Für Kartendienst Kamera-Autos von Google Streetview touren bis September durch Sachsen

Kamera-Fahrzeuge von Suchmaschinen-Gigant Google touren aktuell durch Sachsen. Mit den Aufnahmen will der Internetriese seine Dienste "Google StreetView" und "Google Maps" verbessern. In Sachsen fahren die Google-Autos noch bis September fast alle Landkreise und kreisfreien Städte ab. MDR SACHSEN nennt Stationen und hat Infos von Datenschützern, welche Rechte Anwohner haben.

Ein blaues Fahrzeug von Google StreetView mit einer 3-D-Kamer auf dem Dach steht morgens in Dresden an der Kreuzung Dürerstraße Ecke Fetscherstraße.
Ein Fahrzeug von Google StreetView steht an der Kreuzung Dürerstraße Ecke Fetscherstraße Bildrechte: MDR/Wiebke Müller

Mit ihrer himmelblauen Farbe und einer Rundum-Kamera auf dem Autodach fallen sie im Straßenbild auf: Die Kamera-Fahrzeuge des Suchmaschinen-Giganten Google. Bereits 2021 kündigte die deutsche Niederlassung des Internetkonzerns an, dass ihre Kamera-Fahrzeuge noch bis September 2022 durch die Bundesrepublik fahren. Am Dienstag wurde ein Google Streetview-Fahrzeug auch in Dresden entdeckt. Auf Anfrage von MDR SACHSEN bestätigt Google Deutschland den Einsatz von Kamera-Fahrzeugen auch in Sachsen. Sie seien zur Verbesserung des digitalen Kartendienstes "Google Maps" unterwegs.

Google Street View in Essen
Für den Kartendienst Google Maps nehmen die Kamera-Fahrzeuge der Suchmaschinen-Firma ganze Straßenzüge auf. Bildrechte: dpa

Google will Straßennamen prüfen

"Jeden Tag nutzen tausende Nutzerinnen und Nutzer Google Maps und wir möchten dafür sorgen, dass sie jederzeit ihren Weg finden. Um dies zu schaffen, müssen wir sichergehen, die richtigen Straßennamen, Straßenschilder, Streckenführungen und Informationen über Geschäfte und andere relevante Orte zu verwenden", wird die Google Sprecherin für Deutschland, Lena Heuermann, auf der Konzernhomepage zitiert.

Ein blaues Fahrzeug von Google StreetView mit einer 3-D-Kamer auf dem Dach steht morgens in Dresden an der Kreuzung Dürerstraße Ecke Fetscherstraße.
Mit seiner 360-Grad-Kamera kann das Google StreetView-Fahrzeug ganze Straßenzüge in Dresden aufnehmen. Bildrechte: MDR/Wiebke Müller

Auf der Internetseite veröffentlicht das Unternehmen auch die Stationen seiner Kamera-Autos in allen Bundesländern, darunter auch für Sachsen. Hier rollen die auffälligen Kamera-Autos noch bis September durch alle Landkreise und kreisfreien Städte.

Bei den kommenden Fahrten nutzen wir das Bildmaterial nur, um Google Maps zu verbessern und haben keine Pläne, dieses zu veröffentlichen.

Lena Heuermann Pressesprecherin

Datenschutzbeauftragte verweist auf Regeln

Die Sächsische Datenschutzbeauftragte Dr. Juliane Hundert betont, dass der Internet-Riese Google mit seinen Streetview-Daten an Regeln gebunden ist. Die Grünen-Politikerin sagte MDR SACHSEN: "Die Datenschutz-Grundverordnung kann als Rechtsgrundlage bei der Veröffentlichung von Straßenansichten, Häuserfassaden und privaten Grundstücken in Betracht kommen. Dabei sind Merkmale, die zu einer Identifizierung von Personen in Betracht kommen, unkenntlich zu machen, zum Beispiel Gesichter oder Fahrzeugkennzeichen." Auch "die Öffentlichkeit zu informieren und zwar bereits dann, wenn die Aufnahmen gefertigt werden", gehört für Juliane Hundert zu diesen Regeln. Offenbar sieht Google diese Forderung durch eine Veröffentlichung von Daten und Stecken auf seiner Internetseite erfüllt.

Juliane Hundert (Bündnis90/Die Grünen), neu gewählte Datenschutzbeauftragte des Freistaates, steht nach ihrer Wahl während der Sitzung des Sächsischen Landtages vor dem Plenarsaal.
Die sächsische Datenschutzbeauftragte Dr. Juliane Hundert (Bündnis 90/Die Grünen). Bildrechte: dpa

Aufnahmen sollen nicht im Internet landen

Nach Aussage von Google sollen die Aufnahmen jedoch nicht ins Internet gestellt werden. "Bei den kommenden Fahrten nutzen wir das Bildmaterial nur, um Google Maps zu verbessern und haben keine Pläne, dieses zu veröffentlichen", beteuert Sprecherin Lena Heuermann.

Falls sich doch ein Bürger oder eine Bürgerin im Internet wiedererkennen sollte oder das eigene Haus erkennt, rät die Sächsische Datenschutzbeauftragte: "Auf Verlangen können im Rahmen einer Interessenabwägung auch Abbildungen von Häuserfassaden und privaten Grundstückbereichen unkenntlich gemacht werden." Dies oder ein Widerspruch gegen eine Veröffentlichung müssten gegenüber Google geltend gemacht werden. "Für Beschwerden gegen Google ist in der Regel der Hamburger Datenschutzbeauftragte zuständig", informiert Juliane Hundert.

MDR (wm)

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Nachrichten | 23. April 2022 | 12:08 Uhr

3 Kommentare

Copper vor 31 Wochen

Willkommen im Land der Angsthasen bei dem Datenschutzweltuntergangsprediger und anschließend die Politik so viele Auflagen von Google forderten, dass diese darauf keinen Bock mehr hatten diesen deutschen Irrsinn mit zu machen und das auch noch umsonst. Da kann Google als Letzter was für, denn im Aufhalten von Innovation, Technologie und Zukunftsvisionen sind wir deutschen mittlerweile Weltmeister. Vor allem, weil wir uns gerne selbst dabei im Weg stehen. Siehe Digitalisierung, Energiewandel, Bildung, Mobilität usw. usw.

Harka2 vor 31 Wochen

Die Google-Autos sind schon vor 10 Jahren durch Thueringen gefahren und bisher gibt es keine mir bekannte Stadt in Thüringen, wo Streetview online verfügbar ist. In Sachsen gibt es in Dresden und Leipzig rudimentäre Anfänge von Streetview. Mit anderen Worten ist es einfacher sich über unbefestigte Seitenstraßen in Polens Hinterwälderdörfern zu informieren als in Ostdeutschlands Großstädten.

Graf von Henneberg vor 31 Wochen

Damit die Einbrecher-Bösewichte die Lage vor Ort besser sondieren können.

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