Endlagersuche Dresdner Physiker mahnt zur Gelassenheit bei Atommüll-Diskussion

Im Zwischenlager des Kernkraftwerks Gundremmingen stehen Castor-Behälter mit verbrauchten Kernbrennstäben.
Aus den Zwischenlagern wie hier AKW Gundremmingen soll der Atommüll verschwinden. Bildrechte: dpa

Vor Bekanntgabe des Zwischenberichts zu möglichen Standorten für die Atommüll-Endlagerung am Montag durch die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat der sächsische Physiker und Professor am Helmholtz-Zentrum in Dresden-Rossendorf, Roland Sauerbrey, für Sachlichkeit geworben. "Wir stehen noch ganz am Anfang und es geht im Wesentlichen um Daten und Fakten." Eine starke Politisierung des Prozesses sei aus seiner Sicht gegenwärtig weder erforderlich, noch für die potenziell Betroffenen hilfreich, sagte er. Der Physiker gehört einem 18-köpfigen nationalen Begleitgremium an, das die Behörden im Auswahlverfahren berät und kontrolliert.

Zwischenbericht der BGE nennt geologische Kriterien

Der bundesweite Zwischenbericht der BGE soll Gebiete benennen, die nach geologischen Kriterien für ein Endlager für hoch radioaktiven Atommüll in Frage kommen. Eine Festlegung auf einen Standort ist mit dem sogenannten "Zwischenbericht Teilgebiete" aber noch nicht verbunden. Dennoch dürfte die Debatte über die Endlagerung von hoch radioaktivem Atommüll damit in Fahrt kommen - auch in Sachsen.

Lagerhalle mit 65 Castorbehälter mit hoch radioaktivem Abfall aus den zurückgebauten Kernkraftwerken Rheinsberg und Lubmin.
Aus diesen Lagerhallen soll der hochradioaktive Müll in ein unterirdisches Endlager kommen. Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/dpa/tfr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.09.2020 | ab 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

2 Kommentare

Britta.Weber vor 28 Wochen

Volker, beide Fälle hatten Fehler und Mängel von Menschenhand. Bei Fukushima hatte der Betreiber es versäumt, die geforderte Tsunami-Schutzwand um 3m zu erhöhen- der Tsunami konnt deshalb die Mauer überfluten.

Volker S. vor 28 Wochen

Atomenergie und alles, was damit verbunden ist, ist eine saubere und sichere Sache. So liegt die Wahrscheinlichkeit der Freisetzung von größeren Mengen von Radioaktivität bei einer Wahrscheinlichkeit von 1:1’000'000, also von einem Ereignis in einer Millionen Jahren. Wieso es jetzt jedoch nun Tschernobyl und Fukushima gibt, können die Herren Wissenschaftler mit dieser Berechnung nicht erklären. Vielleicht liegt es daran, dass alles, was von Menschenhand geschaffen ist, störanfällig ist.

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