Tarifstreit Kabelwerk Meißen: Gewerkschaft und Arbeitgeber nähern sich an

Streikende schwenken Fahnen
Der Streik ist im Kabelwerk Meißen vorerst beendet und es wird wieder verhandelt. Dennoch bleibt das Streiklokal noch bestehen. Bildrechte: IG Metall Riesa

Die IG Metall Riesa und das Kabelwerk Meißen haben im aktuellen Tarifkonflikt einen Schritt aufeinander zu gemacht. Wie die Gewerkschaft am Freitag mitteilte, einigten sich beide Seiten bei ihrer Verhandlung am 4. Februar in Stuttgart darauf, in Kürze einen neuen Haustarifvertrag zu vereinbaren. Für die Zeit der Verhandlung will die IG Metall auf einen weiteren Arbeitskampf verzichten. Als Überbrückung erhalten die Beschäftigten des Werks für den Monat Februar eine Einmalzahlung in Höhe von 75 Euro.

Streiklokal wird noch nicht abgebaut

"Diese Vereinbarung ist ein erster wichtiger Schritt zum Abschluss des geforderten Haustarifvertrages und zeigt, dass das Unternehmen endlich Verantwortung für die berechtigten Forderungen der IG Metall-Mitglieder übernimmt", so Willi Eisele, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Riesa. Das Streiklokal auf dem gegenüberliegenden Grundstück werde dennoch nicht abgebaut. "Sollte es jetzt noch eine Rolle rückwärts seitens des Arbeitsgebers geben, sind wir sofort im Erzwingungsstreik", so Eisele.

Seit elf Jahren Forderung nach Lohnerhöhung

Seit Ende 2020 hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Meißner Kabelwerks mehrfach ihre Arbeit niedergelegt und für einen neuen Tarifvertrag gestreikt. Sie fordern laut eigenen Angaben schon elf Jahre lang eine Lohnerhöhung. Die Geschäftsführung lehnte dies bisher mit Blick auf die "angespannte wirtschaftlichen Situation" des Unternehmens ab. Stattdessen hatte die Unternehmensleitung den seit 2017 bestehenden Tarifvertrag gekündigt.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.02.2021 | 13:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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