Festkonzert Großes Orchester und drei Orgeln erklingen im Dom zu Meißen

Wenn die Pandemie dem Organisationsteam der Neuen Burgfestspiele Meißen nicht schon wieder alles durcheinander gebracht hätte, wäre am Sonntagabend Paul McCartneys Liverpool-Oratorium in großer Chorbesetzung im Dom erklungen. Das ist schon vor längerer Zeit abgesagt worden. Festlich geht es trotzdem zu, denn es findet ein Konzertabend mit der Elbland-Philharmonie, Echo-Preisträger Martin Schmeding an der Orgel und Werken statt, die in Mitteldeutschland selten erklingen.

Blick in den Innenraum des Dom von Meißen.
Werke an gleich drei Orgel werden am Sonntagabend im Dom zu Meißen erklingen und den Zuhörenden den Klangraum dieser gotischen Kathedrale verdeutlichen. Bildrechte: dpa

Wenn am Sonntagabend um 18 Uhr die Domglocken über Meißen verklungen sind, darf sich das Publikum drinnen auf ein außergewöhnliches Konzert freuen. Das ist zwar nicht das ursprünglich geplante im Rahmen der Neuen Burgfestspiele, dafür eine Huldigung für die Königin der Instrumente. Zum "Jahr der Orgel" werden gleich drei Orgeln erklingen. Zuerst mit einem Echo von Samuel Scheidt aus dem Jahr 1624. Im zweiten Teil des Abends dann ein Stück des hierzulande wenig bekannten US-amerikanischen Komponisten Charles Ives. Dazu im Kontrast steht ein beschwingtes Doppelkonzert von Johann Michael Haydn, das die Elbland-Philharmonie und Organist Martin Schmeding aufführen werden.

Ungewohnte Hör-Kontraste

Das Programm findet Schmeding "tatsächlich ungewöhnlich". Der preisgekrönte Organist und Musikprofessor habe Kollegen in Großbritannien, wo er als Gastprofessor in Birmingham arbeitet, zum Orgelkonzert des Komponisten Kenneth Leighton (Organ Concerto Op. 58 für Orgel, Streicher und Pauken) befragt. Die hätten das entweder kaum gespielt oder abgewunken, weil die Besetzung aufwändig sei. "Das Stück ist spannend. Wir spielen es in Meißen in einer tollen Besetzung", sagt Schmeding voll Vorfreude auf den Abend.

Im Dom hat der einstige Dresdner Kreuzorganist (von 2002 bis 2004) bisher noch nicht musiziert. "Dieser Kirchenraum ist einfach phänomenal. Er lädt ja geradezu zum Musizieren ein." Und:

Ich freue mich am meisten darüber, mal wieder in großer Besetzung zu spielen.

Martin Schmeding Organist und Lehrstuhlinhaber für Orgelliteratur der Hochschule für Musik und Theater Leipzig

Ein Mann sitzt an einer Orgel und blickt freundlich in die Kamera. Es ist der Organist, Echo-Presiträger und vielfach gefragte Künstler und Musikprofessor Martin Schmeding.
Der vielfach ausgezeichnete Organist und Künstler Martin Schmeding freut sich, mit den Elbland-Philharmonikern ein Doppelkonzert spielen zu können. Bildrechte: PR/Hochstift Meißen

Suche nach Raritäten

Zusammengestellt hat das Konzertprogramm Domkantor Thorsten Göbel. "Ich suche gerne Stücke aus, die die Kollegen nicht aufführen", sagt Göbel, der den Abend leitet und die Elbland-Philharmoniker dirigiert. Sie spielen nach der Corona-Zwangspause und einem Abend in Pirna Ende der Woche ihr zweites großes Konzert vor Publikum. "Die Musikerinnen und Musiker sind hungrig auf das Zusammenspiel. Das merkt man sofort", meint Thorsten Göbel nach der Generalprobe.

Ein Mann Mitte 40 steht an einer Säule und blickt lächelnd in die Kamera. Es ist Organist und Domkantor Thorsten Göbel, der seit 2019 in Meißen tätig ist
Domkantor Thorsten Göbel überrascht sein Publikum in Meißen gern mit Werken früherer und zeitgenössischer Komponisten. Bildrechte: PR/Hochstift Meißen

Burgfestspiele sollen 2022 wieder aufleben

Die Neuen Burgfestspiele Meißen sollen nach den Verschiebungen 2020 und in diesem Jahr dann 2022 wieder in gewohnter Form Mitte Juni der Festivalhöhepunkt in Meißen werden. "Bis zum kommenden Jahr soll nun ein Programm auf die Beine gestellt werden, das die geplanten Höhepunkte der ausgefallenen Jahrgänge mit neuen Veranstaltungen verknüpft", kündigte die Festspielgemeinschaft an. Zu der gehören neben dem Hochstift Meißen, das Theater Meißen, die Landesbühnen Sachsen, die Albrechtsburg, die Winzergenossenschaft Meissen und der Theater-Freundeskreis und Meissen-Tourist.

Quelle: MDR/kk

3 Kommentare

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 6 Wochen

Schöne Sache ! Was kosten die Karten ? Wo gibt’s diese zu erwerben ?
Dient das Konzert der „Bewahrung der Schöpfung“ im christlichen Sinne
— und wenn ja, woraus ergibt sich das ? Wie wird mit diesem Konzert
dem Kernauftrag von Kirche, der Verkündung des Evangeliums,
Rechnung getragen ?

Welches ist die Stammspielstätte der Elbland-Philharmonie ?

seaking vor 6 Wochen

Solche Highlights würde ich als Exilmeißner auch gern mal wieder erleben wollen. Vorschlag von mir an den Stadtrat von Meißen. Ein mittelalterliches Burgfest auf der Meißner Albrechtsburg im Sommer und im Herbst wieder das sogenannte Weinfest.
Beste Grüße aus der Oberpfalz

Critica vor 6 Wochen

Es ist schön, dass wieder Kultur ins Land kommt.
Man muss allerdings nicht aus jedem Konzert eine "Schlagzeile" machen. Macht einfach, alle!!! Schreibt es nicht noch in die Zeitung, dass nicht wieder Lauterbach und Co. mahnende Zeigefinger erheben.
Macht einfach. Alles.

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