Verdacht auf Schwarzarbeit Sächsischer Zoll nimmt Gebäudereiniger ins Visier

Bei einer großangelegten Kontrolle hat der Zoll in Sachsen 28 Arbeitgeber im Bereich Gebäudereinigung unter die Lupe genommen. Dabei wurden 18 Verstöße unter anderem gegen die Mindestlohn-Vorschrift registriert.

Aufnäher auf dem Hemdsärmel eines deutschen Zollbeamten
Mit Kontrollen geht der Zoll gegen Schwarzbeit vor. Bildrechte: imago/CHROMORANGE

Beamte des Hauptzollamtes Dresden haben am Mittwoch 28 Gebäudereinigungsfirmen und mehr als 90 Mitarbeiter kontrolliert. Nach Angaben der Behörde waren Unternehmen unter anderem in Dresden, Riesa, Leipzig, Döbeln, Bautzen und Löbau betroffen. Überprüft wurden die Einhaltung der Sozialversicherungspflicht und des gesetzlichen Mindestlohns. In 18 Fällen gab es Verstöße.

Verdacht des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt

Ein Gebäudereiniger reinigt eine Glasscheibe.
Bildrechte: MDR JUMP

Dem Hauptzollamt zufolge arbeiten viele Gebäudereiniger in geringfügiger Beschäftigung. Neben Verstößen gegen den Mindestlohn komme es in der Branche erfahrungsgemäß häufig zu Strafverfahren wegen des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt.

Seit 1. April gilt in der Gebäudereinigungsbranche ein bundeseinheitlicher Mindestlohn. Er beträgt für die Lohngruppe 1 (z.B. Innen- und Unterhaltsreinigung) zurzeit 11,11 Euro pro Stunde und für die Lohngruppe 6 (z.B. Glas- und Fassadenreinigungsarbeiten) 14,45 Euro pro Stunde.

Quelle: MDR, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 09. Juni 2021 | 17:30 Uhr

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