Fragen und Antworten Corona-Selbsttests in Unternehmen

Ab Montag sollen in Sachsen alle Unternehmen ihren Mitarbeitern kostenlose Corona-Selbsttests zur Verfügung stellen – sofern sie diese zu zumutbaren Bedingungen erwerben konnten. Mitarbeiter können sich dann selbst mittels Antigen-Test auf Covid-19 testen. Doch was bedeutet die Pflicht wirklich?

Symbolbild Corona- Covid-19 Schnelltest
Unternehmen in Sachsen müssen ihren Mitarbeitern seit dem 22. März Selbsttests zur Verfügung stellen. Bildrechte: IMAGO / Martin Wagner

Müssen Unternehmen Tests anbieten?

Seit dem 22. März müssen alle Arbeitgeber in Sachsen ihren Beschäftigten einen kostenlosen Corona-Selbsttest anbieten, wenn diese mindestens an einem Tag der Woche in der Firma sind. Es sei denn, so schränkt das Sächsische Sozialministerium ein, es ist dem Unternehmen nachweisbar nicht gelungen, Tests zu kaufen oder die Preise der Tests lagen weit über dem marktüblichen Niveau.

Annehmen müssen die Angestellten dieses Testangebot ihres Unternehmens laut Industrie und Handelskammer Chemnitz (IHK Chemnitz) allerdings nicht. Denn eine Testpflicht besteht nicht. Des Weiteren muss der Arbeitgeber zwar Tests zur Verfügung stellen, deren Ergebnisse aber weder dokumentieren noch überwachen noch darf er seine Mitarbeiter zum Test verpflichten:

Gibt es auch Unternehmen mit Testpflicht?

Mitarbeiterin analysiert eine Probe in einem Corona Schnelltest Zentrum der Johanniter Unfallhilfe.
Meist sind Schnelltests für Mitarbeiter freiwillig – aber nicht immer. Bildrechte: imago images/Jochen Eckel

Ja. Zum Beispiel wurde in Alten- und Pflegeheimen, Tagespflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten sowie in Unternehmen mit direktem Körperkontakt wie Friseuren, Fußpflegen, Fahrschulen mit der am 8. März in Kraft getretenen Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung eine Testpflicht eingeführt. Diese gilt nach Angaben des Sächsischen Sozialministeriums ungeachtet der neuen Regelung weiter.

Wer übernimmt die Kosten für die Tests?

Aktuell müssen Unternehmen die Tests zu marktüblichen Preisen auf eigene Rechnung kaufen und den Mitarbeitern gratis zur Verfügung stellen. Der Freistaat übernimmt die Kosten nicht. Das gilt auch bei Zeitarbeitern. Ihnen soll der Test dort angeboten werden, wo sie arbeiten. Wer den Test kauft, darüber müssen sich dem Sozialministerium zufolge Verleiher und Entleiher der Zeitarbeiter einigen.

Was passiert bei einem positiven Test?

Mitarbeiter mit positivem Selbsttest müssen das Unternehmen sofort verlassen oder von anderen Angestellten getrennt werden. Sie haben nach Angaben des Sächsischen Sozialministeriums die Pflicht, einen Arzt zu kontaktieren und ihr Selbsttestergebnis mittels PCR-Test zu überprüfen.

 Was unterscheidet den Selbsttest von anderen Tests?

Der Antigenselbsttest oder auch Selbsttest, Corona-Laientest und Wohnzimmertest genannt, weist Virus-Eiweiß nach – ebenso wie der Antigentest in professioneller Testung. Anders als bei PCR-Tests muss der Test nicht in einem Labor durchgeführt werden. Fällt er allerdings positiv aus, dann ist ein professioneller PCR-Test notwendig – zur Bestätigung oder Widerlegung des Ergebnisses. Die Ergebnisse liegen schnell vor, bereits nach 15 bis 30 Minuten, und die Probe des zu untersuchenden Materials wird von der Person selbst im Nasen-Rachenraum oder Speichel entnommen. Bei PCR-Tests dauert unter anderem der Nachweis länger. Positive Ergebnisse eines Selbsttests gelangen nur zum Gesundheitsamt, wenn eine fachkundige Person beim Test einbezogen war. Bei PCR-Tests gehört eine Meldung an das Gesundheitsamt zur Routine.

Gilt die Testpflicht auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen?

Nein, dort gilt lediglich eine Selbstverpflichtung der Unternehmen beziehungsweise die Aufforderung der Spitzenverbände, dass die Unternehmen Möglichkeiten zum Selbsttest anzubieten sollten.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 22. März 2021 | 10:55 Uhr

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