Kupferdiebe Niederau: Bahn beklagt höheren Schaden an ausgeschlachteten Loks

Bislang Unbekannte haben Ende Juli ausrangierte E-Loks in Niederau ausgeschlachtet. Der Schaden an den 57 Loks sei höher, als ursprünglich angegeben, so die Deutsche Bahn. Die Ermittlungen dauern an. Ob auch der Wachschutz des Geländes im Fokus der Polizei steht, dazu machen die Ermittler keine Angaben.

Puffer und Kupplung einer Elektrolokomitive der Baureihe 143 (ehemals BR 243 der Deutschen Reichsbahn)
Die Ermittlungen im Fall ausgeschlachteter E-Loks in Niederau dauern an. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Rüdiger Wölk

Im Fall der aufgebrochenen und ausgeschlachteten E-Loks auf einem Werksgelände in Niederau bei Meißen dauern die Ermittlungen an. Die Deutsche Bahn teilte auf Anfrage mit, nach gründlicher Begutachtung der Fahrzeuge habe sich herausgestellt, "dass der entstandene Schaden um ein Vielfaches höher ist, als er ursprünglich von der Polizei beziffert wurde". Eine Summe nannte der Verkehrskonzern nicht. Die Polizei hatte allein den Wert des gestohlenen Kupferkabels Ende Juli mit 45.000 Euro beziffert.

Noch einige Loks bei der S-Bahn Dresden unterwegs

Zur Zukunft der Loks erklärte die Bahn: "Je nach Zustand, Ausstattung und Bedarf standen die 57 dort abgestellten E-Loks zum Verkauf, zur Verschrottung und Ersatzteilgewinnung oder zum Wiedereinsatz." In Sachsen sind noch einige Maschinen dieser Baureihe auf Linien der Dresdner S-Bahn eingesetzt.

Die Loks stammen noch aus Beständen der Deutschen Reichsbahn der DDR, wurden aber auch von der Deutschen Bahn AG wegen ihrer Zuverlässigkeit noch Jahrzehnte bundesweit eingesetzt. Inzwischen neigt sich ihr Einsatz dem Ende entgegen.

S-Bahn Zug der VVO
Auf der S-Bahn Dresden kommen noch einige Loks der Reichbahn-Baureihe 143 zum Einsatz. Die meisten Loks dieser Baureihe sind aber abgestellt. Bildrechte: IMAGO / Robert Michael

 Keine Angaben zur Ermittlungsrichtung

Die nicht mehr genutzten E-Loks waren auf einem eingezäunten Gelände der Usedomer Eisenbahn Gesellschaft in Niederau abgestellt, das von außen nahezu nicht einsehbar ist. Der Betreiber des Geländes, das als Anschlussbahn Niederau bezeichnet wird, teilt auf seiner Homepage mit, dass auf den Gleisen Eisenbahnfahrzeuge lang- oder kurzfristig abgestellt werden könnten. Weiter heißt es: "Die gesamte Anschlussbahn ist eingezäunt und wird rund um die Uhr durch ein Sicherheitsunternehmen bewacht."

Ob die Ermittlungen der Polizei sich auch gegen Wachschutzmitarbeiter richten, dazu wollte die Polizeidirektion auf Anfrage keine Angaben machen. Generell sage man zu möglichen Tätern wegen der Ermittlungen nicht, hieß es.

Quelle: MDR/lam

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