Globaler Klimastreik Fridays for Future-Aktionen auch in Sachsen

Anhänger der Umweltbewegung Fridays for Future haben sich auch in Sachsen am globalen Klimastreiktag beteiligt. Unter dem Motto "1.000 Kreuzungen" waren die Menschen in der Landeshauptstadt zudem aufgerufen, coronakonform und dezentral beim Klimastreik mitzumachen. Allein in der Landeshauptstadt waren acht Veranstaltungen angemeldet, wie die Stadtverwaltung auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte. Etliche Plätze und Kreuzungen wurden besetzt.

Teilnehmer mit Bannern und Pappkartons auf denen Sprüche stehen.
Parents for Future protestierten vor der Sächsischen Staatskanzlei. Bildrechte: Tino Plunert

Protest vor der Staatskanzlei

Auch die Gruppe Parents for Future hatte zu verschiedene Aktionen in Dresden aufgerufen. Am Vormittag fand eine Protestaktion der Gruppe vor der Sächsischen Staatskanzlei statt. "Ein Lockdown ist keine Klimaschutzmaßnahme", sagte Mitinitiatorin Louise Hummel-Schröter von Parents for Future. Ein Lockdown sei weder Weg noch Lösung und habe nichts mit der sozial-ökologischen Transformation zu tun, die man brauche. "Wir haben 2021 und noch immer machen wir uns große Sorgen", so Hummel-Schröter. Noch immer seien die großen Fragen nicht geklärt. Die Energiewende in Deutschland werde mit angezogener Handbremse gefahren, die Kommunen hätten viel zu wenig Spielräume, um lokal etwa eine schnelle Verkehrswende einzuleiten.

Aktivisten von Fridays for Future bereiten vor der Sächsischen Staatskanzlei eine Installation aus leeren Kartons vor. In mehr als 200 deutschen Städten haben am 19. März 2021 die Klimaschützer mit ihren Protestaktionen gegen die aktuelle Klimapolitik begonnen.
Das Motto "#AlleFür1Komma5" wirbt um die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens von 2015. Der Vertrag formuliert das Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Bildrechte: dpa

"Leerste Versprechen der Leipziger Klimapolitik"

In Leipzig gab es Infostände und ein Klimagebet in der Propsteikirche. 28 Gruppen und Verbände nahmen an den Aktionen teil. Zudem war eine Preisverleihung für das "leerste Versprechen der Leipziger Klimapolitik" geplant.

An einer "Kampfkundgebung" vor dem Leipziger Rathaus nahmen auch Vertreter von Extinction Rebellion teil. Clara Dilger vom Leipziger Verband sagte MDR SACHSEN, was sie an der Klimapolitik in ihrer Stadt am meisten stört:

Omas for Future Leipzig
Auch die Gruppe Omas for Future waren in Leipzig mit einem Infostand unterwegs. Bildrechte: MDR/Katharina Pritzkow

Sie hat den Klimanotstand ausgerufen, sie verspricht tatsächlich mal umzusetzen, was wir seit Jahren fordern - aber macht sie es nicht. Es werden stattdessen weiterhin fossile Infrastrukturen gebaut, es werden Flächen versiegelt im Stadtgebiet, der OB selbst wirbt für den Ausbau eines Flughafens mit dem Satz: 'Natürlich wird es mehr Emission geben' und das passt nicht zusammen mit dem, was uns die Stadt seit zwei Jahren erzählt.

Clara Dilger Extinction Rebellion Leipzig

Heiko Rosenthal, Leipzigs Umweltbürgermeister, kann die Kritik grundsätzlich verstehen, verweist aber auf viele Arbeitsprozesse: "Wir haben ein Sofortmaßnahmenprogramm beschlossen mit 24 Maßnahmen die wir in diesem und im nächsten Jahr umsetzen. Und wir arbeiten aktiv an der Fortschreibung unseres Energie- und Klimaschutzprogrammes für 2030 mit dem Langfristziel Null Emmission in 2050. Und in sofern sind das für mich nicht leere Phrasen, sondern wir arbeiten aktiv daran, was fürs Klima zu tun."

In Chemnitz gab es unter anderem Kundgebungen vor Parteibüros. Weltweit sind die Klimaaktivisten in mehr als 50 Ländern auf die Straße gegangen, in Deutschland waren Aktionen in mehr als 200 Städten angekündigt.

Quelle: MDR/bj/dk/epd/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 19.03.2021 | 12:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 19.03.2021 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

nasowasaberauch vor 26 Wochen

Schon die Veröffentlichung in der LVZ über den Ausruf des Klimanotstandes löste bei mir Heiterkeit aus. Wie soll dieser Spagat funktionieren? Einerseits Arbeitsplätze und Wachstum andererseits hat sich Herr Jung als Gegenleistung für seine Wiederwahl den grünen verpflichtet. Die Ungeduld der Jugend ist verständlich, aber ernst nehmen kann ich die eindimensionale Argumentation mit ihren Plakaten nicht. Sollten ihren Worten Taten folgen, dann verlassen sie den Boden des Grundgesetzes und dann ist Schluss mit lustig.

Graf von Henneberg vor 26 Wochen

Ich habe das Bild mit der Unterschrift gerade entdeckt (oben). - Wird das noch schlimmer?
Jedenfalls sind auch außerhalb der Lausitz - die von Ihnen beschriebenen Oma Themen- nicht minder aktuell.

Jan-Lausitz vor 26 Wochen

Ziemlicher Andrang bei diesen ideologisierten Omas oben auf dem Bild, muss ja echt der Renner im Moment sein. Hier in der Lausitz haben die Omas gerade andere Probleme vom Hausarzt bis zur Enkelbetreuung ...

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