Grundsteuerreform Steuererklärung für Grundstücke: Das müssen Eigentümer in Sachsen wissen

Die bisherige Berechnung der Grundsteuer für Immobilien ist nicht mehr zeitgemäß. Mit einer Reform soll ab 2025 die Steuerlast fairer auf die Grundstücksbesitzer verteilt werden. Das ist das Ziel. Doch zunächst sind erst einmal die Eigentümer gefragt. Sie müssen künftig auch eine Steuererklärung für Grundstücke abgeben.

Ein Holzhäuschen liegt auf einem bunten Grundriss
Die Reform der Grundsteuer steht an. Zukünftig soll die Berechnung der Abgabe auf Grundstücke und Immobilien anders berechnet werden. Eigentümer müssen deshalb ab Juli eine zusätzliche Steuererklärung einreichen. Bildrechte: imago/Gerhard Leber

Zwischen dem 1. Juli und 31. Oktober dieses Jahres müssen alle Eigentümer eine Steuererklärung für ihre Grundstücke abgeben. Grund dafür ist eine laufende Grundsteuerreform. Laut sächsischem Finanzministerium sollen alle betroffenen Eigentümer bis Ende Juni ein Schreiben erhalten, in dem die Details und Termine geklärt werden. Betroffen sind demnach auch Besitzer von land- oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen. Anders als bisher müssen zukünftig nicht mehr die Pächter dieser Grundstücke, sondern die Eigentümer die Grundsteuer zahlen.

Was ist die Grundsteuer? Die Grundsteuer wird auf den sogenannten Grundbesitz erhoben. Dazu gehören Grundstücke sowie Gebäude sowie Betriebe der Land- und Forstwirtschaft. Gezahlt wird sie grundsätzlich von den Eigentümerinnen und Eigentümern. Im Fall der Vermietung kann die Grundsteuer über die Betriebskosten auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werden.

Die Grundsteuer ergibt sich aus dem individuellen Grundsteuerwert einer Immobilie multipliziert mit gesetzlich festgelegten Steuermesszahlen und den von jeder Kommune für ihr Gebiet selbst festgesetzten Hebesätzen.

Steuererklärung ab 1. Juli 2022

Nach Angaben des Finanzministeriums sind für die zusätzliche Steuererklärung nur wenige Daten nötigt - etwa die Lage und Größe der Grundstücke sowie bei darauf befindlichen Häusern das Baujahr, deren Wohnflächen und die Anzahl der Wohnungen. Stichtag der Grundsteuerwertermittlung ist der 1. Januar 2022. Das heißt, alle Daten bezüglich des Grundstücks sind so anzugeben, wie sie an diesem Tag vorgelegen haben.

Hermann-Josef Tenhagen und Moderatorin Stephanie Müller-Spirra sitzem im Studio am Tisch und schauen zur Kamera. 15 min
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MDR um 4 Di 07.06.2022 17:00Uhr 14:46 min

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Alte Bewertungspraxis verfassungswidrig

Im Jahr 2018 hatte das Bundesverfassungsgericht die bisherige Praxis der Grundsteuerberechnung für verfassungswidrig erklärt. Hauptkritikpunkt war, dass unterschiedliche Werte zugrunde liegen: in Ostdeutschland Einheitswerte aus dem Jahr 1935, in Westdeutschland aus dem Jahr 1964. Die Reform soll nun eine gerechtere Steuerverteilung erreichen.

Nach Eingang der Erklärungen stellt das Finanzamt die neuen Grundsteuerwerte fest, die ab 2025 gelten sollen. Ob für ein Grundstück künftig mehr oder weniger Grundsteuer zu zahlen ist, werden die Eigentümer im Jahr 2024 erfahren, wenn die neuen Bescheide verschickt werden.

Informationsportal für Sachsen

Der Freistaat hat ein Informationsportal zur laufenden Grundsteuerreform gestartet. Auf der Internetseite der Landesregierung können sich Interessierte über die damit verbundenen Änderungen und Pflichten für Grundstückseigentümer informieren.

MDR (ma, kp)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR UM 4 | 07. Juni 2022 | 16:00 Uhr

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