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Seit dem 28. Januar dieses Jahres müssen sich sechs Angeklagte vor dem Landgericht in Dresden wegen des Juwelendiebstahls verantworten. Bildrechte: dpa

Prozess um JuwelendiebstahlLKA identifiziert DNA-Spuren von zwei mutmaßlichen Tätern

von MDR SACHSEN

Stand: 01. Juli 2022, 17:51 Uhr

Der Prozess um den Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden gleicht einem Puzzlespiele. Viele kleine Teile müssen zusammengesetzt werden, damit ein Bild entsteht. Eine wichtige Rolle spielen dabei DNA-Spuren. Am Freitag präsentierte der Chef-Forensiker des Landeskriminalamtes Sachsen seine bisherigen Ergebnisse im Gerichtssaal.

Im Prozess um den Juwelendiebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden ging es am Freitag um die Auswertung von DNA-Spuren. Der Forensik-Chef des Landeskriminalamtes Sachsen (LKA), Ralf Nixdorf, sagte im Saal des Landgerichts, dass allein aus einem in Berlin sichergestellten Fluchtauto 230 Proben ausgewertet wurden. Die Kriminaltechniker konnten dabei den Angeklagten vier Mal genetisches Material zuordnen, davon zweimal sicher - also mit Beweiskraft.

Fluchtauto wegen falscher Nummernschilder entdeckt

Der silberfarbene Fluchtwagen, der für den Coup mit Folie wie ein Dresdner Taxi getarnt worden war, fiel Mitte Dezember 2019 in Berlin wegen gefälschter Nummernschilder auf und wurde auf ein Polizeigelände geschafft. Dort brachen ihn Unbekannte am ersten Weihnachtsfeiertag auf, stahlen das Navigationsgerät und legten Feuer - mit geringem Erfolg.

Spuren im Fußraum, am Lichtschalter und an Gurtschlössern

Wie Nixdorf sagte, wurden im Fußraum, am Lichtschalter und an Gurtschlössern die DNA-Spuren der Angeklagten gefunden sowie sogenannte Mischspuren am Getränkehalter und Knöpfen der Klimaanlage. Die Spezialisten beschäftigten sich vier Wochen mit dem Material aus dem Auto und Vergleichsproben. Die Verteidiger kritisierten mehrfach eine angeblich mangelhafte Dokumentation der Spurenerhebung - sie konfrontierten den Zeugen jedoch nicht mit Fragen.

Sechs Männer auf der Anklagebank   

Sechs junge Männer zwischen 23 und 28 Jahren sind wegen schweren Bandendiebstahls, Brandstiftung und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt. Sie sollen am frühen Morgen des 25. November 2019 aus dem Dresdner Museum 21 Schmuckstücke mit insgesamt 4.300 Diamanten und Brillanten im Gesamtwert von über 113 Millionen Euro gestohlen und Sachschäden in Höhe von über einer Million Euro hinterlassen haben. Im Mai wurde zudem ein siebter Tatverdächtiger gefasst. Er saß zwischenzeitlich in U-Haft. Der Haftbefehl gegen ihn wurde aber wieder wieder aufgehoben.

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MDR (sth)/dpa

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 01. Juli 2022 | 17:30 Uhr