Zukunftstechnologie Fünf Firmen aus Sachsen wollen Europas Wasserstoff-Wirtschaft mit aufbauen

Mehrere europäische Staaten wollen eine Wasserstoff-Wirtschaft aufbauen, gefördert von der Europäischen Union. Dafür sollen gut zwei Dutzend Firmen und Forschungsprojekte zusammenarbeiten. Um den Zuschlag haben sich auch Firmen aus Sachsen beworben. Fünf Bewerber wurden nun von der Bundesregierung für das Großprojekt auf europäischer Ebene vorgeschlagen.

Eine Collage, die eine Wasserstofffabrik im Hintergrund zeigt und im Vordergrund das chemische Zeichen für Wasserstoff.
Bildrechte: MDR/Collage/Linde Gas AG

Die Bundesregierung hat fünf Wasserstoff-Großprojekte in Sachsen ausgewählt für eine spezielle europäische Förderung in Höhe von 250 Millionen Euro. Auf Europaebene gibt es ein gemeinsames Wasserstoffprojekt namens IPCEU (Important Projects of Common European Interest), informierte das sächsische Ministerium für Energie, Umwelt, Klimaschutz und Landwirtschaft. Die fünf sächsischen Teilnehmer sollen sich nun schnell mit weiteren 22 anderen Projektpartnern vernetzen, hieß es. Ob die fünf vorgeschlagenen hiesigen Firmen am Ende tatsächlich auch die Fördermillionen bekommen, entscheidet die Europäische Kommission final 2022.

Das sind die zur Förderung vorgeschlagenen Unternehmen:

  • der Fernleitungsnetzbetreiber Ontras aus Leipzig
  • die Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (LVV)
  • EDL Anlagenbau Leipzig
  • Sunfire aus Dresden
  • Vitesco Technologies Limbach-Oberfrohna/Chemnitz

Was zeichnet die fünf Projekte aus? - Der Aufbau einer vernetzten Wasserstoffinfrastruktur soll durch die Unternehmen Ontras und der LVV-Gruppe aus Leipzig gelingen.
- An diese Infrastruktur will das Unternehmen EDL die weltweit erste Anlage zur Erzeugung von nachhaltigem, synthetischem Kerosin im Industriemaßstab in Sachsen bauen.
- Die empfohlenen Projekte der Unternehmen Sunfire und Vitesco Technologies wollen ihr Knowhow zur Produktion hocheffizienter Elektrolyseure (Vorrichtungen zur Stoffumwandlung) einbringen.

Quelle: Sächs. Energieministerium

Sachsen will Vorreiterrolle

Sachsens Umwelt- und Energieminister Wolfram Günther (Bündnis90/Die Grünen) sieht mit dem Bau einer Infrastruktur zum Start der Wasserstoffwirtschaft die Grundlage für den Markthochlauf von grünem Wasserstoff gelegt. "Insbesondere mit dem Blick auf ambitioniertere Treibhausgasminderungsziele sind die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff und der schnelle Ausbau der erneuerbaren Energien hochwichtig, um Klimaneutralität zu erreichen", sagte Günther.

Er freute sich über die Auswahl der sächsischen Projekte, die das "Innovationspotenzial sächsischer Unternehmen" beweise und zeige, dass Sachsen im Bereich Wasserstoff eine tragende Rolle spielen könne. Der Freistaat will sich nach Bekunden des Energieministers eine Vorreiterposition im weltweiten Zukunftsmarkt sichern.

Auch Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) reagierte am Freitagnachmittag via Twitter auf die Auswahl sächsischer Firmen. Er schrieb:

Sachsen will Wasserstoffland Nummer 1 werden!

Martin Dulig sächsischer Wirtschaftsminister (SPD)

Quelle: MDR/kk

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