Arbeitskampf Wieder Streikwoche beim Teigwarenhersteller in Riesa

Der Kampf um bessere Löhne bei den Nudelherstellern in Riesa geht auch diese Woche weiter. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten will für die Beschäftigten eine Angleichung an Westgehälter. Die Geschäftsführung teilt mit, kein konkretes Gesprächsangebot seitens der Gewerkschaft vorliegen zu haben. Ein Überblick über den Tarifkonflikt.

Ein Gewerkschaftsmitarbeiter steht am Abend während eines Streiks vor dem Werk der Teigwaren Riesa GmbH
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Beim Hersteller "Teigwaren Riesa GmbH" wird auch in dieser Woche gestreikt. Das kündigte die Lebensmittelgewerkschaft NGG am Montag an. Gewerkschafter Olaf Klenke sagte MDR SACHSEN, das Unternehmen sei immer noch nicht bereit, über Lohnerhöhungen für das laufende Jahr zu reden.

Riesaer Nudeln sind ein gutes Produkt. Hier wird gute Arbeit geleistet. Und die muss auch entsprechend bezahlt werden.

Olaf Klenke Gewerkschaft NGG

Streik in neuralgischen Produktionsbereichen

Es gebe zentrale Beschäftigtengruppen wie beispielsweise Anlagenfahrer. Wenn die streikten, könne nicht produziert werden. "Das trifft auch auf Bereiche der Verpackung zu. Da sieht man auch, dass es eine breite Beteiligung unter allen Beschäftigtengruppen gibt", sagte Klenke. Schon in den vergangenen Wochen hatten die Beschäftigten für bessere Löhne gestreikt. Das Riesaer Werk ist eine Tochter des Teigwarenherstellers Alb-Gold aus Baden-Württemberg. Laut Gewerkschaft besteht gegenüber Nudelproduzenten in Westdeutschland eine Lohnlücke von 788 Euro brutto im Monat. Die NGG will die Löhne angleichen und mit einem Tarifvertrag einen Stufenplan vereinbaren. 

Reden beide Seiten nicht miteinander?

Für den Arbeitgeber kam der Streik am Montag "unangekündigt". Und: "Wir stehen vor vollendeten Tatsachen", sagte die Peronalverantwortliche Yvonne Berger MDR SACHSEN. Weil nicht alle der 139 festen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zehn Aushilfen streiken, laufe die Produktion "in einem gewissen Umfang eingeschränkt" weiter. Die Geschäftsführung sei an einer schnellen Klärung des Konflikts interessiert, betonte Berger. Es gebe aber keinen konkreten Folgetermin für Gespräche mit der Gewerkschaft. "Dabei wollten wir klären, was wir stemmen können."

Die Sicht der Arbeitgeber

Aus Sicht des Nudelherstellers sieht der Konflikt so aus: Die Gewerkschaft verlangt eine Gehaltserhöhung der Mitarbeiter in diesem Jahr von monatlich 788 Euro brutto, um die Ost-West-Lohnlücke zu schließen. "Das können wir aber nicht stemmen", sagte Berger mit Blick auf rund zwei Millionen Euro, die diese Lohnerhöhung samt Lohnnebenkosten für das Unternehmen bedeuten würde. In Medien sei immer wieder über einen Stufenplan der Gewerkschaft berichtet worden. "Dazu liegt uns noch kein konkretes Angebot vor." Fazit: "Die Lage ist verzwickt", meinte Yvonne Berger.

Die Gewerkschaft NGG wiederum betonte, dass es nicht darum gehe, auf einen Schlag 788 Euro brutto im Monat mehr zu verlangen, sondern "einen schrittweisen Einstieg in die Lohnanpassung" zu finden. "Wir sind doch keine Utopisten", sagte Gewerkschafter Olaf Klenke auf Nachfrage von MDR SACHSEN und ärgerte sich über die Arbeitgeber-Haltung.

Quelle: MDR/kk/fg

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 23. August 2021 | 13:00 Uhr

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