Energiekrise Dulig widerspricht Kretschmer bei Rosneft-Entscheidung

Am Freitag hat die Bundesregierung die deutschen Töchterunternehmen des staatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft unter Treuhandverwaltung gestellt. Die Bundesnetzagentur hat damit den Anteil an der Raffinerie Schwedt in Brandenburg übernommen. Sachsens MInisterpräsident Kretschmer hat die Entscheidung als Fehler bezeichnet. Der sächsische Wirtschaftsminister Dulig widerspricht ihm nun.

Zwei Männer sitzen gemeinsam an einem Tisch, wie in einem Gespräch vertieft. Sie tragen Anzüge und Krawatte
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (links, SPD) hat den Äußerungen von Ministerpräsident Kretschmer (CDU) zur Rosneft-Entscheidung des Bundes widersprochen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat die Entscheidung des Bundes, die deutschen Töchter des russischen Staatskonzerns Rosneft unter staatliche Verwaltung zu stellen, verteidigt. Nur so können die Versorgung des Ostens und die 1.200 Arbeitsplätze in Schwedt gesichert werden, schrieb Dulig am Wochenende auf Twitter. "Hätte man es nicht getan, würde spätestens zum 31.12.2022 die Raffinerie dichtgemacht, da die Versicherungen ausgelaufen wären und wichtige Zulieferer ihre Zusammenarbeit eingestellt hätten."

Ministerpräsident befürchtet durch Rosneft-Entscheidung steigende Energiepreise

Dulig stellt sich damit gegen Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Der hatte die Entscheidung für eine staatliche Kontrolle des Ölunternehmens Rosneft Deutschland als falsch bezeichnet und im MDR gewarnt, dass dies auf eine weitere Mangellage und steigende Energiepreise hinauslaufen werde, auch bei Benzin. Das russische Öl könne nicht kurzfristig ersetzt werden.

MDR (ms)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 18. September 2022 | 14:00 Uhr

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