Nach Bürgerbeschwerden Landeskartellamt nimmt sächsischen Fernwärmemarkt ins Visier

Ein Heizkörper
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In den vergangenen Monaten hat es in Sachsen vermehrt Beschwerden über zu hohe Fernwärmepreise gegeben. Laut Wirtschaftsministerium sind bei der Landeskartellbehörde entsprechende Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern eingegangen. Neben den Preisen an sich werden auch die jährlichen Preissteigerungen kritisiert. Diese können die Verbraucher nicht nachvollziehen. Betroffen von der Beschwerde sind nach Ministeriumsangaben sowohl Versorgungsunternehmen in Sachsens Großstädten, als auch in kleineren Orten.

Versorger müssen bis Ende Mai Daten übermitteln

Klarheit darüber, ob die Preise angemessen sind oder nicht, soll nun eine sogenannte Sektoruntersuchung bringen. Die Landeskartellbehörde hat das entsprechende Verfahren eingeleitet und den Versorgungsunternehmen bis Ende Mai Zeit gegeben, ihre Daten zu übermitteln. Das ist notwendig, damit die Behörde einen flächendeckenden Überblick über den sächsischen Fernwärmemarkt bekommt. Auf dieser Basis werden die gerügten Preise analysiert, verglichen und bewertet. Stellt sich heraus, dass es bei Unternehmen Auffälligkeiten gibt, schreitet die Landeskartellbehörde ein.

Verbraucher haben keine Wechselmöglichkeit

Die kartellrechtliche Überwachung des Marktes ist bei der Fernwärme gesetzlich vorgegeben, da in den Versorgungsgebieten jeweils Monopole herrschen. Die angeschlossenen Kundinnen und Kunden haben deshalb keine Möglichkeit, zu einem anderen, günstigeren Versorger zu wechseln.

Anfang 2022 sollen Ergebnisse vorliegen

Zuletzt gab es 2013 eine Sektoruntersuchung für ganz Sachsen. Wie das Wirtschaftsministerium mitteilte, ist Anfang 2022 mit einem Ergebnis der aktuellen Untersuchung zu rechnen.  Kommunale Spitzenverbände und regionale Verbände der Energieversorger sind in das Verfahren mit eingebunden worden.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 08. April 2021 | 20:00 Uhr

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