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Rund zwei Stunden hat der Betreiber des Werks gebraucht, um die Anlage wieder ans Netz zu bekommen. Bildrechte: dpa

Blackout

Ermittlungen nach Stromausfall - Wohl keine Sabotage

von MDR SACHSEN

Stand: 14. September 2021, 14:36 Uhr

Am Montag gegen 14 Uhr legte ein Kurzschluss in einem Umspannwerk in Dresden die Landeshauptstadt lahm. Etwa 300.000 Haushalte sowie Krankenhäuser und Verwaltungsgebäude waren rund zwei Stunden ohne Strom. Nach Angaben der Feuerwehr kamen allein 24 Notrufe von Menschen, die in Aufzügen stecken geblieben waren. Zum Auslöser des Blackouts ermittelt die Kriminalpolizei.

Nach dem Stromausfall am Montag in Dresden dauert die Suche nach den Ursachen weiter an. Wie der Sprecher der Dresdner Polizei, Thomas Geithner, am Dienstag auf einer Pressekonferenz sagte, deutet nach jetzigem Stand nichts auf eine absichtliche Sabotage hin. Auslöser für den Stromausfall, der etwa 300.000 Haushalte in Dresden und Umland für knapp zwei Stunden lahmlegte, war demnach ein handelsüblicher Ballon aus Aluminiumfolie.

Ursachenforschung beginnt sofort

Man habe direkt nach dem Blackout begonnen, die Lage zu analysieren, so Geithner. Die Situation mit einer anstehenden Wahl, einem Prozess gegen Linksextremisten und mehreren Demonstrationen am Abend habe Anlass gegeben, den Vorfall nicht als reinen Zufall zu betrachten. Deshalb habe man die Kriminalpolizei direkt zum Umspannwerk geschickt, um Spuren zu sichern. "Wir konnten aber keine Spuren, Manipulationen oder Technik zum Steuern des Ballons feststellen", sagte Geithner. Auch ein Bekennerschreiben, wie es bei politisch motivierten Straftaten zu erwarten wäre, fehle.

Thomas Geithner, Sprecher der Dresdner Polizeidirektion. Bildrechte: MDR

Wir gehen derzeit davon aus, dass der Stromausfall bestenfalls fahrlässig herbeigeführt wurde oder nur ein Zufall war.

Thomas Geithner | Sprecher Polizei Dresden

Videoüberwachung soll verstärkt werden

Dass ein kleiner Ballon eine so große Wirkung hatte, hat nach Angaben des Betreibers "Sachsennetze" aber keine grundlegenden Auswirkungen auf das Sicherheitskonzept der Anlage. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Steffen Heine, sagte, man werde die Videoüberwachung in dem betroffenen Bereich verstärken. Grundsätzlich sei das betroffene Umspannwerk allerdings auf dem "neusten Stand der Technik, die weltweit so eingesetzt wird".

Ich bin seit 25 Jahren im Unternehmen und habe einen solchen Ausfall noch nie erlebt.

Steffen Heine | Geschäftsführer Sachsennetze

Neuralgischen Punkt der Anlage erwischt

Der Ballon habe einen "neuralgischen Punkt" der Anlage getroffen und einen Kurzschluss ausgelöst. Dadurch sei der Strom im direkten Versorgungsgebiet des Umspannwerks ausgefallen. In der Folge habe dies zu einer Überlastung anderer Werke im Stadtgebiet und zu dem großflächigen Ausfall geführt, so Heine. "Unsere Schutzgeräte haben funktioniert, die Schadenshöhe hält sich in Grenzen", sagte er. Über Schäden bei Kunden könne man derzeit aber noch nichts sagen.

Zeugenaufruf der Polizei

Unterdessen hat die Polizei einen Zeugenaufruf gestartet. Sprecher Geithner sagte, die Ermittlungen dauern weiter an und man sei besonders auf Augenzeugen angewiesen, um der Herkunft des Ballons auf den Grund zu gehen.

Zeugenaufruf der Polizei DresdenWer Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Vorfall am Umspannwerk gemacht hat, kann sich an die Polizeidirektion Dresden unter der Rufnummer (0351) 4832233 wenden.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 14. September 2021 | 14:00 Uhr

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