Mit 76 Jahren gestorben Sächsische Staatskapelle Dresden trauert um Dirigent Michail Jurowski

Als kleiner Junge hat er mit Dmitri Schostakowitsch Klavier gespielt. Später dirigierte er dessen Werke oftmals – auch in Dresden. Der russische Dirigent Michail Jurowski ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Ihn verband eine lange musikalische Geschichte mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

Dirigent Michail Jurowski gestorben
Dirigent Michail Jurowski im April 2019 bei einem Konzert in Moskau. Bildrechte: dpa

Der russische Dirigent Michail Jurowski ist tot. Wie seine Familie mitteilte, starb er am Samstag im Alter von 76 Jahren. Bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden löste die Nachricht große Trauer aus. Jurowski war ab 1989 als Ständiger Gastdirigent an der Semperoper in Dresden gewesen und hatte eine jahrelange Verbindung zur Sächsischen Staatskapelle Dresden.

Treibende Kraft für Schostakowitsch Tage in Dresden

Der Orchestervorstand erklärte am Sonntag: "Michail Jurowski hat immer aus ganzem Herzen Musik gemacht. Wir werden ihn nicht vergessen!" Dem Orchester zufolge hat Michail Jurowski vor allem Werke von Dmitri Schostakowitsch dirigiert. Durch ihn habe dessen Werk seinen heutigen Platz im Repertoire der Staatskapelle gefunden. Jurowski sei auch treibende Kraft für die Internationalen Schostakowitsch Tage gewesen.

Als Kind hatte Jurowski in Russland noch mit Schostakowitsch vierhändig Klavier gespielt. Das letzte Mal dirigierte Michail Jurowski die Staatskapelle am 22. September 2017 im Palais im Großen Garten. Damals gab es ein Sonderkonzert zum Gründungstag des Orchesters.

Michail Jurowski hat immer aus ganzem Herzen Musik gemacht. Wir werden ihn nicht vergessen!

Orchestervorstand der Sächsischen Staatskapelle Dresden

Generalmusikdirektor in Leipzig

Jurowski dirigierte auch viele andere Orchester, darunter in der Oper Leipzig. Dort war er ab 1996 Ständiger Gastdirigent, bevor er ab 1999 für einige Zeit Generalmusikdirektor wurde. Außerdem arbeitete er unter anderem mit dem London Philharmonic Orchestra, den Sankt Petersburger Philharmonikern sowie Orchestern an der Komischen Oper Berlin, der Deutschen Oper Berlin, der Mailänder Scala und dem Bolschoi-Theater Moskau.

dpa (aju)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Aufgefallen | 21. März 2022 | 20:00 Uhr

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