Energiekrise Innenminister Schuster verlangt Krisenstab: Berlin soll besser managen

Sachsens Innenminister Schuster (CDU) verlangt ein besseres Krisenmanagement der Bundesregierung. Bürger sollten entlastet und Entscheidungen besser erklärt werden. Das würde nach Schusters Meinung Menschen von Demos abhalten. Genau die haben AfD und Linke für den Herbst angekündigt.

Armin Schuster
Ob Sachsen im Herbst wieder Hotspot für Demos werden wird - statt gegen Corona-Einschränkungen nun wegen der Energiepreise - darüber will Innenminister Armin Schuster (CDU) nicht spekulieren oder mögliche Unruhen herbeireden. Bildrechte: dpa

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) hat von der Bundesregierung ein besseres Krisenmanagment verlangt. Schuster sagte dem ZDF, es gebe gerade mehrere Krisen zugleich. Dazu gehörten die Energiekrise, die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg. "Das alles spricht dafür, dass der Bundeskanzler schleunigst den Krisenstab wieder einberufen sollte, den er während der Corona-Krise im Kanzleramt eingerichtet hatte", sagte Schuster.

Die Folgen der Krisen seien in allen Lebensbereichen spürbar. Gerade mit Blick auf die angekündigten Proteste der AfD und der Linken sei es wichtig, dass die Bundesregierung die Krisen gut handhabe. Je stärker die Menschen entlastet würden, desto weniger Protest werde es auf den Straßen geben.

AfD und Linke unterstützen Straßenproteste

Der Parteichef der AfD, Tino Chrupalla, hatte für den Herbst Proteste gegen hohe Energiepreise angekündigt. Bei einem Landesparteitag der AfD Sachsen-Anhalt in Magdeburg rief Chrupalla die Mitglieder zu einer hohen Beteiligung an den geplanten Demonstrationen in Berlin und in Sachsen-Anhalt auf.

Auch die Linke findet die Entlastungspakete der Bundesregierung sozial unausgewogen und nicht nachhaltig. Parteichefin Janin Wissler will den Druck auf der Straße erhöhen. Das Wort "Montagsdemo" vermeidet sie allerdings.

Applaus von falscher Seite?

Innenminister Schuster wunderte sich im ZDF-Interview "über diese Aktivität der Linken, die bereits von der falschen Seite Applaus bekommen hat". Und: "In der rechten Szene freuen sich die extremen Kräfte darüber, dass es da unter Umständen zu einer neuen Allianz kommen könnte", kritisierte der Innenpolitiker. Solange die Linke weiter so kommuniziere, sorge sie selbst dafür, "dass die rechte Szene diese Chance ausnutzt".

MDR (kk)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 28. August 2022 | 13:00 Uhr

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