Bildung Seiteneinsteiger in Sachsen: Künstlerin wird Kunstlehrerin

Seit Jahren fehlen in Sachsen Lehrer - vor allem auf dem Land. Grund dafür ist, dass Absolventen lieber in die Großstädte wollen. Jetzt sollen Quereinsteiger diese Lücke schließen.

Schrift auf weißem Grund auf einem Flipboard.
Seiteneinsteiger spielen in Sachsens Bildungssystem weiterhin eine wichtige Rolle. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Noch immer gibt es in Sachsen einen Mangel an Lehrerinnen und Lehrern. Seiteneinsteiger sind deshalb nach wie vor gefragt. Damit sie das nötige Rüstzeug erhalten, besuchen sie einen dreimonatigen Kurs. Am Mittwoch sind in Sachsen wieder solche Einstiegskurse gestartet. Mit dabei war auch Svantje Ahlrichs, die ihren Kurs in Meißen besucht. Sie hat bereits ein Kunststudium hinter sich und wollte schon immer Lehrerin werden. Jetzt erfüllt sie sich diesen Traum.

Der Seiteneinstieg sieht so aus, dass man erstmal angestellt ist für zwei Jahre und testen kann, ob einem das liegt. Das finde ich eine ganz gute Herangehensweise.

Svantje Ahlrichs angehende Kunstlehrerin

Direkt ins kalte Wasser geworfen

Dass sie nicht erst sechs Jahre studieren muss, empfindet sie nicht als Nachteil. "Wenn ich komplett Lehramt studiert hätte, wäre ich zwar auch immer mal wieder an einer Schule gewesen, aber so wird man halt direkt ins kalte Wasser geworfen. Das kann unter Umständen auch Gutes bewirken", denkt Ahlrichs, die am Freitag mit ihren Hopitationen in Schulklassen anfängt, bevor sie dann ab 1. Februar erstmals selbst vor einer Klasse steht. "Da bin ich schon gespannt, ob ich bis dahin das ganze Handwerkszeug erhalten habe", sagte sie.

Schule hat Erfahrung mit Seiteneinsteigern

Davor, dass Seiteneinsteiger gelegentlich von den etablierten Lehrern kritisch beäugt werden, hat Svantje Ahlrichs keine Angst. "Ich habe da ehrlich gesagt keine Bauchschmerzen mehr." Sie wüsste von der Schulleiterin, dass das Kollegium vom Alter her gedrittelt sei und einige Seiteneinsteiger mit dabei sind. Von daher habe die Schule damit schon Erfahrung und es sei nichts Exotisches mehr, so Ahlrichs.

Meiste Teilnehmer zwischen 30 und 40 Jahre alt

Die Lehrerinnen und Lehrer, die an der Lehrerfortbildung teilnehmen, werden nach Angaben des Sächsischen Bildungsinstituts sowohl für Grundschulen, als auch für Oberschulen, Berufsschulen und Förderschulen ausgebildet. Obwohl es den Angaben zufolge schon Teilnehmer um die 60 Jahre gab, sind die meisten zwischen 30 und 40 Jahre alt. Sie hätten zuvor die unterschiedlichsten Berufe wie Techniker, Architekt oder Ingenieur ausgeübt, hieß es.

Quelle: MDR/sth/bd/rh/pk

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 03. November 2021 | 19:00 Uhr

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