Asylpolitik Pakistanischer Christ aus Abschiebehaft in Sachsen entlassen

Stempel mit der Aufschrift Asyl und Abschiebung
Bildrechte: imago/Christian Ohde

Die umstrittene Abschiebehaft für einen pakistanischen Christen in Sachsen ist vorerst aufgehoben worden. Wie Innenminister Roland Wöller am Dienstag mitteilte, wurde der Mann aus dem Gefängnis entlassen. Nach Aussage des CDU-Politikers wird sich nun die Härtefallkommission mit dem Fall beschäftigen. Kurz zuvor war die Abschiebung noch gerichtlich bestätigt worden.

Nach Pakistan, um wieder nach Deutschland zu dürfen

Der 41 Jahre alte Pakistani Faisal J. war nach Angaben des Theologen und SPD-Landtagsabgeordneten Frank Richter 2008 aus Angst vor religiöser Verfolgung nach Deutschland geflohen. Er ist den Angaben zufolge mit einer Deutschen verheiratet und arbeitet in der Gastronomie. Trotz dieser Integration war der Aufenthaltstitel des Mannes nicht verlängert worden. Die Behörden erklärten, er solle in der deutschen Botschaft in Pakistan einen neuen Antrag auf Aufenthalt in Deutschland und auf Familienzusammenführung stellen. Die Bearbeitung eines solchen Antrags dauert erfahrungsgemäß mindestens ein Jahr.

Frank Richter, 2018
Frank Richter hatte den Fall öffentlich gemacht. Bildrechte: dpa

Kann Recht ungerecht sein?

Bei einem Termin in der Ausländerbehörde in Meißen am 9. März war Faisal J. festgenommen worden und sollte am 17. März im Rahmen einer geplanten Sammelabschiebung vom Flughafen Leipig/Halle nach Pakistan gebracht werden. Unter anderem Vertreter von SPD und Linken kritisierten dieses Vorgehen. Auch das Bistum Dresden-Meißen setzte sich bei Sachsens Landesregierung für den katholischen Christen aus Pakistan ein. Innenminister Wöller sagte zu dem Fall, die Behörden würden Recht und Gesetz  durchsetzen. Eine Abschiebung sei keine Entscheidung des Innenministeriums. Richter erklärte dagegen, er verbinde das Vorgehen gegen Faisal J. mit einer "scheinbaren Willkürlichkeit".

Quelle: MDR/stt/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 16.03.2021 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

Querdenker vor 31 Wochen

Jemand der offenbar tatsächlich einen Asylgrund hat. Die Christenverfolgung in islamischen Ländern ist Realität (siehe „welt Pakistan steht auf der Liste der Christenverfolger auf Platz eins“)

Es gibt doch nun genug andere Ausländer, die abgeschoben gehören.

bert adorf vor 32 Wochen

Der Mann hat doch ganz offensichtlich Asylgründe und ist auch noch integriert und soll trotzdem abgeschoben werden. Nur einer in einer langen Liste. Aber bei notorisch kriminellen Migranten gibt es immer wieder Abschiebehindernisse. Stichwort King Abode und viele andere. Wer soll das verstehen?

Harka2 vor 32 Wochen

Die Ausländerbehörde ist definitiv keine Abschiebebehörde. Das Recht kommt ihr nicht zu und sie darf auch den gesunden Menschenverstand mal einschalten. Der 41 Jahre alte Pakistani Faisal J. ist mit einer Deutschen verheiratet, Wer kann moralisch verantworten den Ehemann einer Deutschen abzuschieben?! Hat die Behörde nichts wichtigeres zu tun? Ein Blick auf die Fallzahlen der Klagen vor den Verwaltungsgerichten um Asyl sagen anderes aus. Die Religion sollte dabei keine Rolle spielen, ist hier aber klar für den Pakistani. Vielleicht sollte man Sachsens Behörden mal einen Grundkurs in Sachen christlicher Werte und christlicher Nächstenliebe verpassen. Der Mann ist Steuerzahler in Deutschland und kein Schmarotzer!!!!

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