Stahlwerk Feralpi baut neues Walzwerk in Riesa

Ein neues Walzwerk des Stahlwerk-Betreibers Feralpi soll bis 2024 in Riesa entstehen. Außerdem soll auch das Umspannwerk erneuert und die Schrottaufbereitung verbessert werden.

Die ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH in Riesa (Sachsen)
Das Feralpi-Stahlwerk soll ein neues Walzwerk in Riesa bekommen. Bildrechte: dpa

Der Stahlwerk-Betreiber Feralpi plant den Bau eines neuen Walzwerkes in Riesa. Das neue Werk soll das alte nicht ersetzen, sondern ergänzen, kündigte der italienische Stahlwerkkonzern an. Er plant die Eröffnung ab dem 1. Quartal 2024. Damit soll auch das Personal aufgestockt werden. 80 bis 100 Arbeitsplätze seien im Gespräch, berichtete zuerst die "Sächsische Zeitung".

"Wir haben zur Zeit einen Stahlüberschuss und können damit noch ein Walzwerk bedienen", sagte Werksdirektor Uwe Reinecke. "Wir wollen das alte aber nicht nur kopieren, sondern technisch auf den neuesten Stand bringen." Außerdem soll das Umspannwerk auf dem Feralpi-Gelände erneuert werden. Auch die Schrottaufbereitung soll verbessert werden, so Reinecke. Durch eine bessere Sortierung und Zerkleinerung solle der Schrott sauberer werden.

Feralpi - Die Gruppe Feralpi ist nach eigenen Angaben einer der führenden Stahlhersteller in Europa (1,30 Milliarden Euro Umsatz 2019), der sich auf die Herstellung von Stählen für den Bausektor und auch für Spezialanwendungen spezialisiert hat.
- Das Mutterunternehmern hat seinen Sitz in Italien und besteht seit 1968. Das Werk in Riesa kam 1992 dazu.

Nach Diskussion über Emissionen Abgasreinigung verbessert

Die Stahlwerke waren im Jahr 2017 mit dem sogenannten "Dioxin-Skandal" bundesweit in den Schlagzeilen gelandet. Das Unternehmen bestätigte damals selbst zu hohe Chrom-Emissionen. Mehrere Anwohner hatten in den vergangenen Jahren wegen Lärm, Feinstaub und Umweltbelastung durch das Stahlwerk geklagt. Die Landesdirektion Dresden hatte 2008 eingeräumt, dass es in der Vergangenheit gravierende Umweltprobleme in dem Werk gab.

Seitdem hat sich laut eigenen Aussagen des Unternehmens viel getan. Es sei in Technik investiert worden, um die Emissionswerte dauerhaft niedrig zu halten. "Die verwendete Technologie in den Entstaubungsanlagen filtert nahezu 100 Prozent der Staubemissionen sowie der Emissionen von Dioxinen, Furanen und PCB", so Feralpi. Sie gelte derzeit als die effizienteste Abgasreinigung in Elektrostahlwerken. Es sei außerdem im Gespräch den Hubherdofen des neuen Walzwerkes auf elektisch induktive Erwärmung umzustellen, um von der Gasbefeuerung wegzukommen.

Quelle: MDR/al/cs

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 03. August 2021 | 13:30 Uhr

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