Brief an Ministerpräsident Werden gesperrte Wanderwege im Elbsandsteingebirge zur Chefsache?

Die Sächsische Schweiz ist einer der Touristen-Hotspots in Sachsen. Nicht nur Einheimische und Wanderfreunde aus dem nahegelegenen Großraum Dresden lieben die bizarren Felslandschaften, auch überregional ist das Elbsandsteingebirge bekannt und zieht Touristen an. Kommunalpolitiker, Tourismusvertreter und Bergsteiger befürchten nun aber, dass der Besucherandrang nach Corona ausbleiben könnte. Der Grund: Unstimmigkeiten mit der Nationalparkverwaltung. Nun soll Ministerpräsident Michael Kretschmer helfen.

Nationalpark Sonnenaufgang
Die Sächsische Schweiz ist eine der wichtigsten Tourismusregionen in Sachsen. Bildrechte: IMAGO

In der Sächsischen Schweiz gibt es Streit um die Sperrung von Wanderwegen. Grund sind offenbar Unstimmigkeiten zwischen der Nationalparkverwaltung auf der einen sowie Kommunalpolitikern, Tourismusvertretern und dem Bergsteigerbund auf der anderen Seite.

90 Kilometer Wanderwege inzwischen gesperrt

In einem Brief an Ministerpräsident Michael Kretschmer beklagen Landrat Michael Geisler, sieben Bürgermeister der Region sowie der Tourismusverband und Bergsteigerbund die Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung. Dort fehle es an "strategischen Überlegungen", wie die Erholungsfunktion im Nationalpark und der Naturschutz gleichzeitig gewährleistet werden könnten. "Als touristische Destination der Superlative sind im Nationalpark dieses Jahr bereits markierte Wanderwege von ca. 40 Kilometern und weitere 50 Kilometer unmarkierte Wege außerhalb der Kernzone des Nationalparks gesperrt", so Landrat Michael Geisler.

Michael Geisler/CDU-Landratskandidat Sächsische schweiz-Osterzgebirge
Bildrechte: Daniel Förster

Zahlreiche dieser Wege fungieren gleichzeitig als Anbindung an gastronomische und Beherbergungsbetriebe, deren wirtschaftliche Betätigung damit weiterhin ausgeschlossen ist. Diesen Unternehmen, die seit über sechs Monaten geschlossen sind, wird damit auch noch die letzte Möglichkeit der Einnahmeerwirtschaftung genommen. Wir sehen dadurch eine große Gefahr von Geschäftsschließungen, Arbeitslosigkeit und Imageverlust auf die Region zukommen.

Michael Geisler Landrat Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Planung für Hauptsaison schwierig

ine junge Familie wandert über einen Pfad auf die Bastei in der Sächsischen Schweiz.
Rund 90 Kilometer Wanderwege in der Sächsischen Schweiz sind bereits gesperrt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die Unterzeichner sehen vor allem auf die Hintere Sächsische Schweiz große Probleme zukommen. Demnach droht nach den Stürmen der vergangenen Jahre und der Ausbreitung des Borkenkäfers eine weitere Sperrung von Wanderwegen. "Uns läuft die Zeit davon", warnt Tourismusverbands-Geschäftsführer Tino Richter. "Die Hauptsaison steht vor der Tür und das Wegenetz in der Hinteren Sächsischen Schweiz droht extrem auszudünnen. Wichtige Verbindungen und Rundwege könnten gekappt werden. Wenn nichts geschieht, müssen wir mit frustrierten Gästen und chaotischen Zuständen an Besucherschwerpunkten rechnen."

Wandern im Nationalpark sei der Hauptreisegrund für die Gäste der Region. Da auch in diesem Jahr mit zahlreichen Gästen in der Sächsischen Schweiz zu rechnen sei, ist nun dringend Handlungsbedarf erforderlich. Und den erhoffen sich die Unterzeichner von Ministerpräsident Michael Kretschmer. "Bitte machen Sie sich für den Erhalt der Sächsischen Schweiz als traditionelle Tourismusregion stark", heißt es in dem Brief.

Waldschäden in Sachsen

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | In den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 12. Mai 2021 | 17:30 Uhr

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