Wochenlanger Streik Weiter keine Einigung im Tarifstreit bei Teigwaren Riesa

Seit drei Wochen streiken die Beschäftigten beim Nudelhersteller Teigwaren Riesa. Laut Gewerkschaft kann die Nachfrage kaum noch bedient werden, die Nudeln werden knapp. Um dem Streit beizulegen, wurde am Donnerstag verhandelt - allerdings ohne Erfolg.

Das Nudelcenter mit dem Nudelmuseum der Teigwaren Riesa GmbH
Seit drei Wochen wird beim Nudelhersteller gestreikt. Bildrechte: dpa

Im Tarifstreit beim Nudelhersteller Teigwaren Riesa ist weiter keine Einigung in Sicht. Nach Angaben des Unternehmens und der Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sind sich beide Seiten bei den jüngsten Verhandlungen in dieser Woche nicht einig geworden. Geschäftsführer Mike Hennig erklärte am Freitag, das Unternehmen habe ein Angebot mit Lohnerhöhungen in zwei Stufen vorgelegt und dieses auf Druck der Gewerkschaft hin noch einmal überarbeitet. Auch das sei jedoch abgelehnt worden.

Wir stehen als Unternehmen mit dem Rücken zur Wand und bereiten uns nun wohl oder übel auf weitere Streiks vor.

Mike Hennig Geschäftsführer Teigwaren Riesa

Streik läuft seit drei Wochen

Zuvor hatte die NGG dem Unternehmen vorgeworfen, eine Einigung an einer Stundenlohnerhöhung von 50 Cent scheitern gelassen zu haben. "Die Beschäftigten streiken seit drei Wochen, damit es endlich einen Einstieg in die Lohnangleichung gibt und Niedriglöhne der Vergangenheit angehören", sagte Gewerkschafter Olaf Klenke in einer Mitteilung. Die Beschäftigten wollen sich nun direkt an die Eigentümerfamilie wenden. Wie die Gewerkschaft NGG am Freitag mitteilte, wird eine Mitarbeiter-Delegation am kommenden Dienstag zur Eigentümerfamilie nach Trochtelfingen in Baden-Württemberg reisen. Dort liegt der Ursprungsbetrieb der Teigwaren Riesa GmbH.

Mitarbeiter der Teigwaren Riesa GmbH stehen am Abend während eines Streiks vor dem Werk und halten Schilder mit der Aufschrift «Menschen 2. Klasse» und «Wir sind zufrieden mit unserer Leistung - Und Du?»
Die Gewerkschaft fordert eine Lohnangleichung an das Westniveau. Bildrechte: dpa

Forderungen nach Lohnangleichung bleiben

Die NGG verlangt deutlich mehr Geld für die Beschäftigten, um die Lohnlücke von mehr als 700 Euro monatlich im Vergleich zu Nudelproduzenten in Westdeutschland anzugleichen. Nun soll es weitere Streikaktionen geben. Der Tarifstreit in dem Betrieb läuft bereits seit Ende Juli. Laut NGG werden aus dem Riesaer Werk kaum noch Nudeln ausgeliefert. Die Kosten der Arbeitsniederlegung seien immens.

Bei dem Riesaer Nudelhersteller arbeiten etwa 150 Beschäftigte. Es ist ein Tochterunternehmen von Alb-Gold in Baden-Württemberg.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 03. September 2021 | 14:30 Uhr

Mehr aus Sachsen