Ermittlungen Kupferdiebe schlachten abgestellte E-Loks in Niederau aus

In Niederau bei Meißen haben Unbekannte alte E-Loks ausgeschlachtet. Die Polizei ermittelt. Auf dem eingezäunten Gelände werden betagte Eisenbahnfahrzeuge abgestellt und sind dort von außerhalb kaum einsehbar.

Zwei Elektrolokomotiven der Baureihe 143 aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik
Die Loks der Baureihe 143 werden nach und nach abgestellt, sind aber offenbar für Metalldiebe interessant. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO

Auf einem abgegrenzten Bahngelände in Niederau sind Unbekannte in insgesamt 57 dort abgestellte E-Loks eingebrochen und haben diese ausgeschlachtet. Wie die Polizei erst jetzt mitteilte, drangen sie bereits zwischen Freitag und Sonnabend in die betagten Loks der Baureihe 143 ein und stahlen die Grundlastdrosseln aus Kupfer sowie kupferne Zugheizkabel. Der Wert des Metalls liegt den Angaben zufolge bei 45.000 Euro, der Sachschaden ist höher. Die Polizei ermittelt.

Gelände dient zum Abstellen von Loks und Waggons

Das Gelände in Niederau wird von der Usedomer Eisenbahn-Gesellschaft genutzt. Dort sind seit Jahren Loks und Waggons - von außerhalb nur schwer einsehbar - abgestellt. Auf der Homepage schreibt das Unternehmen: "Wir bieten hier Interessenten die Möglichkeit, Triebfahrzeuge und Wagen kurz- oder längerfristig abzustellen. Die gesamte Anschlussbahn ist eingezäunt und wird rund um die Uhr durch ein Sicherheitsunternehmen bewacht." Die sogenannte Niederauer Anschlussbahn zweigt von der Strecke Dresden - Leipzig ab.

Die Loks der Baureihe 143 wurden als Baureihe 243 von der Deutschen Reichsbahn der DDR in Dienst gestellt und später von der Deutschen Bahn AG genutzt. Inzwischen sind die meisten Loks aus dem Betriebsdienst ausgeschieden und durch moderne Baureihen ersetzt worden. Aktuell werden noch einige Wendezüge der S-Bahn im Dresdner Netz von Loks dieser Baureihe gezogen oder geschoben. Auch Tochterunternehmen der DB AG und private Bahnunternehmen nutzen die alten DDR-Loks weiter im Güterzugverkehr.

Quelle: MDR/lam

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