Ost-West-Lohnangleichung Tarifstreit: Beschäftigte von Teigwaren Riesa wenden sich an Eigentümer

Seit Wochen streiken die Beschäftigten in der Riesaer Teigwarenfabrik für eine Ost-West-Lohnangleichung. Doch die Arbeitgeber und Mitarbeiter kommen auf keinen grünen Zweig. Am Dienstag soll es einen weiteren Versuch für eine Einigung geben.

Außenansicht mit Schriftzug Teigwaren-Fabrik in Riesa
Mitarbeiter der Riesaer Nudelfabrik fordern einen höheren Stundenlohn, ähnlich wie ihre westdeutschen Kollegen. Bildrechte: imago images/Hanke

Im Tarifstreit bei der Teigwaren Riesa GmbH wollen sich die Beschäftigten direkt an die südwestdeutsche Eigentümerfamilie wenden. Wie die Gewerkschaft NGG mitteilte, wird eine Mitarbeiter-Delegation am Dienstag zur Eigentümerfamilie nach Trochtelfingen in Baden-Württemberg fahren. Dort hat das Mutterunternehmen Alb-Gold seinen Sitz.

Höherer Stundenlohn für Beschäftigte

Die 150 Beschäftigten in Riesa streiken seit drei Wochen für eine schrittweise Angleichung ihrer Löhne an das westdeutsche Lohnniveau. Der NGG zufolge verdienen Beschäftigte bei Teigwaren Riesa bis zu 788 Euro brutto weniger im Monat, als westdeutsche Kollegen mit vergleichbaren Tätigkeiten. Die Geschäftsführung hatte zuletzt angeboten, den Stundenlohn stufenweise um insgesamt einen Euro zu erhöhen. Die Gewerkschaft verlangt weitere 50 Cent und verweist darauf, dass viele der Mitarbeitenden derzeit nur wenige Cent über dem Mindestlohn erhalten.

Ob Nudeln von Alb-Gold oder Riesa Nudeln, für ein gutes Produkt und gute Arbeit müssen ordentliche Löhne gezahlt werden. Diese Botschaft wollen wir zur Eigentümerfamilie Freidler nach Trochtelfingen tragen. Die Beschäftigten aus Riesa wollen weg von Armutslöhnen und die Lohnlücke zwischen Ost und West verkleinern. Das ist eine Frage der Lohngerechtigkeit, über die Ost-West-übergreifend Einigkeit bestehen sollte.

Olaf Klenke Gewerkschaft NGG

Kaum mehr Nudel-Produktion

Die Fronten sind verhärtet, ein Tarifgespräch wurde abgebrochen. Laut NGG werden aus dem Riesaer Werk kaum noch Nudeln ausgeliefert. Die Kosten der Arbeitsniederlegung seien immens.

Quelle: MDR/mina/ma

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | im Regionalreport aus dem Studio Dresden | 06. September 2021 | 14:30 Uhr

2 Kommentare

Zeitgeist vor 7 Wochen

Ja früher war der Betrieb Volkseigentum. Dumm gelaufen.
Die Leute sollten sich überlegen den Laden selbst zu übernehmen.
Wie schon angemerkt..... Verlagerung nach dem Osten, die Gefahr droht.

Kiel_oben vor 7 Wochen

Gutes Verhandlungsgeschick und Kompromissbereitschaft aus dem Norden wünschend, das Eigentümer nicht Produktion von Riesa nach Osteuropa verlagert oder Standort verkauft.

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