Agrarbericht Durchwachsene Erntebilanz in Sachsen

Nach den vergangenen Dürrejahren hat es in diesem Jahr mehr Regen in Sachsen gegeben. Das lang ersehnte Nass hat der Landwirtschaft einerseits genutzt, andererseits die Ernteerträge negativ beeinflusst.

Ein Mann hält Getreide in seiner Hand
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Das wechselhafte und regenreiche Wetter hat in Sachsen in diesem Jahr zu einer durchwachsenen Ernte geführt. Nach dem Erntebericht des Sächsischen Landesbauernverbands hat die Witterung erneut für große regionale Ertrags- und Qualitätsunterschiede gesorgt. Insgesamt ist dem sächsischen Agrarbericht zufolge eine etwas unterdurchschnittliche Ernte zu erwarten.

Landesbauernpräsident: regional sehr unterschiedliche Ernteergebnisse

Der Präsident des Sächsischen Landesbauernverbands, Torsten Krawczyk, hat auf die zum Teil sehr schwierigen Erntebedingungen aufmerksam gemacht. "Eine lange, oft nervenaufreibende mehr als acht Wochen dauernde Erntezeit mit wenigen kurzen Erntezeitfenstern liegt hinter unseren sächsischen Landwirten." Dabei sei in den oberen Mittelgebirgslagen ist die Getreide- und Rapsernte bis zum heutigen Tag noch nicht abgeschlossen, so Krawczyk. "Wie in den vergangenen Jahren schon, zeigen sich auch die diesjährigen Erträge regional sehr differenziert." Daher werde die Ernte im Vergleich zum fünfjährigen Mittel leicht unterdurchschnittlich ausfallen. "Hier brachte nur die Wintergerste positive Ergebnisse. In den Spätdruschgebieten der Mittelgebirge gehen wir bei allen Kulturen von weit unterdurchschnittlichen Ergebnissen aus."

Getreideähren hängen auf einem Getreidefeld nach unten.
In den Mittelgebirgslagen sorgte das nasse Wetter für Ernteverzögerungen und Ertragsausfall. Bildrechte: MDR/Thomas Friedrich

Sächsischer Landwirtschaftsminister: Klimawandel ist angekommen

Der Sächsische Landwirtschaftsminister Wolfram Günther sagte, dass die sächsischen Landwirtinnen und Landwirte auch in diesem Jahr unter widrigen Bedingungen gewirtschaftet hätten. Das sehr nasse Jahr habe der Landwirtschaft Einbußen gebracht.

Wir reden hier nicht einfach nur von schlechtem Wetter. Der Wechsel von Dürre und Nässe zeigt, dass der Klimawandel mit voller Wucht auf den sächsischen Feldern angekommen ist.

Wolfram Günther Sächsischer Landwirtschaftsminister

Einerseits müsse die Branche deshalb Anpassungen vornehmen. "Andererseits sind wir als Ministerium gefragt, Anpassung an die Klimawandelfolgen zu unterstützen und wirksamen Klimaschutz zu erreichen." Daher habe die Agrarministerkonferenz den Einstieg in den Umstieg der EU-Agrarförderung beschlossen. "Die Landwirtschaft wird damit in die Lage versetzt, als leistungsfähige Branche einen größeren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten."

Die Reform sieht vor, 25 Prozent der EU-Landwirtschaftssubventionen an bestimmte Umweltauflagen zu binden. Damit soll die Förderpolitik, die sich bislang ausschließlich an der landwirtschaftlich genutzen Fläche der Unternehmen orientierte, mehr ökologische Komponenten bekommen.

Quelle: MDR/tfr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | SACHSENSPIEGEL | 24. September 2021 | 19:00 Uhr

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