Technik Hotelroboter "Sir James" ersetzt die Minibar in Hotel in Dresden

Service rund um die Uhr - das möchten viele Hotels ihren Gästen gern bieten. Allerdings ist das in Zeiten des Fachkräftemangels gar nicht so leicht. Für einfache Arbeiten wie das Auffüllen der Minibar fehlt immer öfter die Zeit. Ein Dresdner Hotel hat die Minibar deshalb kurzerhand abgeschafft und die Aufgabe an einen Roboter übergeben.

Roboter hilft im Hotel
Hotelmitarbeiterin Olivia Zimmer (22) zeigt, wie die Gäste ihre Bestellungen entgegennehmen, wenn der Roboter vor ihrem Zimmer auftaucht. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

In einem großen Hotel mit vielen Zimmern jeden Tag aufs Neue die Minibar zu füllen, ist eine zeitraubende Aufgabe. Das "Newa"-Hotel auf der Prager Straße in Dresden hat die klassische Minibar deshalb jetzt abgeschafft und sich einen ganz besonderen Ersatz überlegt: "Wenn die Gäste ab sofort einen Snack aufs Zimmer haben möchten, bringt ihnen den unser Service-Roboter 'Sir James'", erklärt Hoteldirektor Daniel Schlomann.

Ein Fach im Roboter für individuelle Wünsche

Der Roboter verfügt über insgesamt drei Fächer. Im untersten befinden sich Getränke, darüber Snacks wie Erdnüsse oder Bananenchips, und das oberste Fach lässt sich individuell nutzen. "Da können wir für die Gäste, je nach Wunsch, Dinge wie zum Beispiel ein Handtuch oder eine Zahnbürste hinterlegen", sagt der Hoteldirektor. Sobald eine Bestellung übermittelt wird, setzt sich der Roboter im Foyer in Bewegung, ruft selbständig den Fahrstuhl und fährt bis vor das jeweilige Zimmer. Dort lässt er das Hoteltelefon des Gastes klingeln, damit dieser die Tür öffnet und die Bestellung entgegennimmt.

Hotelroboter in der Lobby
Der Roboter "Sir James" hat ein Leergewicht von 120 Kilogramm. Im Foyer des Hotels hat er seine Ladestation. Der Akku reicht für etwa vier Stunden. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Mitarbeiter haben mehr Zeit für andere Aufgaben

Seit zwei Wochen ist der Roboter bereits in dem Dresdner Hotel mit seinen 14 Etagen und 319 Zimmern im Einsatz und erfreut sich zunehmender Beliebtheit: "'Sir James' wird von den Gästen wahrgenommen. Viele finden das lustig und möchten es selbst einmal ausprobieren." Der Roboter sei 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche für die Gäste im Einsatz. "Das könnten wir mit unseren Mitarbeitern in dieser Form nicht leisten. Stattdessen haben sie nun mehr Zeit für andere Aufgaben", sagt Schlomann.

'Sir James' wird von den Gästen wahrgenommen. Viele finden das lustig und möchten es selbst einmal ausprobieren.

Daniel Schlomann Hoteldirektor des "Newa"-Hotels

Hotelroboter mit geöffneten Fächern
Die rollende Minibar ist gut bestückt. Zwei Fächer sind dabei nach einem festen Muster gefüllt, während eins für spezielle Wünsche gedacht ist. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Mietgebühr von 1.500 bis 2.500 Euro pro Monat

Allerdings hat auch der rastlos arbeitende Roboter, der im Stande ist, die Bestellungen je nach Häufung und Lage im Hotel "intelligent" abzuarbeiten, seinen Preis. Nach Angaben der Münchner Firma "Robotise", die ihn entwickelt hat, zahlen Hotels zwischen 1.500 und 2.500 Euro Miete im Monat, um den elektronischen Helfer zu verwenden. Verkauft wird er den Angaben zufolge nicht.

Hotelroboter Bedienungsmenü
Auf den Bedienmenü sehen die Gäste, was die Getränke kosten. Bildrechte: MDR/Stephan Hönigschmid

Roboter als Mittel gegen den Personalmangel

In Sachsen ist das "Newa" laut "Robotise" das erste Hotel, das den Roboter nutzt. "Wir sind vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig. Bis Jahresende wollen wir 50 Roboter ausgeliefert haben", kündigt der Mitgründer von "Robotise", Johannes Fuchs an. Er war es auch, der bei Hoteldirektor Daniel Schlomann anfragte, ob dieser den Roboter einsetzen möchte. "Für die Hotels ist das in Corona-Zeiten, aber auch in Nach-Corona-Zeiten hilfreich, weil es immer schwieriger wird, Personal zu finden und man aber den Gästen gleichzeitig etwas bieten will. Genau hier kommt 'Sir James' ins Spiel", sagt Fuchs.

MDR (sth)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 19. Mai 2022 | 08:30 Uhr

2 Kommentare

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