Mobilität Neues Carsharing-Angebot in Meißen

Besonders in großen Städten verzichten Menschen öfter auf ein eigenes Auto. Im Alltag reichen meist Fahrrad und der öffentliche Personennahverkehr. Allerdings gibt es Momente, bei denen ein Auto hilfreich sein kann, sei es der Getränkekauf oder der Sonnabend im Möbelhaus. Dafür gibt es in vielen Städten bereits sogenannte Carsharing-Angebote, bei denen man sich den fahrbahren Untersatz einfach leihen kann. Absofort auch in Meißen.

Eine junge Frau fährt mit einem Mini des Car-Sharing-Anbieters "Teilauto" 2016 durch Leipzig.
In Meißen gibt es seit heute ein neues Carsharing-Angebot. Bildrechte: dpa

Der Carsharing-Anbieter TeilAuto eröffnet am Dienstag in Meißen eine neue Anlaufstelle. In der Kleinstadt sollen insgesamt zwei Stellplätze für Kundinnen und Kunden bereitstehen, so das Unternehmen. Eine Ausleihstelle befindet sich am Busbahnhof, die andere in der Altstadt. Die Vorbereitungen für die Standorte dauerten nach Angaben des Anbieters zwei Jahre. Zuletzt habe die Corona-Pandemie für eine Verschiebung gesorgt.

Abrechnung pro Kilometer

Beim Carsharing wird ein Auto per Telefon oder Internet reserviert. Das Angebot richtet sich besonders an Menschen, die kein eigenes Auto haben. Nutzerinnen und Nutzer können sich dann an den Stellplätzen einen Wagen abholen, abgerechnet wird pro gefahrenem Kilometer. Solche Mobilitätsangebote waren bislang vor allem in den sächsischen Kleinstädten Mangelware. Nach Angaben der Firma TeilAuto ist das Unternehmen in mehreren Städten in Sachsen vertreten, etwa in Chemnitz, Dresden und Görlitz, aber auch in Markkleeberg, Pirna und Zwickau.

Eine 'teilAuto'-Station am Hauptbahnhof in Erfurt
In vielen Städten in Deutschland gibt es bereits Leihstationen verschiedener Anbieter. Bildrechte: dpa

Verkehrsforscher lobt Carsharing-Konzept

Für den Verkehrsökologen Udo Becker von der TU Dresden ist das eine gute Lösung. Im Gespräch mit MDR SACHSEN sagte Becker, die gemeinsame Nutzung von Autos sei aufgrund der hohen Herstellungskosten sehr sinnvoll. "Die Anschaffung eines Autos ist gerade für Familien sehr teuer - und dann stehen die 23 Stunden am Tag nur rum", so Becker.

Neben dem ökonomischen habe Carsharing aber auch einen ökologischen Effekt, so der Verkehrsforscher weiter. Weniger Autos in der Stadt sorgten für bessere Luft, weniger Parkplätze und damit für mehr Platz für Parks, Cafés und andere Neubauten. Für den Klimaschutz sei ein Umdenken in der Mobilität wichtig. Man müsse alle Menschen ans Ziel bringen, "aber mit weniger Autos, egal ob Elektroauto oder Verbrenner", so Becker. Dabei sei Carsharing ein unverzichtbarer Bestandteil.

Das Interview zum Nachhören

Zwei Fahrzeuge des Carsharing-Anbieters Teilauto 5 min
Bildrechte: dpa

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 14. September 2021 | 08:30 Uhr

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