Porzellan-Manufaktur Meissen Rätselraten über Kurswechsel

Der Umbau der Porzellan-Manufaktur Meissen zu einem Konzern mit Luxusgütern ist schief gegangen. 2014 machte das staatliche Unternehmen hohe Verluste. Jetzt will das Unternehmen offenbar mit Maschinendekoren aus den roten Zahlen kommen. Dazu sollen künftig auch jüngere Käufer angesprochen werden. Die Linken im Landtag fordern Klarheit.

Die Linken im Sächsischen Landtag verlangen Aufklärung über einen Kurswechsel bei der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen. Finanzminister Georg Unland müsse im Haushalts- und Finanzausschuss am Mittwoch alle Karten auf den Tisch legen, wie es nach den derzeitigen Plänen mit der Manufaktur weitergehen soll, erklärte der Linke-Politiker Sebastian Scheel. Die Zeit der Eigenmächtigkeiten müsse ein Ende haben.

Selbstverständlich würden wir es begrüßen, wenn es – wie von uns lange mit parlamentarischen Initiativen gefordert – eine Weichenstellung gäbe Richtung Stärkung des Kerns der Marke Meißen: künstlerisch bemaltes Porzellan.

Linke-Politiker Sebastian Scheel

Meissen will günstiger

Meissen-Chef Tillmann Blaschke hatte in einem Interview mit der "Sächsischen Zeitung" über die Produktion von technisch dekoriertem Porzellan gesprochen. Bedrucktes Tafelgeschirr sei spülmaschinenfest und günstiger. Bestätigen wollte das Unternehmen den Kurswechsel bislang nicht. Der Aufsichtsrat solle am 4. Juli über die Serienfertigung und andere strategische Weichenstellungen entscheiden, hieß es.

Allerdings gibt es bereits jetzt in geringem Umfang maschinell gefertigtes Dekor. Nach Aussagen von Meissen-Sprecherin Sandra Jäschke geht es darum, die Vielfalt von Farben und Dekoren zu erweitern und mehr Porzellan auszuliefern, das auch in Spülmaschinen gereinigt werden kann.

Manufaktur-Chef Blaschke sagte der Zeitung, vor allem in den europäischen Märkten habe es Meissen in den vergangenen Jahrzehnten versäumt, Angebote für jüngere Käuferschichten zu entwickeln. "Das Unternehmen hat dann versucht, diese Schwäche durch Ausflüge in andere Produktsegmente zu übertünchen." 2014 hatte die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen einen Verlust von 19,2 Millionen Euro verzeichnet.

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