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Künftiges Mobilfunknetz70 Millionen Euro für 6G-Forschung in Dresden und München

von MDR SACHSEN

Stand: 30. Juni 2021, 00:12 Uhr

Der Mobilfunkstandard 5G gilt derzeit als Synonym für rasante Netzverbindungen. Doch schon laufen die Entwicklungen für den Nachfolger 6G. Die TU Dresden will den digitalen Wandel mitgestalten.

An den Technischen Universitäten Dresden und München entsteht ein neues Zentrum der 6G-Forschung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das gemeinsame Großprojekt "6G-life" in den kommenden vier Jahren mit 70 Millionen Euro. Das teilte die TU Dresden mit.

Insgesamt werden demzufolge etwa 40 Professuren an dem Projekt beteiligt. 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen an beiden Standorten eingestellt werden.

6G-Forschung aus verschiedenen Perspektiven

"Die digitale Transformation ist eine der großen Umwälzungen in der Menschheitsgeschichte", heißt es in einer Mitteilung der TU Dresden. "Der künftige Mobilfunkstandard 6G wird dabei eine zentrale Rolle spielen."

Der Wandel, der mit hochleistungsfähigen Kommunikationsnetzen einhergehe, betreffe alle Lebensbereiche. Deshalb gelte es, neben den technischen Aspekten auch politische und gesellschaftliche Fragen zu verhandeln. Das Spektrum reiche von Datengeschwindigkeit und Datensicherheit über Bildung und medizinische Versorgung bis zum hohen Energieverbrauch.

Was ist 5G/6G?

An der neuen Mobilfunkgeneration 5G/6G forschen Wissenschaftler und Ingenieure auf der ganzen Welt. Die neue Technologie soll nicht nur die Möglichkeit bieten, größere Datenmengen zu transportieren, sondern lässt Maschinen auch in Echtzeit miteinander kommunizieren. Autos können beispielsweise mit der neuen Technologie "um die Ecke sehen". Echtzeitkommunikation ist eine wichtige Grundlage bei der Entwicklung des automatisierten Fahrens, aber auch essentiell in der Telemedizin, mit der schon bereits jetzt viele Menschen im ländlichen Raum versorgt werden.

Ein weiteres Konzept der 5G/6G-Technologie sind die sogenannten Campusnetze. Dabei dreht es sich um eigene, autarke, in sich geschlossene Mobilfunknetze, innerhalb derer über Funk große Datenmengen übertragen werden können.

Die Entwicklung des 6G-Mobilfunkstandards steckt noch in den Kinderschuhen. Im Mobilfunk wird grob gesagt alle zehn Jahre ein neuer Standard marktreif - etwa 2030 könnte es so weit sein bei dem designierten 5G-Nachfolger. Bei 6G würde die Übertragungsgeschwindigkeit nochmals deutlich steigen und die ohnehin schon geringe Latenz - also die Reaktionszeit - verkürzt.

10 Millionen Euro für Start-ups

Das Forschungszentrum "6G-life" setzt gezielt auf die Innovationskraft von Start-ups: 10 Millionen Euro sind für die Unterstützung von jungen Unternehmen vorgesehen. Mindestens zehn Unternehmen sollen damit in den kommenden vier Jahren neu gegründet, bestehende Start-ups gefördert werden.

Die TU Dresden ist eigenen Angaben zufolge Vorreiterin im Bereich der Mobilfunkforschung. Mit dem neuen Forschungszentrum soll die Führungsposition Dresdens bei der Erforschung und Entwicklung des Mobilfunks der Zukunft weiter ausgebaut werden.

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Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Regionalnachrichten | 30. Juni 2021 | 10:00 Uhr

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