Hörer machen Programm Wie könnten E-Autos im Vogtland bequem aufgeladen werden?

Die Autohersteller drücken bei der Produktion von Elektrofahrzeugen auf das Gaspedal und auch die Politik schafft Kaufanreize durch Prämien. Außerdem werden Ladestationen für E-Autos finanziell gefördert. Trotzdem ist MDR-AKTUELL-Hörer Bertram Zetzsche aufgefallen, dass im sächsischen Vogtland noch viele Ladestationen fehlen. Er würde gern wissen, wie er künftig sein E-Auto bequem aufladen kann.

Ein Elektroauto an einer Ladesäule.
Das Bauen von neuen Ladestationen für E-Autos könnte platztechnisch in Städten eine Herausforderung darstellen. Bildrechte: dpa

Oelsnitz im Vogtland: 10.00 Einwohnerinnen und Einwohner hat die Stadt und mindestens jeder Zweite hier fährt Auto.

Wenige sind elektrisch unterwegs

Elektrisch unterwegs seien bislang aber nur relativ wenige, sagt Uwe Hergert, der Energiebeauftragte des Vogtlandkreises: "Wenn man mal die Zulassungszahlen anguckt und die vorhandenen Lademöglichkeiten im Vogtlandkreis, dann ist das Verhältnis etwa 1:4. Also vier Autos haben eine Lademöglichkeit im Landkreis, zurzeit 74 Ladesäulen mit 140 Ladepunkten. Ich denke, in der momentanen Situation sind wir ganz gut gewappnet."

Und weitere Ladesäulen seien bereits geplant, erklärt Hergert. Dafür arbeitet der Landkreis etwa mit den Oelsnitzer Stadtwerken zusammen. Die haben direkt in der Innenstadt schon vor zwei Jahren neue Lichtmasten installiert und an denen könnten die Anwohnerinnen und Anwohner nun schon bald ihre E-Autos laden, erklärt Geschäftsführerin Ines Puhan.

Sie erklärt: "An dieser Straßenlaterne finden sie eine Vorrichtung für den Stecker des Elektrofahrzeuges. Der Kunde steckt seine Girokarte erst einmal rein, damit der Ladevorgang überhaupt möglich ist. Dann schließt er sein Fahrzeug an und sein Fahrzeug wird geladen."

Wenig Förderung für Ladestationen

Tag und Nacht laden und das auch noch direkt vor dem eigenen Haus. Das werde so nicht überall funktionieren, meint Ines Puhan, denn eine Ladesäule koste bis zu 10.000 Euro, Schnellladesäulen sogar bis zu 50.000 Euro.

Die Stadtwerke, zumeist in kommunaler Hand, könnten das nicht allein finanzieren und die Fördermöglichkeiten, etwa durch Land oder Bund, seien momentan eher bescheiden, so die Geschäftsführerin.

So sei das übrigens nicht nur in Oelsnitz im Vogtland, sondern in so ziemlich jeder Stadt in Deutschland, ob groß oder klein. Für den Energiebeauftragten Hergert ist das aber gar kein so großes Problem.

Die zukünftigen E-Auto-Fahrer müssten einfach nur ihr, nennen wir es Tankverhalten, etwas anpassen, so Hergert: "Wenn ich einkaufen fahre, habe ich die Möglichkeit zu laden. Ob das jetzt Baumärkte sind, ob das Versorgungsmärkte sind, dort ist in letzter Zeit sehr viel entstanden. Auch Schnellladesäulen bis 150 Kilowatt, sodass man auch nicht einen Punkt hat, wo man immer lädt, sondern vielfältige Punkte im Landkreis, wo man dann Autos aufladen kann."

Herausforderung: Neue Ladesäulen auf engem Raum

Die Stadtwerke appellieren etwa an Hauseigentümer, ebenfalls aktiv zu werden und mit ihnen zusammenzuarbeiten. So sei es auch die Aufgabe von Vermietern, sich darüber Gedanken zu machen. "Wohnungsgesellschaften, die ihrem Mieter eine Ladesäule zur Verfügung stellen, machen ihre Wohnungen letztendlich attraktiver und genauso Firmen, die auch schauen müssen, dass sie eventuell für ihre Mitarbeiter Ladeinfrastruktur schaffen müssen", erklärt Puhan von den Stadtwerken.

Städtebaulich werden viele neue Ladepunkte sicher eine Herausforderung. Denn wo die Säulen nicht etwa in Lichtmasten integriert werden können, geht wohl Platz auf den Gehwegen verloren und extra E-Parkplätze braucht es dann auch, was für Verbrenner diese künftig wohl noch rarer machen wird.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 28. Juli 2021 | 06:24 Uhr

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