Tier des Jahres Biologe ist Fischottern in Leipzig auf der Spur

Otterpaar im Wasser
Fischotter gehören zur Gattung der Marder. Bildrechte: imago images / blickwinkel

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat den Fischotter zum Tier des Jahres 2021 auserkoren. In freier Wildbahn trifft man sie nur selten an, denn die Tiere sind flink und scheu. Der Biologe Ronny Wolf erforscht die Tiere an der Uni Leipzig und an Leipzigs Gewässern. Wer dem Fischotter auf die Spur kommen möchte, der suche am besten an Brücken, erklärt Wolf: "Dort steigt der Fischotter quasi aus, läuft unter der Brücke an Land hindurch." Warum der Fischotter es scheut, unter Brücken hindurch zu schwimmen, wisse man nicht.

Der Fischotter versucht, Brücken nicht zu durchschwimmen, sondern zu unterlaufen. An diesen Stellen kann man nach Fährten und Markierungen, also Kotabsetzen, suchen.

Ronny Wolf Uni Leipzig

Markante Spuren

Durch das Schmelzwasser stehe allerdings derzeit zu viel Wasser, wodurch es schwierig sei, die Spuren zu verfolgen. Die sind beim Fischotter eigentlich unverwechselbar, sagt Wolf, zirka fünf Zentimeter groß und mit Schwimmhäuten an den Hinterpfoten.

Ronny Wolf
Der Biologe Ronny Wolf untersucht seit 25 Jahren die Spuren der Fischotter an Leipzigs Gewässern. Bildrechte: MDR/Raja Kraus

Rätsel für die Wissenschaft

Das Raubtier gibt den Forschern noch immer Rätsel auf. Über die Paarungs- und Wurfzeit etwa weiß man kaum etwas. Fischotter-Männchen können bis zu 13 Kilo schwer und 1,20 Meter lang werden. Die Tiere werden in freier Wildbahn sechs bis acht Jahre alt. An der Uni Leipzig erforscht Ronny Wolf die Todesursachen von Fischottern. Die meisten werden von Autos überfahren, wenn sie Straßen an Brücken überqueren, andere sterben an Lungenentzündungen oder Infektionen. Jungtiere werden oft von großen Welsen gefressen, Halbwüchsige von Wolf und Luchs. In der Zivilisation sind der Straßenverkehr und Hunde die Feinde des Fischotters.

Seit 1995 in Leipzig heimisch

Seit 1995 ist der Fischotter nachweislich in Leipzig heimisch, erklärt Ronny Wolf. Nur zu Gesicht bekommt man ihn äußerst selten. Zu flink für Wildtierkameras, zu guter Geruchssinn, um dem Menschen direkt vor Augen aus dem Wasser zu steigen.

Die sind aus Richtung Schkeuditz gekommen. Sie sind über die Saale, über die Elster eingewandert. Und jetzt mittlerweile finden wir eigentlich an den Gewässern von Leipzig überall Spuren von Fischottern.

Ronny Wolf Uni Leipzig

Zwei Sichtungen in 25 Jahren

Seit 25 Jahren befasst sich Ronny Wolf mit dem Fischotter. In freier Wildbahn hat er sie selbst aber erst zwei Mal gesehen. Besonders gut seien sie bei Neuschnee zu entdecken. "Wenn relativ wenig Schnee liegt, also nur drei bis vier Zentimeter, ist das eine ideale Zeit, um draußen die Fußabdrücke im Schnee zu suchen."

Quelle: MDR/rk/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.02.2021 | 16:30 Uhr im Regionalreport aus dem Studio Leipzig

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