Corona-Nachwirkungen Terminstau und Verzögerungen in Sachsens Fahrschulen

Die Corona-Pandemie hat in vielen Lebensbereichen zu Einschränkungen geführt. Viele Heranwachsende konnten durch das Betriebsverbot für Fahrschulen erst verzögert mit dem Fahrunterricht beginnen oder mussten ihn unterbrechen. Zwar dürfen Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer wieder unterrichten, aber neue Termine sind rar.

Fahrlehrer mit Fahrschüler
Viele Fahrschüler in Sachsen warten zurzeit auf Prüfungstermine oder den Beginn ihrer Ausbildung. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Der Landesverband Sächsischer Fahrlehrer sieht weiterhin einen Rückstau bei Fahrstunden durch die Corona-Pandemie. Der Vorsitzende Andreas Grünewald sagte MDR SACHSEN am Mittwoch, dass sich durch das sechsmonatige Tätigkeitsverbot für Fahrschulen die Fahrausbildung umfangreich verändert hat. Solche langfristigen Unterbrechungen und eine zunehmende Überalterung bei Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer würden die Führerscheinausbildung erheblich erschweren, so Grünewald. Den Unmut darüber könne er verstehen. Auch weil TÜV und DEKRA zu Beginn des Jahres beschlossen haben, die praktische Fahrprüfung zu verlängern und sich damit die Kosten erhöhen.

Regionale Unterschiede bei Terminvergabe

Was den Terminstau betrifft, gibt es laut Verband große regionale Unterschiede, die auch mit der Bereitstellung von Prüfungsterminen zusammenhängen. Der Verbandsvorsitzende rief Eltern und Fahrschüler zur Geduld auf. Er wies darauf hin, dass die Ausbildung nicht überstürzt und durchgepeitscht werden sollte.

Sie erwerben Ihren Führerschein ein Mal im Leben - bitte nehmen Sie sich dafür auch genügend Zeit und gehen Sie nicht davon aus, dass die Führerscheinausbildung 'so nebenbei' absolviert werden kann.

Andreas Grünewald Vorsitzender Fahrlehrerverband Sachsen

Ein Fahrschulauto mit einem Schild auf dem "Fahrschule" steht
Die praktische Aubildung in Fahrschulen ist durch nichts zu ersetzen, so der Fahrlehrerverband. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/ Sämmer

Digitaler Unterricht nur Ergänzung

In einer Ausbildung sei nichts zu 100 Prozent planbar, auch nicht der zeitliche Aufwand. Den im Zuge der Corona-Pandemie erlaubten Online-Angeboten erteilte Grünewald bei MDR SACHSEN eine klare Absage. "Komplexe Zusammenhänge, wie sie in komplexen Verkehrssituationen auftreten, kann ein elektronisches Lernprogramm nicht vermitteln", sagte er. Der praktische Unterricht sei unerlässlich, Faktenwissen reiche nicht aus. Ein begleitendes Online-Angebot sei jedoch aus Verbandssicht eine "willkommene Ergänzung" des Präsenzunterrichts.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 11. August 2021 | 14:00 Uhr

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