Öffentlicher Nahverkehr Nossens neuer Bürgermeister will einen Bahnanschluss

Die Stadt Nossen im Landkreis Meißen liegt direkt am Autobahndreieck von A4 und A14. Für die Anwohnerinnen und Anwohner ist es mit dem Auto nicht weit bis nach Chemnitz, Dresden oder Leipzig. Allerdings ist Nossen auch Stauschwerpunkt. Seitdem die Regionalbahnlinie in Nossen 2015 abgeschaltet wurde, fehlt den Bürgerinnen und Bürgern die Bahnverbindung.

Christian Bartusch, Bürgermeister von Nossen
Christian Bartusch ist der frisch gewählte Bürgermeister der Stadt Nossen. Bildrechte: Christian Bartusch

Der frisch gewählte Bürgermeister von Nossen, SPD-Politiker Christian Bartusch, möchte, dass vom Bahnhof wieder Personenzüge abfahren. Gerade die Verbindung nach Dresden sei für viele Berufspendler und -pendlerinnen wichtig. Denn auf den Autobahnen um Nossen gibt es nicht selten stundenlange Staus. Als der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) 2015 die Abbestellung des Zugverkehrs der Regionalbahnlinie 110 von Döbeln nach Meißen beschloss, verlor Nossen die Anbindung an das Schienennetz. Die Strecke ist weiter in Betrieb und wird von Güterzügen zwischen Coswig und Nossen befahren.

Busliniennetz sollte für Ersatz sorgen

Für Ersatz sollte damals ein neues Busliniennetz in der Region sorgen. Dieses Netz sei relativ dicht, sagt Bürgermeister Christian Bartusch. Allerdings stehe Nossen wie viele vergleichbare Kommunen vor der Herausforderung, dass viele Buslinien auf den Schulverkehr ausgerichtet seien. Wenn in den Ferien weniger Kinder zur Schule unterwegs sind, gebe es auch weniger Buslinien. "Zu Ferienzeiten ist das Busnetz nicht sehr stark aufgestellt", so Bartusch.

Landesregierung will sich für neue Bahnlinie engagieren

Die Stadt selbst könne als kreisangehörige Kommune nicht eigenständig über eine Anbindung an das Schienennetz entscheiden, so Christian Bartusch. Die Landesregierung hatte zuletzt angekündigt, sich für eine neue Bahnlinie in der Region stark machen zu wollen. Derzeit laufen Gespräche mit dem zuständigen Verkehrsverbund Oberelbe (VVO). Es geht um die Wiederaufnahme der Regionalbahnlinie 110 zwischen Döbeln über Nossen nach Meißen. Mit der Verbindung via Meißen hätten die Nossener und Nossenerinnen Anschluss an das Dresdner S-Bahnnetz. Außerdem gäbe es über Döbeln die Möglichkeit, schneller nach Leipzig zu gelangen.

Diskussion über Finanzierung des Projekts

Christian Schlemper, Pressesprecher des Verkehrsverbund Oberelbe
Christian Schlemper, Sprecher des Verkehrsverbundes Oberelbe Bildrechte: Lars Neumann

Verhandelt werde nun, wie das Infrastrukturprojekt finanziert werden kann, so VVO-Sprecher Christian Schlemper. "Alleine die Modernisierung der Strecke kostet nach ersten Schätzungen rund 24 Millionen Euro". Diese Kosten könne der Verkehrsverbund alleine nicht stemmen, genauso wenig wie den Betrieb auf der Strecke. Dass die Züge zwischen Döbeln und Meißen wieder fahren, sei nur möglich, wenn der Zuschuss des Landes an den VVO erhöht werde.

Quelle: MDR/iz

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.11.2020 | 16:30 Uhr im Regionalreport Dresden

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