Energiekrise Sächsischer Handwerkstag verlangt Hilfspaket für Mittelstand

Wie soll man noch die Stromrechnung bezahlen? Wegen immer weiter steigender Preise verlangt der Sächsische Handwerkstag nun von Bund und Land Entscheidungen, die vor allem kleineren Betrieben helfen. Nicht nur die Energiepreise explodieren, zu schaffen machen den Handwerksbetrieben auch die Kosten für Rohstoffe und höhere Mindestlöhne.

Hilfspaket mit Geldscheinen
Immer weiter steigende Kosten, viele Unternehmen wissen nicht mehr, wie sie alle Rechnungen bezahlen sollen. Vor allem wegen der hohen Energiepreise fordert der Handwerkstag ein Hilfspaket für mittelständische Betriebe. Bildrechte: imago images / Steinach

Angesichts der Energiekrise hat der Präsident des Sächsischen Handwerkstages, Jörg Dittrich, von Bund und Land ein umfassendes "Maßnahmenpaket" für den Mittelstand verlangt. "Die aktuelle Energie- und Gaspreisentwicklung wirkt in Kombination mit der ohnehin angespannten Wirtschaftslage auf sächsische Handwerksunternehmen zunehmend existenzbedrohend", sagte Dittrich.

Ein Taschenrechner und Geldscheine und Münzen
Nicht nur die Energiepreise expodieren, zu schaffen mach den Handwerksbetrieben auch die Kosten für Rohstoffe und der gestiegene Mindestlohn. Bildrechte: Colourbox.de

Mit einem Verfünffachen der Energiekosten, explodierenden Rohstoffpreisen und der sich nach oben schraubenden Lohn-Preis-Spirale durch die Mindestlohnanhebung könnten Handwerksbetriebe kaum noch kostendeckend arbeiten.

Forderung an die Politik nach bezahlbaren Preisen

"Wir fordern deshalb einen Kurswechsel der Politik. Hauptaufgabe der Bundespolitik muss sein, belastbare Lösungsstrategien für bezahlbare Energie in Deutschland umzusetzen. Ein Kostendeckel für den energetischen Grundbedarf besonders energieintensiver Handwerksbetriebe könnte eine erste Entlastung schaffen", sagte Dittrich weiter.

Außerdem gebe die Krisensituation den Anstoß, um über eine längere Laufzeit der Kohlekraftwerke in der Region zu diskutieren. Der Bund sollte auch die Installation von Solaranlagen und energetische Sanierungen vereinfachen. Das Land solle die Umstellung und Ertüchtigung von Anlagen zur Energieversorgung stärker fördern.

Dr. Jörg Dittrich, Präsident Handwerkskammer Dresden, Dachdecker und Hochbauingenieur.
Bildrechte: HWK

Die Politik muss zügig konjunkturbelebende und rezessionsverhindernde Maßnahmen vorlegen. Nur so kann sie ihrer Rolle als Anwalt des Mittelstandes gerecht werden.

Jörg Dittrich Präsident des Sächsischen Handwerkstages

Weniger Bürokratie würde helfen

Weiter müssten Genehmigungsverfahren beschleunigt und bürokratische Hürden abgebaut werden. Auch der angekündigte Härtefallfonds gehöre auf die Tagesordnung der Landesregierung. Nachhaltig ist in den Augen des Handwerkstages "nur die Umsetzung als Zuschuss" anstelle "guter Darlehen".

Mehr nötig um das Handwerk am Leben zu halten

Um die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks und des Mittelstandes langfristig zu sichern, müssten Entlastungen her. Als Beispiele nannte Präsident Dittrich die Beseitigung des Mittelstandsbauchs im Steuerrecht, die Begrenzung von Sozialausgaben oder die Gewährung von Sonderabschreibungen zur Investitionsförderung.

MDR (dst)/Sächsischer Handwerkstag

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 24. August 2022 | 16:00 Uhr

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