernte in greifbare Nähe, teilte Demecan mit. Es werde etwa eine Tonne Cannabis angebaut.

Die Fläche, die in dem Gebäude für den Anbau des Cannabis und die dazugehörigen Apparaturen notwendig ist, betrage circa eineinhalb Fußballfelder.

Wir haben also die Blüte-Räume im Erdgeschoss und die Technik, vor allem Klimaanalagen, die dann von oben durch die Decke die Räume klimatisieren.

Constantin von der Groeben Mitgründer der Firma Demecan

Ein eigenes Pförtnerhaus überwache den Zutritt auf das Gelände. "Und dann haben wir darüber hinaus noch eigene Sicherheitsmaßnahmen", sagte der Mitgründer.

Drei Männer im mittleren Alter lächeln vor einem hellen Hintergrund in die Kamera.
Der Ökonom Adrian Fischer, der Arzt Cornelius Maurer und der Jurist Constantin von der Groeben (v.l.n.r.) sind die Gründer des Medizin-Cannabis-Startups Demecan. Bildrechte: Demecan

24 Zentimeter dicke Wände

In dem ehemaligen Schlachthof im Landkreis Meißen war das Startup zunächst Mieter, bevor es das Objekt 2020 selbst kaufte. Aufgrund der hohen gesetzlichen Sicherheitsauflagen sei die bestehende Bausubstanz vorteilhaft gewesen. Laut der Firma braucht man für die Produktion Wände aus 24 Zentimeter dickem Stahlbeton, vergleichbar mit Tresorwänden in einer Bank. In dem Gebäude in Ebersbach habe es schon derartig dicke Wände gegeben, so dass man nur noch an einigen Stelle welche einziehen musste. Die Sicherheitsvorkehrungen gingen dabei auch im Dachbereich weiter. So wäre beispielsweise ein verglastes Dach, um Sonnenstrahlen hineinzulassen, nicht erlaubt, hieß es.

Linderung bei chronischen Schmerzen

In Deutschland darf Cannabis seit 2017 ausschließlich für medizinische Zwecke eingesetzt werden. Damit sollen etwa Spastiken bei Multipler Sklerose oder chronische Schmerzen gelindert werden. Demecan ist einer von drei deutschen Produzenten, die für das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Cannabis produzieren dürfen. Die zwei anderen sind die deutschen Tochtergesellschaften der kanadischen Unternehmen Aurora und Aphria. Das Unternehmen wurde eigenen Angaben zufolge 2017 gegründet. Den Zuschlag zum Anbau erhielt Demecan zwei Jahre später.

2.600 Kilogramm Cannabisblüten pro Jahr

Knapp 40 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen derzeit. Davon arbeiten sechs in Berlin und der Rest in Ebersbach. In den nächsten vier Jahren darf das von einem Arzt, einem Juristen und einem Ökonomen gegründete Startup im Auftrag des BfArM pro Jahr 2.600 Kilogramm getrocknete Cannabisblüten produzieren.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 15. Juli 2021 | 10:30 Uhr

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