LUA-Wochenbericht Bisher mehr Grippefälle in Sachsen als im Vorjahr

In der zweiten Grippesaison unter Pandemiebedingungen gab es bisher mehr als doppelt so viele Infektionsfälle wie im Vorjahreszeitraum. 29 Influenza-Fälle wurden seit Anfang Oktober gemeldet. Das teilte die Landesuntersuchungsanstalt (LUA) Sachsen mit. 2020 hatte es auch im Freistaat deutlich weniger Fälle als in der Vergangenheit gegeben - aufgrund der Corona-Hygienemaßnahmen und weil Influenzaviren nur sporadisch entdeckt werden.

Eine junge Frau sitzt, in Decken eingewickelt, auf einem Stuhl und liest von einem Fieberthermometer die Temperatur ab
Habe ich eine Grippe? Eine junge Frau misst ihre Körpertemperatur (Symbolbild). Bildrechte: Colourbox.de

Nach dem jüngsten Bericht der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen wurden seit Anfang Oktober 29 Influenza-Fälle ermittelt. Das teilte das Sozialministerium am Freitag mit. In der gleichen Woche in 2020 waren es zwölf. Das sind also mehr als doppelt soviele Meldungen im Vergleich zum Vorjahr.

Vor allem ungeimpfte Erwachsene betroffen

Betroffen waren sieben Kinder zwischen einem und neun Jahren, zwei Jugendliche im Alter von 14 und 18 Jahren, 17 Erwachsene zwischen 24 und 65 Jahren sowie drei Menschen zwischen 70 und 84 Jahren. Sie waren alle nicht gegen Influenza geimpft. Fünf von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

RS-Virus bei Kindern und Corona-Pandemie dominieren

Die Aktivität der Atemwegserkrankungen werde aktuell vor allem durch die ungewöhnlich starke RSV-Zirkulation bestimmt, heißt es im LUA-Wochenbericht weiter. Derzeit tritt das sogenannte Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) häufig bei Kindern und Kleinkindern auf und sorgt für eine sehr hohe Auslastung in Sachsens Kinderkliniken. Aber auch Rhinoviren, die Erkältungen auslösen, und vor allem der kontinuierliche Anstieg der Positivenrate für SARS-CoV-2 bestimme die Infektionsgesamtlage.

Influenzaviren werden aktuell nur sehr sporadisch detektiert.

Wochenbericht 46. KW Landesuntersuchungsanstalt Sachsen

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Über 20.000 Erkrankungen in Grippesaison 2019/2020

Laut LUA ist die Aktivität der akuten respiratorischen Erkrankungen in der Bevölkerung im Vergleich zur Vorwoche bundesweit gesunken, liegt aber höher als in den Vorjahren. 2020 hatte es auch im Freistaat deutlich weniger Grippefälle als in der Vergangenheit gegeben.

In der Grippesaison 2019/2020, welche durch den Ausbruch der Pandemie abrupt endete, wurden in Sachsen laut Jahresbericht der LUA insgesamt 20.641 Influenza-Erkrankungen erfasst, die meisten Anfang Februar 2020. Einen historischen Höchststand an Influenza-Erkrankungen gab es in der Saison 2017/2018 mit 47.765 Meldungen.

Quelle: MDR(sm)/dpa

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