Digitalisierung Vodafone errichtet in Dresden 5G-Technologiezentrum mit 200 Arbeitsplätzen

Diese Technologie soll Maschinen und Sensoren in Echtzeit miteinander verbinden und gilt als große Hoffnung für die Zukunft -auch für den ländlichen Raum. In einem neuen Technologiezentrum in Dresden sollen die Mobilfunknetze 5G und 6G maßgeblich weiter entwickelt werden.

Ein symbolisches Ortsausgangsschild mit der Aufschrift 5G LTE
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Das Telekommunikationsunternehmen Vodafone errichtet in Dresden ein globales Kompetenzzentrum für die Entwicklung von Zukunftstechnologien wie den Mobilfunkstandards 5G und 6G. Mit dem Entwicklungszentrum solle auch ein Fokus auf die Anwendung der 5G- und 6G-Technologie in den Bereichen autonomes Fahren, vernetzte Landwirtschaft, Chemie und Bau gelegt werden, teilte das Unternehmen mit. Geforscht werden soll in Dresden zudem am Mobilfunkstandard OpenRAN, der mehr Flexibilität beim Netzausbau schaffen soll. Über den Zeitpunkt des Baustarts wurden ebenso wenig Angaben gemacht wie über das Investitionsvolumen. Der Chef von Vodafone Deutschland, Hannes Ametsreiter, erklärte, die Ansiedlung in Dresden sei "ein weiteres starkes Bekenntnis zum Industriestandort im Herzen Europas".

Hochqualifizierte Arbeitsplätze in den kommenden Jahren

In Dresden sollen mit dem Entwicklungszentrum in den kommenden Jahren mehr als 200 hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) begrüßte die Entscheidung als starkes Signal für den Hochtechnologiestandort Deutschland. "5G und 6G sind als Zukunftstechnologien grundlegend für die weitere Digitalisierung der Industrie, insbesondere auch der für Deutschland so wichtigen Automobilindustrie", erklärte Altmaier. Er erwartet von dem Projekt "einen Schub für gesamte Region". Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach von einer "hervorragenden Nachricht". "In Deutschland, wenn nicht gar in Europa, ist Dresden mit seiner technologiezentrierten Forschungs- und Wirtschaftsinfrastruktur die richtige Adresse für diese Ansiedlung."

Was ist 5G/6G? An der neuen Mobilfunkgeneration 5G/6G forschen derzeit Wissenschaftler und Ingenieure auf der ganzen Welt. Die neue Technologie soll nicht nur die Möglichkeit bieten, größere Datenmengen zu transportieren, sondern lässt Maschinen auch in Echtzeit miteinander kommunizieren. Autos können beispielsweise mit der neuen Technologie "um die Ecke sehen". Echtzeitkommunikation ist eine wichtige Grundlage bei der Entwicklung des automatisierten Fahrens aber auch essentiell in der Telemedizin, mit der schon bereits jetzt viele Menschen im ländlichen Raum versorgt werden.

Ein weiteres Konzept der 5G/6G-Technologie sind die sogenannten Campusnetze. Dabei dreht es sich um eigene, autarke, in sich geschlossene Mobilfunknetze, innerhalb derer über Funk große Datenmengen übertragen werden können. Dies kann zum Beispiel über die Landwirtschaft Anwendung finden. Die Daten der Sensoren zu einer möglichen Dosierung von Düngemitteln und Schädlingsbekämpfungsmitteln müssen dann nicht mehr über riesige Server im World Wide Web laufen, sondern können direkt im Mobilfunknetz vor Ort bleiben.

Die Entwicklung des 6G-Mobilfunkstandards steckt noch in den Kinderschuhen. Im Mobilfunk wird grob gesagt alle zehn Jahre ein neuer Standard marktreif - etwa 2030 könnte es so weit sein bei dem designierten 5G-Nachfolger. Bei 6G würde die Übertragungsgeschwindigkeit nochmals deutlich steigen und die ohnehin schon geringe Latenz - also die Reaktionszeit - verkürzt. Im Umgang mit den rasant steigenden Datenmengen und neuen technischen Möglichkeiten wie Virtual Reality und autonom fahrenden Fahrzeugen wäre 6G ein weiterer großer Schritt nach vorn im Digitalzeitalter.

Quelle: MDR/kt/AfP

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 30. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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