Ermittlungen Keine schnelle Anklage gegen Verdächtige des Juwelenraubs

Vier von fünf dringend tatverdächtigen Juwelendieben aus dem Grünen Gewölbe sitzen in U-Haft und schweigen. Ein Bruder der inhaftierten Clan-Mitglieder wird noch gesucht. Nach Razzien werten Ermittler in Dresden noch Beweise aus - eine Anklage werde noch dauern.

Das Juwelenzimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD).
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Im Fall des Juwelendiebstahls aus dem Grünen Gewölbe in Dresden ist nicht mit einer schnellen Anklage in den kommenden Monaten zu rechnen. "Das wird noch eine Weile dauern", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. Die Ermittlungen seien umfangreich, vor allem das Sichten vieler sichergestellter Speichermedien brauche Zeit. Nach der jüngsten Razzia in Berlin seien zudem weitere Beweise auszuwerten, darunter acht Handys.

Die Vitrine im Historischen Grünen Gewölbe vor und nach dem Einbruch

Die vom Kunstdiebstahl betroffene Vitrine des Historischen Grünen Gewölbes in Dresden vor dem Einbruch mit allen Schmuckstücken
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Die vom Kunstdiebstahl betroffene Vitrine des Historischen Grünen Gewölbes in Dresden vor dem Einbruch mit allen Schmuckstücken
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Die vom Kunstdiebstahl betroffene Vitrine des Historischen Grünen Gewölbes in Dresden. Die gestohlenen Schmuckstücke sind ausgegraut
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Internationale Fahndung nach Clan-Mitglied

Beim spektakulären Einbruch in das Schatzkammermuseum am 25. November 2019 hatten die Täter historische Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten von unschätzbarem Wert erbeutet. Knapp ein Jahr später nahm die Polizei in Berlin drei Verdächtige fest. Die 23 und 26 Jahre alten Männer gehören zur bekannten arabischstämmigen Remmo-Großfamilie. Zwei jeweils 21 Jahre alte Zwillingsbrüder des Clans konnten bei der Razzia entkommen. Einer der Männer wurde im Dezember 2020 gefasst. Nach dem anderen wird international gefahndet. Zur im November 2020 ausgelösten Fahndung gehen vereinzelt Hinweise weiter ein, so die Staatsanwaltschaft. Bis Anfang dieser Woche waren es insgesamt 216. Aber: "Zielführend für die Festnahme war keiner davon", sagte der Staatsanwaltschaftsprecher.

Tatverdächtige in U-Haft schweigen weiter

Bisher hat sich keiner der vier von insgesamt fünf dringend Tatverdächtigen in Untersuchungshaft geäußert. Ihnen werden schwerer Bandendiebstahl und Brandstiftung vorgeworfen. Von den gestohlenen Schmuckstücken aus dem 17. und 18. Jahrhundert fehlt noch immer jede Spur.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.01.2021 |15:30 Uhr mit weiteren Polizeimeldungen im Polizeireport aus dem Regionalstudio Dresden

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