Bildung Dresden richtet Schule für Kinder aus der Ukraine ein

Durch den Krieg in der Ukraine sind auch zahlreiche schulpflichtige Kinder nach Sachsen gekommen. Während vielerorts einzelne Schulklassen gebildet werden, um sie zu unterrichten, gibt es in Dresden ab nächster Woche eine eigene Schule für die Geflüchteten.

Unterrichtsmaterial liegt auf einem Tisch in einer Willkommensklasse für aus der Ukraine geflüchtete Kinder am Lessing-Gymnasium.
Damit geflüchtete Kinder aus der Ukraine möglichst nahtlos weiterlernen können, eröffnet Dresden nun eine eigene Schule für sie. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

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In Dresden gibt es ab Montag eine eigene Schule für ukrainische Kinder, teilte die Stadt mit. Die Einrichtung befindet sich im Stadtteil Kleinpestitz und soll Platz für jeweils zwei Grundschul- und zwei Oberschulklassen mit 23 Schülerinnen und Schüler pro Klasse bieten. Insgesamt verfüge das Gebäude über 16 Unterrichtsräume und habe eine Kapazität für bis zu 400 Kinder, hieß es.

2.600 geflüchtete Kinder in Dresden registriert

Die Stadtverwaltung erarbeitet den Angaben zufolge eine detaillierte Raumaufteilung mit dem Landesamt für Schule und Bildung und den beiden Schulleitungen zweier nahegelegener Schulen. Diese übernehmen die Betreuung und Koordination der neuen Schule zusätzlich zu ihrem eigenen Betrieb. Bislang wurden fünf Lehrkräfte und drei Schulassistentinnen für die neue Schule angeworben. Weitere Einstellungen seien vorbereitet, hieß es. Seit Beginn des Krieges hat Dresden nach eigenen Angaben mehr als 2.600 geflüchtete Kinder registriert. Ein Großteil von ihnen werde in Dresdner Schulen und Kitas aufgenommen.

DGB kritisiert Hürden für Lehrkräfte aus der Ukraine

Unterdessen hat sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Sachsen für eine rasche Aufnahme ukrainischer Kriegsflüchtlinge in den Arbeitsmarkt starkgemacht. Zwar habe Sachsen bereits Lehrkräfte aus der Ukraine eingestellt, es werde aber daran festgehalten, zwingend zwei Fächer zu unterrichten, sagte die sächsische DGB-Vize Daniela Kolbe MDR SACHSEN:

Es hat schon den syrischen Lehrerinnen und Lehrern den Zugang zu unseren Schulen verwehrt, dass zwingend zwei Fächer unterrichtet werden müssen. Das ist völliger Quatsch und ich hoffe, dass das in Sachsen jetzt eingesehen wird.

Daniela Kolbe Stellvertretende Vorsitzende des DGB Sachsen

Es müsse eine Anpassungsqualifizierung geben, bei der die Lehrerinnen und Lehrer während der Arbeit sowohl Sprachkurse als auch das Wissen erhielten, das ihnen noch fehle, sagte die Gewerkschafterin.

Kultusministerium: Kritik ist unberechtigt

Das sächsische Kultusministerium will die Kritik der Gewerkschafterin nicht auf sich sitzen lassen. "Die Einstellungen werden möglichst zügig und unbürokratisch vorgenommen", teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Auch die von DGB-Vize Daniela Kolbe angesprochene Einstellungsvoraussetzung von zwei Fächern gebe es nicht.

Die Behauptung, dass als Einstellungsvoraussetzung für ukrainische Lehrkräfte zwingend zwei Fächer zu unterrichten sind, stimmt nicht.

Kultusministerium Sachsen

Man habe die Zahl der Lehrkräfte und Schulassistenten mit ukrainischen Sprachkenntnissen bereits seit Ende März von 49 auf mittlerweile 143 Stellen Stellen (130 Lehrkräfte und 13 Schulassistenten) fast verdreifacht. Insgesamt habe man 400 zusätzliche Stellen geschaffen, um den ukrainischen Flüchtlingskindern den Einstieg in den Schulalltag so einfach wie möglich zu gestalten. Weitere Details zu den Einstellungsvoraussetzungen gibt es hier.

Transparenzhinweis In diesem Artikel wurde die Zahl der Stellen für Lehrkräfte mit ukrainischen Sprachkenntnissen aktualisiert. Das sächsische Kultusministerium hat am Donnerstag, 21. April, neue Zahlen bekanntgegeben und eine Stellungnahme zur geäußerten Kritik abgegeben.

MDR (sth/Mina)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 20. April 2022 | 15:00 Uhr

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