Kriminalität Zweiter Brandanschlag in Meißen versetzt DRK-Mitarbeiter in Angst

Das Deutsche Rote Kreuz ist seit Monaten vielfachen Angriffen ausgesetzt. So wurden im Vogtland mehrfach die Impfzentren und Impfmobile beschmiert. In Meißen wurde zum zweiten Mal in dieser Woche ein Fahrzeug offenbar in Brand gesteckt. Unklar ist allerdings noch, ob es auch hier einen Zusammenhang zur Einbindung des DRK in die Impfkampagne gibt.

Ein weißes Auto mit der Aufschrift DRK steht auf einer Wiese, ein Reifen ist verbrannt
Gegen 23 Uhr wurde der Brand an dem Fahrzeug gemeldet. Bildrechte: xcitePRESS

Am Donnerstagabend ist erneut ein Fahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes in Meißen durch ein Feuer beschädigt worden. Nach Reporterangaben wurde offenbar versucht, das Auto am Hinterreifen anzuzünden. Bereits am Dienstagabend haben mehrere DRK-Fahrzeuge auf demselben Grundstück an der Niederauer Straße gebrannt. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Ein Hinterreifen eines DRK-Autos weist einen Brandschaden auf.
Der oder die Täter hatten einen der Hinterreifen angezündet. Bildrechte: xcitepress

Anwohner bemerkt Feuer

Die Feuerwehr Meißen bestätigt den Brand und nennt 23:04 Uhr als Zeitpunkt der Alarmierung. Nach Angaben des Reporters hat ein Anwohner das Feuer bemerkt und selbst mit dem Löschen begonnen. Dadurch konnte offenbar größerer Schaden verhindert werden.

Unklar ist aktuell, ob es der oder die Täter bewusst auf das DRK abgesehen haben. Die Rettungsorganisation ist in den vergangenen Monaten mehrfach angegriffen worden. So hatten bisher unbekannte Täter im Vogtland ein Impfmobil und das Impfzentrum beschmiert.

DRK-Sprecher glaubt nicht an Zufall

Zum Vorfall in Meißen sagte DRK-Sprecher Kai Kranich: "Wir können und müssen davon ausgehen, dass es kein Zufall war, sondern sich um Brandstiftung gehandelt hat." Vor allem der zweite Brandanschlag habe zum Umdenken geführt:

Wir haben beim ersten Mal noch gesagt: Na gut, da ist vielleicht jemand ein bisschen ein Irrlicht und zündelt durch die Straßen, und dann trifft es auch Fahrzeuge vom Roten Kreuz. Der zweite Anschlag ist bei den Mitarbeitenden nun mit Bestürzung aufgenommen worden.

Kai Kranich DRK-Sprecher

Kolleginnen und Kollegen hätten teilweise Angst, abends noch zur Dienststelle zu fahren und ihr Auto abzustellen, da sie nicht wüssten, ob jemand in der Nähe sei, der etwas Böses möchte, so Kranich.

Gehäufte Angriffe seit der Flüchtlingskrise 2015

Wie das DRK mitteilte, gibt es zudem eine Häufung an Schmierereien, Drohbriefen und Drohanrufen. Allein seit Januar dieses Jahres habe es bis zu zwanzig derartige Fälle gegeben, teilte die Hilfsorganisation mit.

"Wir sind eine Organisation, die weltweit in Krisen und Konfliktregionen arbeitet. Dort wird das DRK als neutraler Partner angesehen. Daher ist es für uns besonders traurig, dass wir in unserer eigenen Heimat, wo wir eigentlich in friedlichen demokratischen Verhältnissen leben, solchen Angriffen ausgesetzt sind."

Seit der Flüchtlingskrise 2015 und den Angriffen auf die Erstaufnahmeeinrichtung in Heidenau sei es immer wieder zu Anfeindungen gekommen. "Aktuell wissen wir nicht, ob die Angriffe im Zusammenhang mit unserem Engagement für die Impfkampagne in Sachsen stehen", sagte Kai Kranich.

Quelle: MDR/lam/sth

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten aus dem Regionalstudio Dresden | 04. Juni 2021 | 08:30 Uhr

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